Mitteilungen der DOG Ophthalmologe 2013 · 110:1097–1115 DOI 10.1007/s00347-013-2980-1 © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
DOGKongress 2013 Einleitung Mit über 4.500 Teilnehmern ging am 22. September 2013 die DOG 2013 in Berlin zu Ende. Unter dem Motto „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“ diskutierten Augenärztinnen und Augenärzte aus 76 Ländern neue Erkenntnisse aus Diagnostik und Therapie, aber auch über Fragen der Nachwuchsförderung. Dem Motto des Kongresses folgend, hatte DOG-Präsident Professor Dr. med. Berthold Seitz eine Reihe innovativer Sitzungsformate zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingeführt. „Wir müssen uns mit geeigneten und zeitgemäßen Maßnahmen
Keynote Lecture Prof. Gabriele Lang
um die besten Köpfe bemühen“, betonte der DOG-Präsident. So startete die DOG in diesem Jahr mit „Skill Building“ erstmals ein Kursprogramm, das Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt und sich an Ärzte in der Weiterbildung richtet. Ebenfalls neu war das Symposium „Excellence needs Education and Examination“, das auf die verschiedenen nationalen und internationalen Ausbildungs-und Examinierungs-Mo-
Keynote Lecture Prof. Ursula Schlötzer-Schrehardt
delle für Jungmediziner hinwies. Ein Symposium zur Grundlagenforschung informierte zudem über die „DFG-Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“. Auch für leitende Mitarbeiter gab es spezielle Angebote, darunter Kurse zu Management und Mitarbeiterführung. Die Kurse waren ausgezeichnet besucht und die Resonanz auf die neuen Angebote sehr gut. Neu war zudem das kompakte Fortbildungsprogramm „DOG-Update – State of the Art 2013“, das die Kongressorganisatoren speziell für Niedergelassene und Kliniker konzipiert hatten. In zwölf jeweils 45-minütigen Sitzungen stellten Experten am Samstag und Sonntag die wichtigsten Veröffentlichungen der vergangenen zwölf Monate vor, inklusive anwendungsorientierter Einordnung der Ergebnisse und Empfehlungen. Zu den wissenschaftlichen Highlights zählten in diesem Jahr die Keynote Lectures. Frau Professor Gabriele Lang aus Ulm hielt den Eröffnungsvortrag zum Thema „Perspektiven in der Therapie der diabetischen Retinopathie“, Frau Professor Ursula SchlötzerSchrehardt aus Erlangen sprach
zu „Pseudoexfoliationssyndrom/ glaukom: Molekulare Grundlagen und klinische Perspektiven“. Professor Donald Tan aus Singapur und Professor Andrew Dick aus Bristol in Großbritannien ergänzten das Programm mit hochkarätiger Expertise. Insgesamt 1034 wissenschaftliche Beiträge – verteilt auf 67 Symposien, 12 Updates, 19 freie Vortragssitzungen, 30 Kurse, 31 Postersitzungen und drei Keynote Lectures – konkurrierten um die Aufmerksamkeit der Augenärzte. In der Industrieausstellung präsentierten 94 Aussteller auf 1904 Quadratmetern Fläche ihre Produkte, zudem fanden vierzehn Industriesymposien und vier Workshops statt. Schließlich bot das Rahmenprogramm mit gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Glanzpunkten – seien es das „DOG-Clubbing“ im legendären Berliner Kino Kosmos, „DOG in Concert“ oder der traditionelle Benefizlauf „Eye-Run“ – einen gelungenen Ausgleich zum fachlichen Angebot.
Keynote Lecture Prof. Donald Tan
Besonders erfreulich für die Organisatoren ist, dass in diesem Jahr noch einmal gut zehn Prozent mehr Teilnehmer nach Berlin kamen als noch im Jahr davor. Der nächste DOG-Kongress findet unter der Präsidentschaft von Professor Dr. med. Johann Roider, Direktor der Universitäts-Augenklinik Kiel, mit dem Motto „Qualifikation verpflichtet!“ vom 25. bis 28. September 2014 in Leipzig statt.
