Abstracts der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen Gastroenterologe 2017 · 12:338–348 DOI 10.1007/s11377-017-0181-1
Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen
Online publiziert: 9. Juni 2017
Vorsitzender des Vorstandes der Gesellschaft Prof. Dr. Guido Gerken Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie Universitätsklinikum Essen (AöR) Zentrum für Innere Medizin Medizinisches Zentrum Hufelandstraße 55 45147 Essen
© Springer Medizin Verlag GmbH 2017
Redaktion Dr. Esther Wieland (v. i. S. d. P.)
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Abstracts zur 26. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen 8. bis 9. Juni 2017 in Köln Tagungspräsidenten: Prof. Dr. Markus Maria Heiss, Köln Univ.-Prof. Dr. Tobias Goeser, Köln Prof. Dr. Christoph Andreas Jacobi, Wesseling
Tagungssekretäre: Prof. Dr. Michael Ströhlein, Merheim Priv.-Doz. Dr. Dirk R. Bulian, Merheim Priv.-Doz. Dr. Dirk Nierhoff, Köln Dr. Dirk Waldschmidt, Köln
Abstracts Der interessante Fall Incidental diagnosis of colon cancer in a patient with malignant melanoma: a case report Wegehaupt A., Aßmuth S., Kahraman A., Gerken G., Buechter M. Universitätsklinik Essen, Gastroenterologie und Hepatologie, Essen, Germany Background: Melanoma is one of the most malignant and treatment re sistant human cancers. Most often it has its seeds in mutated epidermal melanocytes although sometimes the origin are non-cutaneous mela nocytes such as those lining in the respiratory, gastrointestinal, and genitourinary mucosal surfaces – in rare cases also in the choroidal layer of the eye. The cutaneous melanoma is divided into 4 sub-groups: the super-
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ficial spreading melanoma, nodular melanoma, acral lentiginous melanoma, and finally, lentigo malignant melanoma. Case report: In our case, the 83 years old female patient was suffering from superficial spreading melanoma. Tumor stage at the time of excision was IIA pT2b cN0 cM0 (AJCC). An excision of the sentinel lymph node showed no lymphatic metastasis. There were no mutations found in the following genes: braf, ras, and also c-kit. However, the PD-L1 (programmed cell death-1 ligand) was positive. Half a year later, as part of the staging process, abdominal, thoracic, and cranial CT-scans revealed multiple suspicious tumors. Therefore, we accomplished gastroscopy and colonoscopy. Macroscopically, we detected disseminated malignancy-suspected lesions in the stomach, the colon ascendens, colon descendens, and the ileocecal valve. Histologically, three turned out as metastases and one as a primary colon cancer. Conclusion: Additional primary malignancies – in our case colon cancer – can occur in association with malignant melanoma.
Gen- und Gender Empfehlungen für Lynch-Syndrom Patienten Möslein G., PLSD (Prospective LS database) Helios Universitätsklinik Wuppertal, Zentrum für Hereditäre Tumorerkrankungen, Wuppertal, Deutschland Einführung: Das Lynch-Syndrom (LS) ist unabhängig von einer Familienanamnese definiert als das Vorliegen einer Mutation in einem der MMR (Mismatch-Reparatur)-Genen. Die Bezeichnung HNPCC beruht auf den klinischen Amsterdam-II- und Bethesda-Kriterien, die sich als unzulänglich erwiesen haben. Mit der europäischen Datenbank PLSD (prospective LS database) ist die Basis für präzisierte klinische Empfehlungen geschaffen worden. Methode: Es wurde eine multizentrische, prospektive, Oracle-basierte Datenbank für Lynch-Syndrom-Patienten mit einer MSH2-, MLH1-, MSH6-, oder PMS2-Mutation etabliert. Standardisierte Informationen über Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen, Karzinome und weiteres Überleben wurden analysiert nach Alter, Geschlecht und mutierte Gen. Inkludiert wurden insgesamt 1473 path. MLH1-Mutationsträger, 1.060 MSH2-Mutationsträger, 426 path. MSH6-Mutationsträger und 124 path. PMS2-Mutationsträger, die einer Beobachtungszeit von 24.475 Jahre beinhalten. Ergebnisse: Bis zu einem Alter von 75 Jahren wiesen path. MLH1-, path. MSH2-, path. MSH6-, und path. PMS2-Mutationsträger jeweils folgende kumulative Karzinominzidenzen auf: Endometrium: 43 %;58 %;46 %;26 %. Kolon und Rektum kombiniert:50 %;50 %;23 %;0. Ovarien:10 %;17 %;13 %;0 %.. Magen, Duodenum, Gallenwege, Gallenblase und Pankreas kombiniert:23 %;12 %;8 %;0 %. Harnblase, Ureteren und Niere kombiniert: 9 %;28 %;12 %;0 %. Prostata: 18 % 35 %; 21 %; 38 %. Hirn: 1 %; 6 %; 1 %; 0 %. Kolorektale, Endometrium und Ovarialkarzinome treten früher auf während obere Gastrointestinale, Hirn- und Harnwegskarzinome in einem höheren Lebensalter auftraten. Fazit: Die 4 Mismatch-Reparatur-Gene die zu einem Lynch-Syndrom führen haben eine klinisch relevante unterschiedliche Penetranz und Expres-
sivität. Die Risikokalkulation und entsprechende klinische Beratung für Patienten sollten entsprechend anhand des Alters, Geschlechts betroffenem Gen und vorangegangenen Karzinome individuell angepasst werden. Hierzu wurde bereits eine interaktive Website die allgemein zugänglich ist entwickelt. Aktuell werden diese prospektiv erhobenen Daten in neue Leitlinien zusammengefasst, die klinisch etabliert werden sollten. Einerseits können hierdurch überflüssige Untersuchungen vermieden werden. Auf der anderen Seite verdienen die aufgrund des besseren Überlebens der Erstkarzinome bei LS-Patienten gehäuft im höheren Alter auftretenden Zweit- und Drittkarzinome einer gezielte, risikojustierten Früherkennung zugeführt werden.
Der (un-)bekannte Feind – Tuberkulose als Differenzialdiagnose bei abdominellen Beschwerden Stern S., Marx K., Saner F., Radünz S., Witzke O1, Paul A1, Weber F. Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland Fragestellung: Tuberkulose ist eine Erkrankung, die gerade aufgrund zunehmender Flüchtlingszahlen an Bedeutung gewinnt. Obwohl die pulmonale Manifestation die häufigste ist, muss auch bei abdominellen Beschwerden differenzialdiagnostisch eine mögliche Tuberkulose in Betracht gezogen werden. Methodik: Wir berichten über einen 25jährigen Patienten mit einer ausschließlich peritonealen Manifestation einer Tuberkulose. Ergebnis: Der aus Somalia stammende Patient wurde zunächst bei Verdacht auf ein malignes Lymphom stationär aufgenommen. Im Rahmen der Diagnostik erfolgte unter anderem eine Mini-Laparoskopie, die jedoch aufgrund einer iatrogenen Darmverletzung abgebrochen wurde. Eine hierauf durchgeführte Computertomographie des Abdomens zeigte einen langstreckigen Dünndarmileus mit Kalibersprung sowie nebenbefundlich ubiquitär Aszites, Anasarka und beidseitige Pleuraergüsse. Somit wurde die Indikation zur notfallmäßigen Laparotomie gestellt. Intraoperativ zeigten sich auf dem Peritoneum verkäsende Auflagerungen, sodass klinisch der Verdacht auf eine peritoneale Tuberkulose gestellt wurde, der sich letztlich auch bestätigen ließ. In sämtlichen anderen Proben (Sputum, bronchoalveoläre Lavage, Pleurapunktat, Magensaft) ließ sich M. tuberculosis – Komplex nicht nachweisen. Somit ist von einer ausschließlich peritonealen Manifestation auszugehen. Schlussfolgerung: Da zur effizienten Behandlung einer Tuberkulose gerade eine frühzeitige Diagnose notwendig ist, sollte vor allem bei Migranten aus den Endemiegebieten oder auch immunsupprimierten Patienten eine Tuberkulose differenzialdiagnostisch bedacht werden. Neben einer pulmonalen Manifestation ist auch eine zusätzliche oder ausschließliche Beteiligung anderer Organe (wie hier des Peritoneums) möglich.
Case report: Plasmaseperation mit gefrorenem Frischplasma als „Bridging-Therapie“ zur Lebertransplantation bei einer Patientin mit akutem Leberversagen Hübbers K.1,2, Tyczynski B.2, Paul A.1, Saner F.1 Universitatsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland, 2Universitätsklinikum Essen, Klinik für Nephrologie, Essen, Deutschland
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Hintergrund: Das akute Leberversagen ist mit einer Inzidenz von ca. 300 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland ein seltenes Krankheitsbild. Die Therapie dieser Patienten stellt eine besondere Herausforderung für alle involvierten Ärzte dar. Die Mortalität des ALV liegt trotz moderner Intensivtherapie und der Möglichkeit zur Lebertransplantation immer noch bei 30–40 %. Aufgrund der eingeschränkten Zahl von Organspendern, steht ungeachtet einer „HU“ Listung, nicht immer zeitnah ein passendes Organ zur Verfügung. In diesem Zusammenhang kommt den Leberersatzverfahren eine besondere Bedeutung zu. Diese „Bridging-Therapien“ ermöglichen es unter Umständen die Organfunktion zu erhalten, das Fortschreiten eines Multiorganversagens zu verhindern und somit die Zeit zur Organallokation zu überbrücken. Die bekanntesten Verfahren MARS
und Prometheus® sind bislang in Studien zum ALV den Nachweis eines günstigeren Outcomes schuldig geblieben. Bislang konnte nur eine prospektiv-randomisierte Studie mittels einer „High-volume“ Plasmapherese einen Überlebensvorteil bei nicht-transplantierten Patienten mit akutem Leberversagen zeigen. Fall: Wir präsentieren den Fall einer 44 -jährigen Patientin mit einem akuten Leberversagen. Die Patientin wurde mit einem Bilirubinwert von 24 mg/dl, einem INR > 10, AST/ALT 1746/1826 U/L, einem Lactat von 16 mmol/l sowie einer HE III° in einem auswärtigen Krankenhaus aufgenommen und direkt an unsere Liver-Unit überwiesen. Wir stellten einen HU Antrag, der durch Eurotransplant noch am gleichen Tag akzeptiert wurde. Das erste Organangebot musste wegen eines „size mismatch“ abgelehnt werden, so dass wir uns bei steigendem Vasopressorbedarf (1 µg/ kg/KG/min) und zunehmendem Ausfall der Lebersynthese zur Durchführung einer Plasmapherese gegen gefrorenes Frischplasma entschieden. Unter der Therapie stagnierte das Laktat bei 14 mmol/l und der Vasopressorbedarf konnte auf 0,7 µg/kg/KG/min gesenkt werden. Es wurde keine weitere Substitution von Gerinnungsfaktoren notwendig. Das Bilirubin konnte auf 10 mg/dl halbiert werden. Zusammenfassung: Die Plasmapherese ist bei vielen immunologischen Erkrankungen eine etablierte Therapieoption. Die „High-volume“ Plasmapherese zeigte bereits einen Überlebensvorteil für nicht-transplantierte Patienten mit akutem Leberversagen. Bei dieser Patientin mit irreversiblem akutem Leberversagen konnte die Plasmapherese zur kurzzeitigen klinischen Stabilisierung führen und eine Chance auf ein weiteres Organangebot ermöglichen.
Wissenschaftliche Vorträge Neue Methode einer endosonographisch-gestützten direkten Pfortaderdruckmessung Fähndrich M., Sandmann M., Vormbrock K. Klinikum Dortmund, Interventionelle Endoskopie, Dortmund, Deutschland Fragestellung: Der Pfortaderdruckgradient ist ein wichtiger und gut evaluierter prognostischer Parameter zur Einschätzung der Entwickelung von Komplikationen einer Leberzirrhose. Nicht nur in der Diagnostik sondern insbesondere auch in der Therapiesteuerung besitzt er einen hohen Stellenwert. Der Druckgradient wird bestimmt durch die Differenz aus Pfortaderdruck und ZVD. Die Messungen werden normalerweise vorgenommen über einen durch eine venöse Schleuse eingeführten Ballonkatheter, der im Bereich der Hohlvene und in der Wedgeposition einer V. hepatica, den zentralvenösen Druck und den Lebervenenverschlußdruck als Korrelat zum Pfortaderdruck aufnimmt. Aufgrund der aufwendigen Durchführung und der Invasivität hat sich die Methode in der klinischen Routine nicht durchsetzen können. Methodik: Durch eine gezielte endosonographisch gesteuerte transgastrale direkte Punktion eines intrahepatischen Pfortaderastes und einer V. hepatica kann eine direkte und kontinuierliche Druckmessung über einen an die EUS Standardnadel angeschlossen Druckabnehmer erfolgen. Ergebnis: Bei insgesamt 6 Patienten mit V. a. portaler Hypertension vor geplanter TIPS-Anlage wurde im Rahmen der Endosonographie eine direkte Druckmessung durch eine transgastrale Punktion der Gefäße vorgenommen und mit den Messungen, die im Rahmen der anschließenden TIPS Anlage verglichen. Es zeigten sich hierbei vergleichbare hohe Druckgradienten (±5 mmHg). Keine Komplikationen traten bei der EUS gesteuerten Punktion und Messung auf. Schlussfolgerung: Durch die oben beschriebene neue Methode ist es möglich einfach und schnell eine invasive Messung des Pfortaderdruckgradienten im Rahmen einer Endoskopie durchzuführen und somit einen sehr wichtigen Parameter in der Risikobeurteilung und Therapiesteuerung bei portaler Hypertension zu erheben. Dieser Wert war bislang nur über das aufwendigere Verfahren der Leberverschlußdruckmessung zu erheben. Die Endosonographie mit Punktion ist in geübter Hand ein sicheres
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Abstracts der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen komplikationsarmes Verfahren. Weitergehende Evaluation der Methode im Rahmen einer Studie ist nun erforderlich um den Stellenwert und die Sicherheit dieses neuen Verfahrens einzuordnen.
Die Rolle von microRNAs als Regulatoren der epithelialmesenchymalen-Transition und als Biomarker beim duktalen Pankreasadenokarzinom Träger M.1, Rehkämper J.2, Steinestel K.2, Vowinkel T.1, Wardelmann E.2, Senninger N.1, Dhayat S. 1 1 Universitätsklinikum Münster, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland, 2Universitätsklinikum Münster, Gerhard-DomagkInstitut für Pathologie, Münster, Deutschland Einleitung: Das duktale Pankreasadenokarzinom (PDAC) ist eine der tödlichsten Tumorentitäten weltweit aufgrund später Diagnose, raschem Tumorprogress und früher Metastasierung. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt in der westlichen Welt bei lediglich 7 % (2015). Der Prozess der epithelial-mesenchymalen-Transition (EMT) spielt bei der Metastasierung mit Tumorzellinvasion und -migration eine bedeutende Rolle. Als entscheidende epigenetische Regulatoren der EMT konnten verschiedene microRNAs identifiziert werden. Ziele: Analyse EMT-spezifischer microRNAs und ihrer Zielproteine in Gewebe- und Blutproben auf a. ihre Rolle bei der Regulation der epithelial-mesenchymalen-Transition und b. ihr Potential als diagnostische und prognostische Biomarker beim duktalen Pankreasadenokarzinom. Material und Methoden: Monozentrische Biodatenbank Analyse von Patienten mit I. PDAC Internationale Contre le Cancer (UICC) Stadium II, III und IV (Gewebe: n = 65, Blut: n = 48) II. chronischer Pankreatitis (Gewebe: n = 21, Blut: n = 13) III. gutartiger, nicht-entzündlicher Pankreaspathologie (Gewebe: n = 30) und IV. gesunden Kontrollen (Blut: n = 17). MicroRNA Expressionsanalyse mittels qRT-PCR aus makrodissezierten Gewebe- und Blutserumproben. Immunhistochemische Tissue Microarray Analyse beziehungsweise ELISA auf EMT-Zielproteine. Korrelation der molekularbiologischen Ergebnisse mit klinisch-pathologischen Faktoren. Ergebnisse: Vorläufige Ergebnisse zeigen eine signifikante Deregulation EMT-spezifischer microRNAs und ihrer Zielproteine (p < 0,05) bei Patienten mit PDAC verglichen mit Kontrollgruppen. Vergleichbare Ergebnisse konnten sowohl in Gewebe-, als auch in Blutproben erzielt werden. Die microRNA Expression korrelierte nicht mit dem Alter, dem Geschlecht oder der chirurgischen Methode. Schlussfolgerung: EMT-spezifische microRNAs erweisen sich in unserem Patientenkollektiv als diagnostische und prognostische Biomarker bei PDAC. Dabei spielen sie im Rahmen der Karzinogenese des PDAC eine Schlüsselrolle. Dieser regulatorische Einfluss macht sie für weitere Forschung hinsichtlich ihres Nutzens als Biomarker und ihres therapeutischen Potentials höchst interessant.
Posterpräsentation Bedarfsorientierte Therapie mit Gaviscon dual als add-on bei Patienten mit chronischer GERD und unzureichendem PPI-Effekt Müller M., Borkenstein D.-P., Labenz J., LOPA-Studiengruppe Diakonie Klinikum Jung-Stilling, Medizinische Klinik, Siegen, Deutschland Hintergrund: Etwa jeder 5. Deutsche leidet unter relevanten Refluxbeschwerden. 46 % der Patienten mit einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) leiden trotz der leitliniengerechten Standardtherapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) weiter unter Refluxbeschwerden.
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Diese unzureichende Symptomkontrolle führt zu einer Einschränkung der Lebensqualität. Postprandial bildet sich eine Säureschicht auf dem Mageninhalt („Acid pocket“). Alginat setzt sich als Schutzbarriere auf die „Acid pocket“ und verhindert so mechanisch Reflux in den Ösophagus. Außerdem neutralisiert es die Magensäure. Untersucht werden soll, ob eine bedarfsorientierte Therapie mit Gaviscon als add-on Therapie bei GERD-Patienten mit bestehender PPI-Therapie die Therapiezufriedenheit verbessert. Patienten und Methode: In einer prospektiven Beobachtungsstudie in 13 hausärztlichen Praxen werden Patienten mit einer chronischen GERD und einer mindestens einjährigen PPI-Einnahme, die mit ihrer Therapie unzufrieden sind, mit Gaviscon dual bei Bedarf (bis zu 4x2 Sachets) über 14 Tage behandelt. Vor und nach der add-on Therapie geben die Patienten ihre Therapiezufriedenheit auf einer 5-stufigen Likertskala an. Ergebnisse: In die noch laufende Studie wurden bisher 91 Patienten aufgenommen. Die Daten von 87 Patienten konnten ausgewertet werden. Die Daten von vier Patienten waren inkomplett und wurden ausgeschlossen. Das Alter der Studienteilnehmer lag im Median bei 55 Jahren (18–85 Jahre). 37 der Studienteilnehmer waren männlich und 50 weiblich. 58 der 87 Patienten (67 %) gaben eine Verbesserung der Therapiezufriedenheit um mindestens eine Stufe auf der 5-stufigen Likertskala an (1 Stufe n = 24, 2 Stufen n = 21, 3 Stufen n = 10, 4 Stufen n = 3). Zusammenfassung: Die bedarfsweise add-on Therapie mit Gaviscon dual verbessert die Therapiezufriedenheit bei zwei Dritteln chronischer GERDPatienten, die mit einer alleinigen PPI-Therapie unzufrieden sind und stellt somit eine neue Therapieoption dar.
Isolierte Ferritin-Erhöhung bei einer 18-jährigen Frau Haarmann K. Katharinen Hospital Unna, Innere Medizin I, Unna, Deutschland Die Patientin stellte sich uns zur Abklärung eines erhöhten Ferritin-Wertes vor. Dieser war im Rahmen einer Untersuchung bei Haarausfall mit dem V. a. einen Eisenmangel festgestellt worden. Aus der Familienanamnese ergab sich, dass auch bei der 13-jährigen Schwester der Patientin im Rahmen der J1-Untersuchung ein erhöhter Ferritin-Spiegel festgestellt wurde. Zudem leide die Tante der Patientin unter einer Hämochromatose unbekannten Typs, welche mit Aderlässen behandelt würde und im Alter von >40 Jahren diagnostiziert wurde. Die Patientin beklagt neben einer leichten Abgeschlagenheit keine Beschwerden. Sie verneint Gelenkbeschwerden. Ihre Periode sei regelmäßig, bei Einnahme oraler Kontrazeption jedoch nicht stark. Der körperliche Untersuchungsbefund ist unauffällig. Es ergeben sich keine Hinweise auf eine chronische Entzündung etwa der Gelenke oder neurologische Auffälligkeiten. Die Abdomensonographie und Echokardiographie zeigten einen altersentsprechenden Normalbefund. In der Laboranalytik zeigte ein mit 828 ng/ml deutlich erhöhter FerritinSpiegel. Die Transferrin-Sättigung lag im Normbereich, sodass eine klassische Hämochromtose des Erwachsenen- und Jugendalters auszuschließen war. In Rahmen der Abklärung einer evtl. chronischen Entzündungsreaktion bestimmten wir CRP, Leukozyten und BSG, diese waren sämtlich unauffällig. In Zusammenschau der Befunde bleiben als Differentialdiagnosen eine Hämochromatose Typ 4. Zudem die Aceruloplasminämie, welche sich mit neurologischen Symptomen äußert. Weder bei der Patientin, noch ihrer Schwester oder Tante lagen solche Beschwerden vor. Darüber hinaus blieb die Differentialdiagnose des Hyperferritinämie-Katarakt-Syndroms. Hierbei handelt es sich um eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung mit Erhöhung des Ferritinwertes und zusätzlicher Einlagerung von Leichtketten des Ferritins in der Augenlinse. Ursächlich ist hierbei eine Mutation der 5’-nichttranslatierten Region des FTL-Gens, welche zu einer Überproduktion der Ferritin-Leichtketten führt.
Wir stellten die Patientin augenärztlich vor und es zeigten sich beidseitige Katarakte mit fleckförmiger Trübung, welche zur dem Bild bei einem Hyperferritinämie-Katarakt-Syndrom passten. Die Prognose der Erkrankung ist gut, da lediglich die Augenlinse betroffen ist und hier im Falle von Sehstörungen eine Behandlung durch Katarakt-OP erfolgen kann. Die Prävalenz dieser Erkrankung wird mit < 1/1.000.000 angegeben.
Hepatische Splenose Emminghaus R.1, Tannapfel A.2, Schrottmann K.1 1 Katharinen Hospital Unna, Innere Klinik I/Gastroenterologie, Unna, Deutschland, 2Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Pathologie, Bochum, Deutschland Es erfolgte die Vorstellung einer 25 jährigen Patientin zur Evaluation eines unklaren Leberrundherdes. Die Raumforderung war in einer MRT aufgefallen. Es fand sich hier eine 2,5 cm messende, in der T2-Wichtung kaum Kontrastmittel aufnehmende, hyperintense, scharf begrenzte Raumforderung. Anamnestisch besteht Z. n. Cholezystektomie, sowie Z. n. Splenektomie. Der genauere Grund der Splenektomie ließ sich nicht eruieren. Des Weiteren findet sich eine Adipositas. Keine Medikamenteneinnahme, keine Lebererkrankungen. Die B-Bild Sonographie zeigte eine echoarme, scharf begrenzte, subkapsuläre Läsion von 2,5 cm. Die KM Sonographie (CEUS) zeigte einen früharteriell hyperperfundierten Herd. Die früharteriellen Phase ergab kein spezifisches Anflutungsmuster i. S. einer fokal nodulären Hyperplasie (FNH) oder eines Hämanigioms. Kein Nachweis eines Spät-Phasen Wash-out. Primär stellten wir den Verdacht auf ein Leberzelladenom, mit der Differentialdiagnose eines gut differenziertes HCC. Die histologische Sicherung erfolgte zum Ausschluss eines HCC und zur Subtypenanalyse des gegebenenfalls vorliegenden Leberzelladenoms (klassischer HNF1α-inaktivierter Typ, inflammatorischer Subtyp oder, mit erhöhtem Entartungsrisiko vergesellschaftetem, β-Catenin aktivierter Subtyp). Histologisch zeigte sich der Befund von regelrechtem Milzgewebe. Somit handelte es sich um eine hepatischen Splenose (versprengtes Milzgewebe), welches der anamnestisch zu eruierenden Milzextirpation vor etlichen Jahren zuzuschreiben ist. Die Literaturrecherche zeigte einzelne Fallberichte hepatischer Splenosen, mit stets hypervaskularisierten Lebertumor, welcher bei entsprechender Risikokonstellation für das Vorliegen eines HCC (Zirrhose, Hepatitis B/C) gehäuft auch, falls innerhalb der Mailand Kriterien liegend, primär operativ entfernt wurden. In fast allen Fällen fand sich eine Splenektomie, meistens auf dem Boden eines Traumas, in der Vorgeschichte. Da sich bei begründetem Verdacht und entsprechender Risikokonstellation bzgl. eines HCC häufig, leitlinienkonform, auf eine histologische Sicherung zur Vermeidung von Stichkanalmetastasen verzichtet wird, sollte zukünftig bei Patienten mit o. g. Risikokonstellation, hypervaskularisiertem Leberrundherd und Splenktomie in der Vorgeschichte ggfs. eine Erythrozytenszintigraphie mit TC-99-m markierten Eigenerythrozyten durchgeführt werden. Hiermit ließe sich spezifisch versprengtes Milzgewebe nachweisen und somit unnötige Operationen vermeiden.
Differentialindikationen zur Cholangioskopie – Erfahrungen mit dem Boston Scientific Spyglass DS Beeck A., Hügle U., Dormann A. Städt. Kliniken Köln, Gastroenterologie Kliniken Köln, Innere Medizin KH Holweide, Köln, Deutschland Fragestellung: Die Einführung der letzten Generation der modularen Cholangioskopie im Jahre 2015 brachte den wesentlichen Durchbruch in Aufbau, Handhabung und Bildqualität. Über die Visualisierung von Veränderungen im Radiogramm ergeben sich damit neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung der Gallenwege. Dabei kann der Untersucher während der ERC abhängig vom Verlauf die Indikation zur Cholangioskopie stellen. Seit dem Juli 2015 führten wir weit
über einhundert Untersuchungen in der Gastroenterologie Köln an den Standorten Köln-Merheim und -Holweide durch. Dieser Beitrag berichtet über die verschiedenen Differentialindikationen zur Cholangioskopie mit entsprechenden Bild- und Videobeispielen. Methodik: Sichtung der Cholangioskopien seit 07/2015 Ergebnis: Die Cholangioskopie hat entscheidenden Einfluss auf den diagnostischen bzw. therapeutischen Pfad beispielsweise bei der Klärung der Dignität von Stenosen oder sichtgesteuerten Lithotripsie von Konkrementen Schlussfolgerung: In den genannten Indikationen wird die Cholangioskopie einen festen Stellenwert im Behandlungspfad einnehmen.
Mehrfaches passageres Stenting mit vollgecoverten selbstexpandierenden Gallengangsstents (FCSEMS) bei 2 Patienten mit hochsitzender benigner Ösophagusstenose Geiter U., Dormann A. Kliniken der Stadt Köln, Gastroenterologie, Köln, Deutschland Einleitung: Wir berichten über 2 Patienten mit benigner hochsitzender Ösophagusstenose nach kurativ intendierter Karzinombehandlung. Bei dem ersten Patienten handelt sich um einen 57-jährigen Mann mit Z. n. Larynektomie und Radiatio bei Larynx-Ca (pT4, pN2, M0) der postoperativ bzw. nach Radiatio eine cervicale Ösophagusstenose entwickelte. Im 2. Fall kam es nach definitiver Radiochemotherapie eines hochsitzenden Ösophagus-Ca (PEC, cT3, pN1, cM0) zu einer radiogenen Ösophagusstenose. In beiden Fällen kam es trotz mehrfacher Dilatationsbehandlungen zu einer persistierenden Dysphagiesymptomatik, so dass wir uns für das Konzept einer passageren Stentimplantation entschieden. Aufgrund des geringen Lumendurchmessers der Stenosen erfolgte der Einsatz von vollgecoverten Gallengangsstents (SEMS). Material und Methoden: In beiden Fällen wurden jeweils vollgecoverte selbstexpandierende Metallstents (FCSEMS) eingesetzt, wobei aufgrund des geringen Lumendurchmessers Gallengangsstents (Wall Flex®, Boston Scientific) mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Länge von 40– 80 mm verwendet wurden. Die Implantation erfolgte in „over the wire“Technik. Nach einer Liegedauer zwischen 10–57 (Pat. 1) bzw. 34–42 (Pat. 2) Tagen wurden die Stents elektiv entfernt. Die Implantation erfolgte z. T. in geplanten Abständen und z. T. symptomorientiert. Bei Patient 1 wurden insgesamt 10 Stents bei Patient 2 2 Stent implantiert. Ergebnisse: Durch das Konzept einer passageren Implantation von vollgecoverten selbstexpandierenden Gallengangsstens (FCSEMS) bei 2 Patienten mit benigner hochsitzender Ösophagusstenose, konnte in beiden Fällen einer Verbesserung der Dyphagiesymptomatik erreicht werden. Die Möglichkeit den eigenen Speichel sowie Flüssigkeiten zu schlucken, bedeutet für die Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität. Schlussfolgerung: Die passagere Implantation von vollgecoverten selbstexpandierenden Gallengangsstents (FCSEMS) nach frustraner Dilatationsbehandlung bei benignen hochsitzenden Ösophagusstenosen stellt eine mögliche Therapiealternative dar. Ob ein zeitlich festgelegter Stentwechsel oder ein symptomorientierter Wechsel „on demand“ vorzuziehen ist, muß in weiteren Untersuchungen gezeigt werden.
Aggressive clinical course of an Osteoclast-Like Giant Cell Tumor of the Liver: report of a case and review of the literature Sorleto M.1, Wille K.2, Elhabash S. 3, Wuttig H.4, Timmer-Stranghöner A.1, Gartung C.1, Gerdes B.3 1 Department of Internal Medicine, Division of Gastroenterology and Hepatology University Hospital, Minden, Germany, 2Department of Internal Medicine, Division of Oncology University Hospital, Minden, Germany, 3Department of Surgery, University Hospital, Minden, Germany, 4 Department of Internal Medicine, Division of Cardiology University Hospital, Minden, Germany Osteoclast-like giant cell tumor (OGCT) of the liver is an extremely rare tumor. Most lesions usually involve the bone and this unusual tumor rarely
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Abstracts der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen affects the alimentary tract. Those neoplasms frequently show an inhomogeneous appearance with cystic structures and generally are composed of two distinct cell populations: a mononuclear cell population and osteoclastic tumor giant cells of uncertain lineage. In light of the rarity of these tumors, to date around 16 cases involving the liver have been reported in literature. Here we summarize our experience according to a 78-year-old man with an over 6 cm sized Osteoclast-like giant cell tumor in the 6th segment of the liver causing abdominal pain. Subsequently, a complete anat omical R0-segment VI surgical resection was performed. Histologically, the tumor mainly consisted of osteoclast-like giant cells and Immunohistochemical studies showed that the giant cells were immunoreactive for CD 68, but negative for cytokeratin. Two months later, the tumor recurred with hepatic and pulmonary metastatic lesions. Additionally, there were signs of peritoneal and bone metastasis in the Computerized tomography-scan. Due to reduced performance status, the patient was not feasible for palliative chemotherapy. Instead, a therapy with Denosumab, comparable to treatment of Giant-cell tumors of the bone, was introduced. Unfortunately, the patient died 2 months later as a result of progressive disease. According to the current data, Osteoclast-like giant cell tumor of the digestive tract is a very aggressive malignant tumor, and many patients died shortly after diagnosis. In our case, a therapy according to treatment of Giant-cell tumors of the bone, with the monoclonal antibody against RANKL (Denosumab)) was not effective. To better define the patient’s characteristics and treatment options of this rare tumor, a systematic review of the available literature in PubMed was performed.
Hepatitis E-Verlauf bei einem immunsupprimierten Patienten mit Autoimmunhepatitis und rheumatoider Arthritis Thodou V., Büchter M., Gerken G., Kahraman A. Uni Klinik Essen, Gastroenterologie, Essen, Deutschland Einleitung: Das Hepatitis E-Virus ist ein kleines RNA-Virus, das als die häufigste Ursache einer akuten Hepatitis in Entwicklungsländer gilt. Jedoch steigt auch die Zahl der gemeldeten Fälle in Europa und in Deutschland deutlich an, so dass es in der Differenzialdiagnose einer akuten Hepatopathie routinemäßig mit untersucht werden sollte. Die Hepatitis E-Infektion variiert zwischen einem unkomplizierten Verlauf und einer spontan ausheilenden akuten Hepatitis bis zum akuten Leberversagen bei Patienten mit vorbestehender Leberschädigung. Besonders interessant ist ihr Verlauf bei immunsupprimierten Patienten, da sie zu einer chronischen Hepatitis führen kann. Fall-Präsentation: Ein 62-jähriger Patient wurde im Februar 2016 in unserer Klinik stationär aufgenommen zur Abklärung erhöhter Transaminasen. Bei dem Patienten bestanden langjährige Autoimmunerkrankungen mit rheumatoider Arthritis (in Remission unter Tocilizuab-Therapie), Autoimmunthyreoiditis, Hypereosinophilie sowie ein Hyper-IgG4-Syndrom. Laborchemisch zeigten sich bei der Aufnahme eine GOT von 574 U/l sowie eine GPT von 864 U/l. Der ANA-Titer war zeitgleich mit 1:320 erhöht. Die mittels Mini-Laparoskopie gewonnene Biopsie ergab ein Bild passend zur Autoimmunhepatitis. Es erfolgte eine Cortison-Stoßtherapie von 250 mg an drei aufeinanderfolgenden Tagen, gefolgt von einem langsamen Ausschleichen der Steroide. Hierunter kam es zu einem Abfall der GOT, der Abfall der GPT war deutlich verzögert. Der ANA-Titer normalisierte sich. Zu dem Zeitpunkt ließ sich eine akute Hepatitis E-Infektion mit einem RNA-Titer von 6’280 Kopien/ml diagnostizieren. Wegen der ausgeprägten Autoimmunität wurde trotz dieser Befunde die immunsuppressive Therapie fortgeführt. Es erfolgten regelmäßige Kontrollen der Hepatitis E-Viruslast. Die HEV-RNA war nach 2 Monaten nicht mehr quantifizierbar, der IgM-Titer wurde interessanterweise erst nach 13 Monaten negativ. Diskussion: Eine akute Hepatitis E kann bei immunsupprimierten Patienten zu einer chronischen Hepatitis führen. In den Fällen, wo die immunsuppressive Therapie nicht deeskaliert werden kann, ist ein engmaschiges Monitoring der HEV-RNA zu empfehlen und ggf. ist die Einleitung einer antiviralen Therapie mit Ribavirin erforderlich.
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Hypergammaglobulinämie und Hypalbuminämie sind prädiktiv für ein Sekundärversagen der anti-TNFα Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Schoenefuss F.1, Hoffmann P.1,2 1 Kliniken Essen Mitte, Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetologie, Essen, Deutschland, 2St. Josef Hospital Bochum, Ruhr Universität, Gastroenterologie, Bochum, Deutschland Hintergrund: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können effektiv durch eine Biologikatherapie mit anti-TNFα Antikörpern behandelt werden. Ein Großteil der Patienten erleidet im Behandlungsverlauf einen Wirkverlust mit der Folge eines Sekundärversagens (SLR). Mögliche Biomarker, die zu Beginn der Behandlung eine Vorhersage über den Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit der anti-TNFα Therapie ermöglichen, sind Gegenstand aktueller Forschung. In unserer Arbeit wurden die Serumspiegel von Albumin und Gammaglobulinen mit dem Therapieansprechen einer anti-TNFα Therapie bei CED untersucht. Methoden: Prospektiv wurden Patienten eingeschlossen, die in unserer Abteilung zwischen 2007 und 2016 erstmalig bei CED eine Biologikatherapie mit Infliximab oder Adalimumab erhielten. Bei allen Patienten wurde vor Therapieeinleitung eine Bestimmung von Serumalbumin und Gammaglobulinen durchgeführt. Ein SLR wurde als Notwendigkeit für eine Dosiserhöhung oder eine Verkürzung des Therapieintervalls nach einem initialen Ansprechen auf die Induktionstherapie definiert. Ergebnisse: 82 Patienten (42 Frauen, 40 Männer; Alter 39.5 ± 13.5 Jahre) wurden in die Studie eingeschlossen (65 Morbus Crohn, 17 Colitis ulcerosa). 60 Patienten (73,2 %) wurden erstmalig mit Infliximab und 22 Patienten (26,8 %) mit Adalimumab behandelt. 7 Patienten (8,5 %) hatten ein Primärversagen, 29 Patienten (35,4 %) eine anhaltende Remission und 46 Patienten (56,1 %) entwickelten ein SLR. Die mittlere Zeit bis zum SLR betrug (25.7 ± 16.1 Monate). Die Albuminwerte waren in der Patientengruppe mit anhaltender Remission signifikant höher als in der SLRGruppe (37.6 ± 1.3 g/dl vs. 34.4 ± 0.7 g/dl; p < 0.05). Patienten mit SLR hatten höhere Gammaglobulinspiegel verglichen mit der Remissionsgruppe (17.41 ± 0.9 g/dl vs. 12.8 ± 0.9 g/dl). Diskussion: Unsere Daten unterstützen bisherige Ergebnisse, dass niedrige Albuminspiegel zu Beginn einer anti-TNFα Therapie mit einem Therapieversagen assoziiert sind. Hohe Gammaglobulinspiegeln vor einer anti-TNFα Therapie bei CED haben vermutlich ebenfalls eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen SLR. Erhöhte Gammaglobulinspiegel zeigen eine erhöhte B-Zell Aktivität mit entweder einem höheren Risiko für die Produktion von anti-drug Antikörpern an oder repräsentieren einen Phänotyp der Erkrankung, der ein geringeres Ansprechen auf eine antiTNFα Behandlung zeigt.
BARRX-Ablationsverfahren bei größeren Gefäßneubildungen bzw. mukosalen Defekten Okcu S. 1, Huegle U.2, Dormann A.2 Krankenhaus Holweide, Medizinische Klinik, Köln, Deutschland, 2 Krankenhaus Holweide, Köln, Deutschland
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Einleitung: Die APC-Therapie bei flächenhaften mukosalen Defekten ist sehr zeitaufwändig und durch die nicht steuerbare Eindringtiefe der Thermoablation mit Komplikationen vergesellschaftet. Als alternatives Verfahren stellt sich die Radiofrequenzablation mit dem BARRX-Halo-System dar. Dieser Beitrag berichtet über drei Indikationen zur Radiofrequenzablation mit entsprechenden Fallbeispielen. Methodik: Es wurden im Beobachtungszeitraum von 01/2016 bis 2/2017 alle Eingriffe mit einer Radiofrequenzablation bei Blutungskomplikationen in unserer Klinik analysiert. Bei 8 Patienten (6 Patienten mit GAVESyndrom, 1 Patientin mit Teleangiektasie im Rektum, 1 Patientin mit Strahlenproktitis) wurde eine Radiofrequenzablation mit dem BARRXAblationsverfahren erfolgreich eingesetzt. Hierbei handelte es sich um insgesamt 9 Eingriffe. Ergebnis: Die RFA mittels BARRX bei Barrettösophagus mit Dysplasien hat sich in den letzten Jahren fest etabliert. Als nicht neoplastische Ein-
satzoption wurde die RFA mit BARRX alternativ zur APC-Therapie bei den oben genannten Indikationen durchgeführt. Parameter zur Verlaufskontrolle waren der HB-Verlauf und das Sistieren von peranalen Blutabgängen, ggf. auch die Transfusionspflichtigkeit. Einzelheiten entnehmen Sie den jeweiligen Diagrammen. Schlussfolgerung: Die APC-Therapie ist immer noch Goldstandard bei Angiodysplasien im GI-Trakt. Bei flächenhaften mukosalen Defekten wie Strahlenproktitis sowie ausgedehnten Neovascularisationen im Magen oder Kolon wie GAVE-Syndrom oder Teleangiektasien ist die APC-Therapie sehr zeitaufwändig und mit mehr Komplikationen wie Strikturen oder Ulcerationen verbunden. Hier stellt sich die RFA-BARRX-Methode als sehr gute Therapiealternative dar.
Endoskopische Papillotomie mit Gastroskop und Distanzkappe bei schwer zugänglicher Papille in juxtapapillärem Duodenaldivertikel Kaizl I., Peitz U. Raphaelsklinik, Medizinische Klinik II, Münster, Deutschland Fragestellung: Juxtapapilläre Duodenaldivertikel erschweren häufig die ERCP, insbesondere bei verborgener Lage der Papille innerhalb des Divertikels. Neben Verwendung unterschiedlich konfigurierter Papillotome können folgende Manöver zum Hervorluxieren der Papille die Sondierung der Papille unterstützen: Unterspritzung der Mukosa innerhalb des Divertikels, Reduzieren der Gasinsufflation, Verwendung von CO2, Raffen der Mukosa außerhalb des Divertikel, z. B. mit Clips., u. a.. Methoden: Bei 4 Patienten mit obstruktiver Cholestase (n = 3 Choledocholithiasis, n = 1 maligne D. choledochus-Stenose), bei denen wir trotz verschiedener Manöver mittels Duodenoskop die Papille nicht sondieren konnten, stellten wir die Papille mit einem Gastroskop (GIF H180, Olympus, Hamburg) und aufgesetzter Distanzkappe dar. Die Kappe ist für die ESD konfiguriert (D-201, Olympus, Hamburg). Ergebnisse: In drei Fällen gelang die Lokalisation der Papille leicht, in einem Fall erst bei einem zweiten Versuch am Folgetag. In allen Fällen war eine Sondierung mit Papillotom und Führungsdraht durch das Gastroskop nicht möglich. Jedoch konnten wir mit einem Nadelpapillotom die Papille mittels Vorschnitt eröffnen und dann nach erneutem Wechsel auf ein Duodendoskop eine Sondierung der Gallenwege und die geplante Intervention erreichen. Eine Papillotomieblutung konnte mit dem Papillotom gestillt werden, sonst blieben die Prozeduren komplikationslos Schlussfolgerung: Der geringere Durchmesser und insbesondere die bessere Angulierungsmöglichkeit des Gastroskops im Vergleich zum Duodenoskop ermöglichte die Passage der Endoskopspitze in das Divertikel und damit eine kürzere Distanz zur Papille. Die Distanzkappe ist unabdingbar um eine Position der Optik senkrecht zur Papille und Bewegungsfreiheit für das Nadelpapillotom zu erreichen. Die Methode kann bei Versagen der ERCP mit Duodenoskop empfohlen werden.
Casereport: Ösophagusperforation – endoskopische Vakuumtherapie und Myotomie bei 94jähriger Patientin Triller C. Städt. Krankenhaus Heinsberg, Innere Medizin/Gastroenterologie, Heinsberg, Deutschland Eine 94-jährige Pat. wurde mit Zeichen einer Cholangitis bei Cholelithiasis aufgenommen. Es lag eine ausgeprägte Multimorbidität vor. Aufgrund einer Hüftgelenksorthese links erfolgte eine Endosonographie in Rückenlage. In diesem Rahmen kam es zu einer Ösophagusperforation direkt unterhalb des oberen Ösophagusspinkters. Ein Zenker-Divertikel lag nicht vor. Unmittelbar erfolgte die Einlage eines endoluminalen Vakuumsystems (Eso-SPONGE®). Die Anlage erfolgte zunächst im Ösophagus (intraluminal) um eine weitere Vergrößerung der Dehiszenz zu vermeiden.
Es erfolgte ein kontinuierlicher Sog -60 mmHg über Vakuumpumpe. Aufgrund des Alters und der Komorbiditäten wurde eine konservative Vorgehensweise entschieden. Beim ersten Wechsel an Tag 3 zeigte sich im Ösophagus ein ausgeprägtes Granulationsgewebe, die Dehiszenz war jedoch aufgrund der hohen Lage nicht erfasst. Es kam zu Eiteraustritt. Die Neuanlage des Schwammsystems erfolgte nun intrakavitär. Der nächste Wechsel erfolgte an Tag 8. Die Wundhöhle zeigte Fibrinbelag, Eiteraustritt, eine Taschenbildung und beginnende Granulation. An Tag 11 erfolgte der nächste Wechsel, Eiter war nicht mehr nachweisbar. Es zeigte sich deutliches Granulationsgewebe. Beim nächsten Wechsel an Tag 15 kam es zu einem Abriss des Drainageschlauches. Der Schwamm verblieb in der Wundhöhle, aufgrund von Einwachsen in das Granulationsgewebe. Über dem Schwamm erfolgte eine Myotomie zum Ösophaguslumen hin mittels Clutch-Cutter. Die Schwammreste wurden mittels Fasszange und Schlinge mobilisiert und entfernt. Die Wundhöhle zeigte eine regelrechte Granulation und gute Durchblutung, nur noch distal zeigte sich eine Nischenbildung, die mittels Fibrinkleber verschlossen wurde. Durch die Myotomie war die Wundhöhle zum Lumen hin komplett eröffnet. Bei der Abschlusskontrolle Tag 21 zeigten sich regelrechte Wundverhältnisse. Die ehemalige Perforationshöhle war zum Lumen hin komplett obliteriert, keine Taschenbildung, der Wundgrund mit Granulationsgewebe und Fibrin bedeckt. Die Cholangitis war unter Antibiotikatherapie rückläufig und erforderte keine Intervention mehr. Die Patientin konnte mit passierter Kost entlassen werden und war schmerzfrei. Fazit: Die endoluminale Vakuumtherapie ist auch bei multimorbiden Patienten effektiv. Eine organisierte Perforationshöhle kann mittels Myotomie zum Lumen hin eröffnet werden und obliterieren. Auch bei prograder Endosonographie sollte bei Risikopatienten eine Standardgastroskopie vorgeschaltet werden.
Neoadjuvante Chemotherapie oder Radiochemotherapie bei Patienten mit cT3NxM0 Adenokarzinom des Ösophagus? Propensity Score Vergleich Babic B., Bollschweiler E., Hölscher A. H. Agaplesion Markus Krankenhaus, Zentrum für Speiseröhren und Magenchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland Zielsetzung: Drei ältere randomisierte Studien zum Vergleich neoadjuvante Chemotherapie mit oder ohne Radiatio beim Adenokarzinom des Ösophagus haben einen geringen Vorteil für die kombinierte Radiochemotherapie gezeigt. Ziel dieser Studie war es Unterschiede hinsichtlich Ansprechen und Prognose zwischen Patientengruppen mit modernen Behandlungsprotokollen herauszufinden. Methode: Zwischen 2011 und 2015 wurden 137 Patienten mit cT3NxM0 (Typ AEG I oder AEG II) neoadjuvant behandelt. Danach erfolgte eine laparoskopische Gastrolyse und transthorakale en-bloc Ösophagektomie mit hoch intrathorakaler Ösophagogastrostomie. 70 % erhielten eine neoadjuvante Radiochemotherapie nach dem CROSS Protokoll und 30 % eine Chemotherapie nach dem FLOT-Protokoll. Nach propensitiy score matching wurden 40 Patienten der CROSS Gruppe mit 40 Patienten der FLOT Gruppe verglichen. Ergebnisse: Beide Gruppen waren hinsichtlich der matching Kriterien Alter, Geschlecht, Tumorlokalisation und Jahr der Operation vergleichbar. Eine R0-Resektion konnte in 97 % der Patienten mit CROSS und 85 % der Patienten nach FLOT erreicht werden (p = 0,049). Ein Major Response des Primärtumors (< 10 % vitale Tumorzellen) fand sich häufiger in der CROSS (43 %) als in der FLOT-Gruppe (27 %). Die Rate an ypN0 betrug 68 % nach CROSS und 40 % nach FLOT (p = 0,014). Die 3-Jahres Überlebensrate war zwischen beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich (CROSS 42 % vs. FLOT 37 %). In der multivariaten Analyse war nur die ypN-Kategorie ein unabhängiger prognostischer Faktor. Der Gastroenterologe 4 · 2017
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Abstracts der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen Schlussfolgerung: Im Vergleich zur neoadjuvanten FLOT-Chemotherapie führt die Radiochemotherapie nach CROSS bei cT3NxM0 Adenokarzinom AEG Typ I und II zu einem besseren Ansprechen des Primärtumors und weniger Lymphknotenmetastasen, jedoch ohne Auswirkung auf die Prognose.
Klinische Anwendung der Infrarot-Fasersonden-Spektroskopie zur Abgrenzung benigner Kolonmukosa von kolorektalen Karzinomen und zur Bestimmung des Differenzierungsgrades Ollesch J.1, Zaczek M.2, Heise H. M.3, Theisen O.3, Großerüschkamp F.3, Schmidt R.2, Morgenroth K.4, Philippou S. 4, Kemen M.5, Gerwert K.3 1 PURE, RUB, Bochum, Deutschland, 2Ev. Krankenhaus, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Herne, Deutschland, 3Institut für Biophysik RUB, Bochum, Deutschland, 4Institut für Pathologie Augusta Krankenanstalten, Bochum, Deutschland, 5Ev. Krankenhaus, Herne, Deutschland Problem: Die definitive Diagnosestellung eines kolorektalen Karzinoms erfolgt durch die histologische Untersuchung einer meist koloskopisch gewonnenen Probe durch den Pathologen. Die Fourier-TransformInfrarot(FTIR)-Spektroskopie stellt entgegen der konventionellen histopathologischen Untersuchung ein seit langem etabliertes Verfahren zur Analyse einer biologischen Zusammensetzung dar, das keiner speziellen Färbung des Gewebes bedarf. Sie ist in der Lage nicht nur eine Gewebeentität, sondern auch Gewebezustände durch Erfassung eines spektroskopischen Merkmal-Musters zu differenzieren, die bei Vorliegen von krankhaften Veränderungen, wie einer malignen Entartung, eintreten. Die Abgrenzung benigner Kolonmukosa von einem kolorektalen Karzinom ist unter Laborbedingungen bereits erfolgreich durchgeführt worden. Die Analysen erforderten allerdings einen erheblichen technischen Aufwand und gingen mit langen Untersuchungszeiten einher. Die Intention die FTIR-Spektroskopie zur Diagnosestellung eines kolorektalen Karzinoms im klinischen Alltag zum Einsatz zu bringen, erforderte die Adaptation der Technik und der Abläufe an die klinischen Anforderungen sowie die Feststellung einer hinreichend hohen Sensitivität und Spezifität der Messungen in der Klinik. Methode: Die Operationspräparete wurden nach erfolgter Resektion eröffnet, mit Wasser gereinigt und das Lumen mit einem Phospatpuffer befeuchtet. Über benigner Schleimhaut sowie auf dem Tumorgewebe selbst wurden Spektren erfasst und analysiert. Die Präparate wurden anschließend der histopathologischen Untersuchung zugeführt worden. Mit Hilfe zweier unterschiedlicher Algorithmen, MRMR und Random forest, wurden relevante spektrale Merkmale zur Abgrenzung von benignem und malignem Gewebe, bzw. zur Erkennung des Differenzierungsgrades bestimmt. Die Testung dieser Merkmale erfolgte unter Einsatz zweier unterschiedlicher Klassifizierer, Random forest und LDA, durch eine Kreuzvalidierung zunächst nach dem „leave-one-third-out“ Schema. Anschließend wurde der beste Merkmalsatz an einem vollkommen unabhängigen Datensatz getestet. Ergebnis: Die spektrale Differenzierung der Dignität erfolgte im Rahmen der Kreuzvalidierung mit einer Sensitivität von 89 ± 7 % und Spezifität von 90 ± 7 %. Die Prüfung am unabhängigen Testdatensatz ergab eine Sensitivität von 83 % und Spezifität von 78 %. Die Abgrenzung von G1-G2 Tumoren von G3-4 gelang im Rahmen der Kreuzvalidierung mit einer Sensitivität von 80 ± 16 % und einer Spezifität von 81 ± 14 %.
Das extrahepatische Aneurysma der V. portae: was sollte der Viszeralmediziner wissen? Botsios S. 1,2, Spanagel M.3 Klinikum Oberberg – Kreiskrankenhaus Waldbröl, Klinik für Gefäßchirurgie, Waldbröl, Deutschland, 2Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland, 3Klinikum Oberberg – Kreiskrankenhaus Waldbröl, Abteilung für Radiologie, Waldbröl, Deutschland
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Hintergrund: Das Aneurysma der V. portae stellt eine sehr seltene klinische Entität dar. Die Aneurysmaruptur oder -Thrombose sowie die Kompres-
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sion von benachbarten Organen und die Entwicklung einer portalen Hypertension sind die gefürchtete Komplikationen von solcher Aneurysmen. Wir möchten anhand einer Kasuistik und unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur über das Behandlungsmanagement berichten. Kasuistik: Bei einem 60-jährigen Patienten wurde ein extrahepatisches Aneurysma der V. portae als Zufallsbefund duplexsonographisch festgestellt. Der Patient wurde in unserer Klinik zur weiterführenden Diagnostik vorgestellt. Anamnestisch war er durchgehend beschwerdefrei. Das Aneurysma mit einem maximalen Durchmesser von 4 cm wurde computertomographisch bestätigt. Der Patient wurde konservativ behandelt und eine regelmäßige Befundkontrolle empfohlen. Er zeigte nach 6 Monaten einen unveränderten Durchmesser des Aneurysmas und weiterhin keine Beschwerden. Schlussfolgerung: Seit 1956 wurden weniger als 200 Fälle eines Aneurysmas der Vena portae in der Literatur beschrieben. Aufgrund der Seltenheit des Aneurysma der V. portae gibt es kein standardisiertes Behandlungsmanagement. Ein konservatives Vorgehen erscheint bei fehlender Symptomatik und stabilem Aneurysma-Durchmesser gerechtfertigt.
Imitation eines Wundinfektes nach Nabelhernien-OP durch eine Umbilikalmetastase – der Sister Mary Joseph Knoten Luu A. M.1, Meurer K.1, Herzog T.1, Munding J.2, Uhl W.1, Braumann C.1 Katholisches Klinikum Bochum – St. Josef Hospital, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland, 2Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Institut für Pathologie, Bochum, Deutschland
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Zwei Patienten stellten sich mit einem verdickten und ulzerierenden Bauchnabel nach dortigem Bruchlückenverschluss in unserer Klinik vor. Sie beklagten ferner einen signifikanten und unbeabsichtigten Gewichtsverlust. Laborchemisch fielen deutlich erhöhte CA 19-9 Werte auf, sodass eine umfangreiche Diagnostik eingeleitet wurde. CT-morphologisch wurden in beiden Fällen hepatisch, peritoneal und umbilikal metastasierte Pankreasschwanzkarzinome nachgewiesen. Beide Patienten wurden palliativ behandelt und verstarben 2–3 Monate nach Diagnosestellung. Eine vorgeschichtliche Nabelhernien-OP legt zwar eine postoperative Komplikation bei ulzerösem Nabel nahe, sie sollte jedoch ein intraabdominelles Malignom differenzialdiagnostisch nicht außer Acht lassen. Nabelmetastasen, auch Sister Mary Joseph Knoten genannt, treten äußerst selten auf und sind mit einem fortgeschrittenen Tumorleiden und einer schlechten Prognose vergesellschaftet. Ein Sister Mary Joseph Knoten kann das erste Zeichen sein und sollte immer abgeklärt werden.
Diagnostische Fragen und chirurgische Antworten: Das Azinuszellzystadenom – Eine Rarität beim fortgeschrittenen VonHippel-Lindau Syndrom Fahlbusch T.1, Tannapfel A.2, Uhl W.1, Braumann C.1 1 UKRUB, St. Joseph Hospital, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland, 2UKRUB, Institut für Pathologie, Bochum, Deutschland Fragestellung: Das Von-Hippel-Lindau Syndrom ist durch eine Vielzahl von Manifestationsorten gekennzeichnet, diese können intra- und extrapankreatischer Natur und die Einordnung mittels Bildgebung schwierig sein. Methodik: Zur Verlaufskontrolle eines mehrfach gecoilten sakralen Hämangioblastoms einer 40-jährigen Frau wurde ein PET-MRT durchgeführt. Hier wurde der Verdacht auf eine retroumbilikale Metastasierung eines vermuteten pNET des Pankreaskopfes gestellt. Die umbilikale Raumforderung wurde zunächst laparoskopisch reseziert. Ergebnis: Die histologische Aufarbeitung ließ zunächst jedoch keine sichere Einordnung zu. In einem zweiten Schritt erfolgte eine Pankreaskopfresektion. Das Präparat wies sowohl ein pNET (Proliferationsrate < 1 %) so-
wie die Besonderheit diverser Azinuszellzystadenome auf. Nach Abgleich der Gewebeproben wurde die retroumbilikale, metastasenverdächtige Formation als Hämangiom klassifiziert. Schlussfolgerung: Obwohl intrapankreatische, seröse Zystadenome beim Von-Hippel-Lindau Syndrom häufig auftreten, sind Azinuszellzystadenome eine Rarität. Die operative Abklärung gewährleistete die größtmögliche Sicherheit der Patientin. Diagnostik und Therapie des VonHippel-Lindau-Syndroms stellen aufgrund multipler Raumforderungen unterschiedlicher Entität eine Herausforderung dar. Eine chirurgische Abklärung ist bei unklaren Befunden geboten.
Ciliaten Lipasen zur Behandlung der exokrinen Pankreasinsuffizienz Herzog T.1, Aldag I.2, Brock A.3, Schnekenburger J.3, Edskes S. 2, Hartmann M.2, Luu A.1, Uhl W.1 1 St. Josef Hospital Bochum, Ruhr Universität, Allgemein, und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland, 2Cilian AG Münster, Münster, Deutschland, 3Biomedizinisches Technologiezentrum der Medizinischen Fakultät Münster, Westfälische Wilhelms- Universität Münster, Münster, Deutschland Hintergrund: Patienten mit exokriner Pankreasinsuffizienz (EPI) benötigen als Substitutionstherapie enteral zugeführte Pankreasenzyme, die heute hauptsächlich aus Schweine- Pankreata hergestellt werden. Derart hergestellte tierische Enzympräparate werden von der FDA zunehmend kritisch bewertet. Ein Verbot existiert bisher jedoch noch nicht, da keine Konkurrenzprodukte existieren. Material und Methoden: In Ciliaten der Gattung Tetrahymena thermophila erfolgte die Clonierung und Überexpression von drei neuartigen Lipasen. In vitro zeigten die Ciliaten Lipasen im Vergleich zu den kommerziell erhältlichen porcinen Lipasen eine höhere lipolytische Aktivität über einen breiten pH Bereich, so dass die Wirksamkeit im Tierversuch untersucht wurde. In einem cross- over Studiendesign erfolgte bei 14 Göttinger Minipigs eine operative Pankreasgangligatur. Anschließend erhielten die Tiere zu den 7-tägigen Testphasen eine hoch fetthaltige Nahrung, die aus 200 g Schweinenahrung und 75 g Sahne (25 % Fett) und 25 g Olivenöl bestand. Als Kontrolle erhielten die Tiere ein Plazebopräparat und Kreon, sowie die Testlipasen A, B und C und einen Mix aus den drei Ciliaten Lipasen. Zur Bestimmung der Fettverdaulichkeit wurde der Fettgehalt der Nahrung und der Faeces gemessen. Ergebnisse: Nach der Pankreasgangligatur kam es zu einer Reduktion der Fettabsorption von 90 % (± 2,9) präoperativ auf 26 % (± 9,1) postoperativ. Durch die Behandlung mit Kreon konnte die Fettabsorption wieder auf 77 % (± 5,1) gesteigert werden. Die saure Lipase A steigerte die Fettabsorption auf ein vergleichbares Niveau wie Kreon mit 72 % (± 7,0), die Lipase C steigerte die Fettabsorption auf 40 % (± 8,7), während die Lipase B die Fettabsorption mit 29 % (± 10,5) praktisch nicht veränderte. Der Mix der Ciliaten Lipasen steigerte die Fettabsorption auf 65 % (± 4,0). Schlussfolgerung: Die vorliegende Untersuchung hat nachgewiesen, dass Ciliaten Lipasen geeignet sind, die durch eine operative Pankreasgangligatur induzierte EPI bei Göttinger Minipigs effektiv zu behandeln. Obwohl die galenische Formulierung der neuen Ciliaten Lipasen qualitativ nicht annähernd der ausgefeilten Formulierung von Kreon gleichkommt, sind insbesondere die Lipase A und der Mix der Ciliaten Lipasen hoch effektiv. Daher sind Ciliaten Lipasen aussichtsreiche Kandidaten für eine Substitutionstherapie von Patienten mit EPI, die eine weitere präklinische Testung und Validierung implizieren.
Peranale Blutungen – auch Unwahrscheinliches ist möglich! Vogel A.-K., Pape-Köhler C., Rudroff C. Krankenhaus Köln-Weyertal, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Köln, Deutschland Fall: Bei einem 57-jährigen Mann in gutem Allgemeinzustand bei Z. n. Lungenteilresektion und adjuvanter Chemotherapie bei Nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom kam es zu Hb-relevanten peranalen Blutabgän-
gen. Die endoskopische Diagnostik (Gastroskopie und hohe Koloskopie) zeigten keinen pathologischen Befund. In daraufhin durchgeführten Kapselendoskopie zeigte sich ein Konglomerattumor des Ileums. Staginguntersuchungen (CT-Thorax, CT-Abdomen, cMRT) zeigten keine Filiarisierung. Es folgte die laparoskopische Ileumsegmentresektion, der Tumor zeigte sich mit einem Durchmesser von 4–7 cm 40 cm vor der Bauhin’schen Klappe. Histologisch zeigte sich nach primärer Verdachtsdiagnose Lymphom oder Metastase des Bronchialkarzinoms in der endgültigen Histologie ein Sarkom. Diskussion: Peranale Blutungen sind mit einer Inzidenz von 20–33/100.000 Einwohner und einem medianen Erkrankungsalter von 63–77 Jahren mit einem 200-fachen Häufigkeitsanstieg von 20–80 Jahren eines der häufig sten Symptome im chirurgischen Alltag1. Oft stecken dahinter anorektale Erkrankungen wie Hämorrhoiden oder eine Analfissur, die gut zu therapieren sind 2. In 10 % der Fälle sind Darmpolypen, Divertikelblutungen oder Neoplasien der Grund für die peranalen Blutabgänge 3. Bei 7 % der über 60-Jährigen zeigt sich bei peranalem Blutabgang ein Kolonkarzinom als Urache 4. Dennoch können auch andere Malignome der Grund für peranale Blutungen sein, wie unser Beispiel zeigt und dürfen daher nicht vergessen werden. Fazit: Obwohl hinter peranalen Blutabgängen oft eine anorektale Erkrankung steht, die gut konservativ therapierbar ist, sollte bei Nichtauffinden der zugrundeliegenden Ursache immer eine weitere endoskopische Diagnostik erfolgen. Dabei ist auch an seltene Tumorerkrankungen wie das Lymphom, Sarkom oder ungewöhnliche Metastasen nicht-gastrointestinaler Primärtumore zu denken.
Hepatic artery and biliary complications in liver transplant recipients with radioembolization bridging treatment for hepatocellular carcinoma Radünz S.1, Saner F. H.1, Müller S. 2, Theysohn J. M.3, Best J.4, Treckmann J.1, Paul A.1, Benkö T.1 1 Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Germany, 2Universitätsklinikum Essen, Klinik für Nuklearmedizin, Essen, Germany, 3Universitätsklinikum Essen, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen, Germany, 4Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Essen, Germany Background: Locoregional treatments are commonly applied in hepatocellular carcinoma (HCC) patients as a bridge to liver transplantation to prevent tumor progression during waiting time. We hypothesized that pre-transplant radioembolization treatment may increase the prevalence of hepatic artery and biliary complications post-transplant. Methods: A retrospective review of 173 consecutive HCC patients who underwent liver transplantation between January 2007 and October 2016 at our transplant center was performed. The prevalence of hepatic artery and biliary complications in patients treated with and without radioembolization prior to liver transplantation was compared. Possible risk factors associated with hepatic artery and biliary complications were evaluated using univariate and multivariate analyses. Results: Radioembolization bridging treatment had been applied in 42 patients while 131 patients had received other forms of bridging treatment or none at all. Both groups were comparable with regards to common recipient and donor demographics. The overall prevalence of hepatic artery complications was 9.5% in the radioembolization group and 9.2% in the control group (p 1.000). Biliary complications were significantly more frequent in the control group (17.6% vs. 4.8%, p 0.0442). Multivariate analysis did not detect any factors significantly associated with an increased risk of post-transplant complications. When solely looking at biliary complications, radioembolization bridging treatment was the only factor significantly associated with decreased odds (OR 0.197 (0.042, 0.919), p 0.039). Conclusion: Radioembolization is not associated with higher odds of hepatic artery or biliary complications following liver transplantation. Radio embolization as a bridge to transplantation may successfully be applied without compromising successful liver transplantation. Der Gastroenterologe 4 · 2017
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Abstracts der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen Renal transplant recipients with indication for antiplatelet therapy: Increased risk for the allograft? Benkö T., Gottmann M., Radünz S., Bienholz A., Saner F., Treckmann J., Paul A., Hoyer D. Universitatsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Germany Background: Antiplatelet therapy is common in patients on the waiting list for kidney transplantation. This study evaluates the incidence of postoperative bleeding in patients undergoing kidney transplantation with antiplatelet therapy and analyzes the impact on the outcome. Methods: We included all patients in our center undergoing kidney transplantation with concomitant antiplatelet therapy (January 2007 to June 2012). Data were collected by chart review prospectively. Univariable and multivariable logistic regression and cox proportional hazards were performed to identify risk factors for the outcome. Results: Among 744 kidney transplant patients, 161 (n = 98 male, 60.9%) received oral antiplatelet therapy and were included in the study. One third of patients demonstrated signs of bleeding requiring surgical treatment in 18%. Coronary artery disease, deceased donor kidney transplantation and dual antiplatelet medication were identified as independent risk factors for postoperative bleeding. Postoperative bleeding was identified as an independent risk factor for graft and patient survival. One-year allograft survival in the non-bleeding group was significantly better than in the bleeding group (91.4% vs. 75.9%, p = 0.023), respectively. Conclusion: This analysis indicates a high risk for bleeding in renal transplant patients under antiplatelet therapy. The associated negative effect on the outcome underscores the need to reduce any risk factor for postoperative bleeding.
Systematisches Review und Metaanalyse zu perkutaner Cholezystostomie vs. Cholezystektomie in der Behandlung kritisch kranker Patienten mit akuter Cholezystitis Ambe P., Zirngibl H., Jansen S., AG Ambe Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Witten – Herdecke University, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Wuppertal, Deutschland Fragestellung: Neben der Cholezystektomie (CC) wird die perkutane Cholezystostomie (PC) zur Therapie bei akuter Cholezystitis von kritisch kranken Patienten empfohlen. Allerdings fehlt die stichhaltige Evidenz, dass die perkutane Cholezystostomie in dieser Untergruppe profitabel ist. Methoden: Den PRISMA Empfehlungen für systematische Literaturrecherche folgend wurden relevante Artikel in der Cochrane Library, CINAHL, MEDLINE, Embase und Scopus zwischen den Jahren 2000 und 2014 identifiziert. Die eingeschlossenen Studien wurden von zwei unabhängigen Untersuchern selektioniert. Ergebnisse: Sechs Studien mit 337.500 Patienten (PC 10.045, CC 327.455) wurden in die Metaanalyse eingeschlossen. Signifikanzen fanden sich bei der Sterbewahrscheinlichkeit (OR 4,28, 95 % KI 1,72–10,62, p = 0,0017), Krankenhausverweildauer (95 % KI, OR 1,41: 1,02–1,95, p = 0,0401) und Wiederaufnahmerate wegen biliären Beschwerden (95 % KI, OR 2,16: 1,72–2,73, p < 0.0001) zugunsten der CC – Gruppe. Keine signifikanten Unterschiede wurden im Hinblick auf Komplikations- (95 % KI, OR 0,74:0,36–1,53, p = 0.42) und Re-interventionsrate (95 % KI, OR 7,69: 0,68– 87,33, p = 0.10) gefunden. Schlussfolgerung: Ein Vorteil der perkutanen Cholezystostomie (PC) in der Behandlung von kritisch Kranken mit akuten Cholezystitis konnte durch dieses systematische Review nicht belegt werden.
Are young patients at increased risk for advanced colorectal cancer? Ambe P., Jansen S., Zirngibl H., AG Ambe Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Witten – Herdecke University, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Wuppertal, Germany
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Background: The role of colonoscopy in the screening of colorectal cancer (CRC) has been unequivocally established. In Germany screening colonoscopy with full insurance reimbursement is recommended for individuals aged 55 and for persons with well-known risk factors for CRC. However, advanced CRC is not uncommon in individuals below 55 years. This study was designed to investigate the incidence of advanced CRC in patients < 55 years. Material und Methods: A retrospective analysis of data from a prospectively maintained CRC database of a university hospital in Germany was performed. Using the recommended age for screening colonoscopy as cut-off, the study population was divided into two groups: < 55 yrs (study group) and ≥ 55 yrs (control group). Both groups were compared with regard to the extent of CRC using the UICC stages. Only surgically managed patients were included for analysis. Advanced CRC was defined as UICC stage III or IV. Results: Complete follow-up data was available for 609 patients treated between 2009 and 2014. The study group included 83 patients, 42 females and 41 males with a mean age of 47.6 ± 5.1 yrs, while the control group was made up of 526 patients, 230 females and 296 males with a mean age of 72.2 ± 8.5 yrs. Both groups were comparable with regard to gender distribution, p = 0.24. Significantly more patients from the study group were diagnosed with advanced CRC in comparison to the control group, 56.6% vs. 43.9%, p = 0,03. Conclusion: Patients below the recommended age for screening colonoscopy might be at increased risk for advanced CRC. This might be an argument to reconsider the recommended age for screening colonoscopy
Virtual colonoscopy – A helpful adjunct in clinical decision-making following incomplete endoscopy evaluation for stenotic colonic processes Ambe P.1, Haage P.2, Kempkes U.2, Zirngibl H.1 Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Universität Witten Herdecke, Lehrstuhl für Chirurgie II, Wuppertal, Germany, 2Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Universität Witten Herdecke, Klinik für diagnostische und Interventionelle Radiologie, Wuppertal, Germany 1
Background: Bowel stenosis is a common finding in the clinic. The underlying pathology might be benign or malignant. Endoscopic examination via colonoscopy represents the gold standard of investigation. However, complete colonoscopy might not always be possible. Virtual computed tomography based colonoscopy might be a helpful adjunct in such cases. We analyzed the findings from virtual colonoscopy in patients with incomplete endoscopy. Materials and methods: The charts of patients undergoing virtual colonoscopy due to incomplete endoscopic examination were retrospectively abstracted. The additive diagnostic value of virtual colonoscopy was analyzed by comparing the finding on virtual colonoscopy with the final diagnoses in patients undergoing surgery. Results: Fifty patients including 17 males and 33 females with a mean age of 69.2 ± 12.2 yrs were included for analysis. The indication for virtual colonoscopy was stenosis of the left colon in 32 cases (64%), stenosis of the right colon in five cases (10%) and incomplete colonoscopy due to insufficient scope length in 13 cases (26%). Virtual colonoscopy revealed pathologic findings with the need of surgical management in 18 cases (36%) including 15 cases with CRC (30%). Conclusion: Virtual colonoscopy is a helpful in achieving a complete bowel investigation in cases with incomplete colonoscopy and should be considered a useful adjunct in surgical candidates following incomplete endoscopic work-up.
Erfolgreiche prophylaktische endoskopische Vakuumtherapie (EVT) nach Resektionen im oberen GI Trakt Vowinkel T., Laukötter M., Palmes D., Senninger N., Mennigen R. Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Einleitung: Kürzlich haben wir in einer Serie von Patienten zeigen können, dass der frühzeitige Einsatz einer endoskopischen Vakuumtherapie (EVT) bei postoperativen kritischen Durchblutungsverhältnissen nach Resektionen im oberen GI Trakt das Auftreten von Insuffizienzen verhindern kann. In den vorliegenden Patientenfällen haben wir eine EVT intraoperativ unmittelbar nach Fertigstellung der Anastomose begonnen. Methode: 2 Patienten erhielten bislang in unserer Klinik unmittelbar intraoperativ nach Fertigstellung der Anastomose eine EVT. Bei einer 56jährigen adipösen Patientin (BMI 42) wurde eine transhiatale Kardiaresektion mit hoher ösophagogastraler schwieriger Anastomose durchgeführt, so dass wir uns zur EVT mit intraluminaler Platzierung des Systems entschlossen. Ebenfalls initiierten wir eine EVT bei einem 82jährigen Patienten nach Neuanlage einer operationstechnisch anspruchsvollen transhiatalen Ösophagojejunostomie nach Gastrektomie vor 13 Monaten. Die Neuanlage war erforderlich bei therapierefraktärer Anastomosenstenose. Beide Patienten behielten die EVT für 5 Tage postoperativ mit einem kontinuierlichen Sog von 125 mmHg. Ergebnisse: Bei beiden Patienten konnte am 5. postoperativen Tag die EVT beendet werden, nachdem die Anastomose endoskopisch sowie durch Kontrastmittelgabe überprüft wurde und intakt war. In beiden Fällen war die EVT ohne Nebenwirkungen oder negative Begleiterscheinungen und wurde von den Patienten problemlos toleriert. Im weiteren Verlauf heilte bei beiden Patienten die Anastomose folgenlos aus Schlussfolgerung: Die prophylaktische intraluminale EVT über einen kurzen postoperativen Zeitraum scheint bei schwierig anzulegender Anastomose im oberen GI-Trakt die Einheilung günstig zu beeinflussen. Komplikationen, wie eine Blutung oder die Ausbildung einer narbigen Stenose nach EVT wurden bislang durch uns nicht beobachtet.
Ein ungewöhnlicher Tumor des Ileums – Kasuistik und Literaturrecherche zum „Vanek’s tumor“ bzw. dem inflammatorischen fibroiden Polypen Plum P. S. 1, Fuchs C.1, Alakus H.1, Quaas A.2, Berlth F.1, Chon S.-H.1, Kleinert R.1, Bruns C. J.1 1 Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland, 2Uniklinik Köln, Institut für Pathologie, Köln, Deutschland Hintergrund: Erstmalig im Jahr 1949 von Vanek beschrieben („Vanek’s tumor“), wurden seither mehrere hundert Einzelbeschreibungen des inflammatorischen fibroiden Polypen (IFP) publiziert. IFPs treten mit abnehmender Häufigkeit im Magenantrum (66–75 %), Dünndarm (18– 20 %), Kolon (4–7 %), Gallenblase (1 %), Ösophagus (1 %), Duodenum (1 %) und Appendix (< 1 %) auf. Die Größe beträgt meist 3–4 cm, selten auch >20 cm. Der IFP tritt in beiden Geschlechtern (mit geringer Prädominanz des männlichen) auf (Altersgipfel: 5. bzw. 7. Lebensdekade). Abhängig von der Größe kann der ansonsten klinisch inapparente IFP zu abdominellen Schmerzen, Gewichtsverlust, gastrointestinalen Blutungen oder Invaginationen führen. Histologisch zeigt sich ein Infiltrat inflammatorisch-eosinophiler Zellen. Zudem lassen sich mononukleäre, spindelförmige Zellen in typischer wirbel- oder zwiebelschalenartiger Anordnung um Blutgefäße bzw. Drüsenkörper nachweisen. Genetisch können aktivierende Mutation im PDGFRA-Gen (Exon 12, 14 oder 18) detektiert werden. Fallbeispiel: Es stellte sich eine 65-jährige Frau mit vorbekanntem art. Hypertonus infolge rezidivierender Unterbauchschmerzen ohne Übelkeit/Erbrechen bei anhaltender Obstipation vor. Klinische Untersuchung und Laborparameter waren unauffällig. Anamnestisch lagen eine Hysterektomie bei Uterusmyomen sowie zweimalige explorative Laparotomien bei jeweils akutem Abdomen vor 12 bzw. 10 Jahren vor, ohne dass ein morphologisches Korrelat gefunden wurde. Im CT zeigte sich ein ins Lumen des terminalen Ileums vorwölbender Tumor. Endoskopisch korrelierte dies mit einem intraluminalen Tumor oral der Bauhin-Klappe. Bioptisch ergaben sich nur vermehrte Entzündungsinfiltrate. Bei V. a. GIST (DD: neuroendorinem Tumor) erfolgte die Ileozökalresektion. Postoperativ kam es initial zu einer gestörten Passage, welche mit abführenden Maßnahmen stimu-
liert wurde. Histologisch wurde die Diagnose IFP gestellt. Molekularpathologisch zeigte sich eine Mutation im PDGFRA Exon 12. Die Entlassung erfolgte am 10. Post-OP Tag. Zusammenfassung: Verschiedene Therapiemodalitäten wurden für den IFP beschrieben. Meistens ist eine endoskopische Abtragung möglich. Lediglich bei Komplikationen (Invagination, Nekrosen bzw. Blutungen) sollte die OP erfolgen. IFPs rezidivieren oder metastasieren nicht. Diagnostisch sollte bei Patienten mit unspezifischen Abdominalbeschwerden und bildmorphologisch/endoskopisch streng solitärem Tumor im Magen/ Dünndarm ebenso an einen IFP gedacht werden.
Das Morbus Crohn assoziierte Karzinom – „The missing link?“ Farcas F. V.1, Hammer F.2, Diller R.1 Brüderkrankenhaus, Viszeralchirurgie, Paderborn, Deutschland, 2Institut für Pathologie Paderborn, Paderborn, Deutschland 1
Wir berichten den Fall eines 62 Jahre alten Patienten mit Morbus Crohn seit 25 Jahren (terminale Ileitis und Proktokolitis). Bei Fistelung im Dünndarm und nicht passierbarer Ileozoekalstenose wurde eine Hemikolektomie rechts und Dünndarmsegmentresektion durchgeführt. Histologisch zeigte sich neben den M. Crohn Veränderungen ein sessiles serratiertes Adenom des Dünndarmes. Noch bis vor einigen Jahren wurden serratierte Polypen im Kolorektum aufgrund fehlender dysplastischer Epithelveranderungen als nicht-neoplastische Läsionen klassifiziert. Entsprechend wurde ihnen auch kein Potenzial zur malignen Progression zugeschrieben. Inzwischen hat sich neben der traditionellen Adenom-Karzinom-Sequenz ein weiterer Weg der Karzinogenese, der sogenannte serratierte „Pathway“ etabliert, ungefahr 20–30 % aller kolorektalen Karzinome (KRK) entstehen auf diese Weise. Bisher wurden serratierte Adenome im Kolorektum beschrieben. Das Risiko für KRK ist bei Crohn Kolitis oder -Ileokolitis erhöht, scheint jedoch geringer zu sein als bei Befall durch Colitis ulcerosa, auch für Dünndarmkarzinome ist das Risiko bei langjähriger Entzündung erhöht. Das M. Crohn assoziierte Karzinom ist schwer einzuschätzen, das Karzinomrisiko steigt nach einem Verlauf über mehrere Jahrzehnte und bei kombiniertem Crohnbefall von Dick- und Dünndarm. Möglicherweise wird die Tumorgenese im Dünndarm beim M. Crohn über den serratierte „Pathway“ beschritten.
Obere gastrointestinale Blutung – Wann kommt der Chirurg? Dimitriou I., Niedergethmann M. Alfried Krupp Krankenhaus, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Essen, Deutschland Fragestellung: Obere gastrointestinale Blutungen sind im klinischen Alltag häufige Notfallsituationen. Durch moderne endoskopische Therapieverfahren kann heute bei einem hohen Prozentsatz der Patienten die Blutungsquelle lokalisiert und erfolgreich therapiert werden. Trotz dessen hat die operative Behandlung ihren Stellenwert. Ziel ist die Erarbeitung eines interdisziplinären Behandlungsalgorithmus. Methodik: Auswertung der aktuellen Datenlage und Darstellung des Behandlungsalgorithmus in der eigenen Klinik mit interdisziplinärer Endoskopie. Ergebnisse: Nach initialer Stabilisierung der Gerinnung und Herz-Kreislauf-Situation steht die frühzeitige Notfallendoskopie zur Blutungslokalisation und effektiven Blutstillung im Vordergrund. Dabei stehen verschiedene Injektionsverfahren, mechanische Verfahren und thermische Verfahren zur Verfügung. Die initial erfolgreiche endoskopische Blutstillung reduziert die Notwendigkeit einer Operation und die Mortalität. Obwohl verschiedene Scoringsysteme zur Risikoeinschätzung entwickelt wurden, existieren wenige evidenzbasierte Richtlinien, wann im interdisziplinären Konsens ein Therapiewechsel in Richtung Chirurgie erfolgen soll. Verschiedene Parameter wie z. B. Alter über 65 Jahre, die Rezidivblutung oder die Blutungslokalisation an der Blutungshinterwand korrelieren mit einer ungünstigen Prognose. Als sichere Hinweise für die Notwendigkeit Der Gastroenterologe 4 · 2017
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Abstracts der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen einer chirurgischen Therapie gelten jedoch die hämodynamische Instabilität des Patienten trotz adäquater Volumentherapie, der Transfusionsbedarf von mehr als 3 Erythrozytenkonzentraten in 24 Stunden und die Rezidivblutung trotz initial endoskopischer Blutungskontrolle. Schlussfolgerung: Obere gastrointestinale Blutungen sind in der klinischen Praxis ein häufiges und gefährliches Krankheitsbild. Entscheidend ist es nach initialer Stabilisierung den Patienten umgehend zu endoskopieren und im interdisziplinären Konsens ein individuelles Behandlungskonzept festzulegen.
Kongenitaler porto-systemischer Shunt bei Jugendlichen und Erwachsenen – klinische Manifestation entsprechend einer systematischen Literaturübersicht Peitz U.1, Pützler M.2 Raphaelsklinik, Medizinische Klinik II, Münster, Deutschland, 2 Raphaelsklinik, Radiologie und Nuklearmedizin, Münster, Deutschland
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Fragestellung: Kongenitale porto-systemischer Shunts (CEPS) sind selten klinisch manifest. Durch Bildgebung werden CEPS zunehmend häufig diagnostiziert. Die Diagnose wird meist in der frühen Kindheit gestellt. Die Konsequenzen reichen von lebenslanger Symptomfreiheit bis zu hochgradiger hepatischer Enzephalopathie oder Leberinsuffizienz mit Transplantationsnotwendigkeit. Das Krankheitsbild sollte auch in der Medizin der Erwachsenen bekannter sein. Methoden: In der laufenden Literaturstudie werden alle Medline-Publikationen zu CEPS bei Patienten mit Mindestalter von 14 Jahren zusammengestellt. Folgende Suchbegriffe wurden verwendet: “´portosystemic AND congenital’, ‚congenital absence of portal vein‘, ‚bernethy malformation‘ und ‚patent ductus venosus‘“. Ergebnisse: Bislang wurden n = 81 Publikation mit n = 85 Fällen (weiblich n = 47, 55 %) eingeschlossen. Die Altersspanne beträgt 14 bis 84 Jahre, bei einem Median von 25 Jahren. Häufige Manifestationen waren Enzephalopathie, Transaminasenerhöhung, Galaktosämie und Lebertumoren, darunter FNH, regenerative Hyperplasie, Adenome, Hepatozelluläre Karzinome u. a.. Seltenere Manifestationen betrafen pulmonale Hypertonie, hepatopulmonales Syndrom, Entwicklungsverzögerung, Paraparese und andere neurologische Veränderungen, Gefäßmalformationen wie arterielle Aneurysmen, kardiale und skelettale Anomalien u. a.. Schwere Komplikationen finden sich häufiger beim Typ Abernethy 1, der im Gegensatz zum Typ 2 ein hepatisches Portalvenensystem vermissen lässt. Der Typ 1 ist seltener bei Erwachsenen als bei Kindern. Mit neueren Angiografiemethoden lassen sich teilweise beim vermeintlichen Typ 1 noch intrahepatische Pfortaderäste nachweisen. Zunehmend wird über radiologischinterventionelle statt chirurgischer Ansätze zum Verschluss des Shunts beim Typ 2 berichtet. Diskussion: Indikationen und Methoden zum Shuntverschluss bei CEPS sind nicht definiert. Eine Shunt-Ratio von 50 % wird teilweise als Indikation bei Typ Abernethy 2 angesehen. Da CEPS zunehmend als Zufallsbefund der Bildgebung auffallen, wäre die Errichtung eines Registers zur Verlaufsbeobachtung zu erwägen.
Kleine Veränderung – große Wirkung: Diversitätsanalyse von Oxathiazinderivaten Buchholz M.1, Majchrzak-Stiller B.1, Zelichowski L.1, Moehrke J.1, Pfirrmann R.2, Uhl W.1, Braumann C.1 1 St.Josef Hospital, Bochum, Deutschland, 2Waggis, Luzern, Schweiz In früheren Studien unserer Arbeitsgruppe konnte sowohl in vitro als auch in vivo gezeigt werden, dass die Substanz 2250 genauso wie Taurolidin (TRD) sowohl antibakterielle als auch antineoplastische Eigenschaften gegenüber vielen Tumorentitäten aufweist. In dieser Studie sollte nun eine mögliche Korrelation der antimikrobiellen mit der antineoplastischen Wirkungen analysiert werden um ein genaueres Verständnis der Auswirkungen der Struktur auf die Funktionsweise zu ermöglichen.
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Dazu wurden mehrere neu synthetisierte Oxathiazin Derivate 2244, 2255, 2256, 2287 & 2289 im Hinblick auf ihre zytotoxischen sowie proliferationsinhibierenden Eigenschaften an Zelllinien verschiedener Tumorentitäten (Pankreaskarzinom, Kolonkarzinom, Mammakarzinom und Merkelzellkarzinom) analysiert. Hierzu inkubierten wir subkonfluente Populationen der Zelllinien mit den zu testenden Substanzen. Nach 24 h erfolgten die Analysen mittels MTT und BrdU Assays. Als Positivkontrolle nutzten wir die erprobte und wirksame Substanz 2250. Des Weiteren werden NMR Analysen angeschlossen um nachzuweisen ob eine vermutete Ringöffnung in wässriger Lösung auftritt. Die bisherigen Ergebnisse weisen darauf hin, dass die untersuchten Derivate wie vermutet teilweise eine verminderte Zytotoxizität im Vergleich zur Substanz 2250 aufweisen. Substanzabhängig kam es entweder gar nicht oder erst bei erhöhten Konzentrationen zu einer anti-neoplastischen Wirkung. Diese Resultate unterstützen unsere Annahme, dass die antineoplastische Eigenschaft genauso wie die antibakterielle auf einer Öffnung der Ringstruktur in wässriger Lösung basiert.
Wirkung an der Basis: TRD und 2250 zeigen eine antineoplastische Kapazität im Stammzell- Sphäroid Modell des KRK Majchrzak-Stiller B.1, Rüddel I.1, Bucholz M.1, Hahn S. 2, Pfirrmann R.3, Uhl W.1, Braumann C.1 1 St.Josef Hospital, Bochum, Deutschland, 2Ruhr Universität Bochum, Bochum, Deutschland, 3Waggis, Luzern, Schweiz Das kolorektale Karzinom (KRK) ist die zweithäufigste maligne Krebserkrankung Deutschlands. Es wird häufig aufgrund seiner unspezifischen Symptomatik erst in einem späten Stadium erkannt. In diesen Fällen erfolgt eine multimodale Chemotherapie, welche allerdings ein großes Nebenwirkungsspektrum aufweist. Zusätzlich bestehen erhebliche Herausforderungen bezüglich Therapieresistenzen und Rezidiven. Aus diesem Grund ist die Forschung im Bereich neuer Therapieansätze dringend erforderlich. Hierbei sind das verbreitet als Antiinfektivum genutzte Taurolidin (TRD) und das neue Oxathiazinderivat 2250 vielversprechend, da beide Substanzen zusätzlich zu ihrer antibakteriellen auch eine anti-neoplastische Wirkung aufzeigen. In dieser Studie sollte erstmals analysiert werden ob zusätzlich Wirkpotenzial auf sogenannte putative Tumorstammzellen besteht. Dazu erfolgte eine Analyse der Wirkung von TRD und 2250 im Vergleich zu den Standardtherapeutika 5-FU und Irinotecan auf putative Stammzellen des KRK im Modell der Sphäroid-Kultivierung. In einer serumfreien, nicht adhärenten Kultur aus sphäroidbildenden KRK Zelllinien (DiFi, HCT-116 und HT29) wurden zunächst putative Stammzellen angereichert. Dies wurde durch die Anreicherung spezifischer Stammzellmarker (CD133 und CD166) kontrolliert. Aufgrund seiner dreidimensionalen Struktur stellt dieses Modell ein gutes Intermediat zwischen der herkömmlichen Zellkultur und Tierversuchen dar. Diese Kulturen wurden mit 5-FU, SN38, TRD und 2250 behandelt und mikroskopisch dokumentiert. Durch einen FACS-basierten Apoptose Assay wurde im Anschluss die Wirkung der unterschiedlichen Agenzien im Detail analysiert. Vor allem im Vergleich zu 5-FU und SN38, welche eine geringere Apoptoseinduktion aufwiesen zeigten TRD und auch 2250 eine vergleichsweise große und dadurch vielversprechende anti-neoplastische und apoptoseinduzierende Wirkung. Zusammenfassend zeigte diese Arbeit eine vielversprechende anti-neoplastische Wirksamkeit von TRD und 2250 auf im Sphäroid-Modell kultivierte putative Stammzellen des KRK.