Alter und neuer Kongresspräsident: Prof. Berthold Seitz/Prof. Johann Roider Der Ophthalmologe 11 · 2013 |
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Mitteilungen der DOG Eröffnungsrede Prof. Dr. Berthold Seitz ML, Präsident der DOG Liebe Kolleginnen und Kollegen, Liebe Assistenzärztinnen und Assistenzärzte, Liebe Doktorandinnen und Doktoranden, Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Augenheilkunde findet sich heute mehr denn je im Wettbewerb mit allen anderen medizinischen Disziplinen. Während Lehrstuhlinhaber in den USA pro freier Assistenzarztstelle aus 50 Bewerbern auswählen können, ist es heute in Deutschland - zumindest an nicht besonders privilegierten Standorten - nicht mehr so leicht, die besten Köpfe für die Augenheilkunde zu gewinnen. Wer dagegen einmal Augenheilkunde geschnuppert hat, bleibt diesem schönsten aller Fächer dann meist lebenslang treu. Zunächst einmal gilt es zu definieren, was „die besten Köpfe“ überhaupt sind. Meines Erachtens handelt es sich hierbei um intelligente Menschen, wobei nicht nur der IQ, sondern auch der EQ, der „Emotionale Quotient“ im Sinne der sozialen Intelligenz eine entscheidende Rolle spielt. Non-kommunikative Autisten oder AspergerSyndromiker – zumal in Führungspositionen - können für das Team tödlich sein. Daneben sollten die Kolleginnen und Kollegen hochleistungsfähig, flexibel und verlässlich sein. Wichtig ist es nicht nur, viele Ideen zu haben, sondern möglichst viele davon auch erfolgreich zu Ende zu bringen („die Kreise müssen sich schließen“). Darüber hinaus ist die Loyalität nach innen (i.S. von gegenseitigem Respekt) und nach außen (nennen wir es „Corporate Identity“), ebenso entscheidend wie die Fähigkeit als Teamplayer stets auch das Gesamtwohl der Institution im Blick zu haben. Ich persönlich arbeite am liebsten mit Menschen, die mir in bestimmten Teilbereichen hoch
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überlegen sind. Allerdings halte ich es zunehmend für schwierig, einen Genius in das Team dauerhaft und geschmeidig zu integrieren. Insgesamt scheint „Normalität auf hohem Niveau“ besonders erstrebenswert: „Teamwork is the fuel that allows common people to attain uncommon results“. Der erste Schritt im Bemühen um die „besten Köpfe“ besteht darin, Interessierten zu vermitteln, was die Augenheilkunde vom „Rest der Medizin“ (ein Zitat meines Lehrers Naumann) unterscheidet. Während die Neurologen bekanntlich vermuten, das Auge sei ein Appendix cerebri, wissen wir Augenärzte, dass das Gehirn ein Appendix oculi ist. Die Augenheilkunde ist ein hochästhetisches Fach. Wir können alle Befunde entweder mit unseren eigenen Augen oder zumindest mittels hochentwickelter bildgebender Verfahren „sehen“. Wir können Krankheiten wirklich heilen. Unsere Ergebnisse sind nie fragwürdig, sie sind - wenn Sie so wollen - stets sichtbar, nämlich von innen durch den Patient selbst und von außen durch einen anderen Augenarzt. Folgende gewichtige Einflüsse hatte die Augenheilkunde auf den „Rest der Medizin“: 1851 wurde durch von Helmholtz und von Graefe der Augenspiegel eingeführt, der ohne Frage als „die Mutter der Endoskopie“ bezeichnet werden darf. 1905 erfolgte die erste durchgreifende Hornhautverpflanzung durch Eduard Zirm in Olmütz, die erste Transplantation am Menschen überhaupt. 1949 wurde die Lichtkoagulation von Meyer-Schwickerath eingeführt, die als Grundlage der Lasermedizin gelten kann. Außerdem kann die erste Implantation einer Kunstlinse durch Harold Ridley in England - ebenso im Jahr 1949 - mit Fug und Recht als der Ausgangspunkt der Entwicklung von sogenannten Biomaterialien beim Menschen interpretiert werden. Diese Meilensteine der Augenheilkunde spiegeln sich im Motto unseres diesjährigen
Prof. Dr. Berthold Seitz
DOG-Kongresses wider: Unser primäres und vornehmstes Streben ist es, unsere Patienten wieder „exzellent sehen“ zu lassen. Um aber dieses Ziel zu erreichen, müssen wir eine Vision dessen haben, was Exzellenz ist und diese gerade bei den Nachwuchs-Akteuren fördern. Sie kennen alle unsere speziellen Kongress-Angebote wie z.B. das „Young-Investigator-Network“, das „Basic Science Symposium“, die Kurse „Medizin und Management“ sowie das Symposium „Excellence needs Education and Examination“, wo neben unserem deutschen Facharztexamen insbesondere weiterführenden Ausbildungs- und Examensoptionen des European Board of Ophthalmology und des International Council of Ophthalmology vermittelt werden. Vielleicht darf ich hier auch auf die Gratifikation von 5.000 € hinweisen, die die DOG seit 2 Jahren allen Forschern für einen eingereichten (nicht einen genehmigten!) Forschungsantrag bei der DFG zur Steigerung der Antrags-Motivation schenkt. Neben der DOG sind aber für die Werbung der „besten Köpfe“ vor allem die Universitätskliniken gefordert. Bereits eine empathische Lehre der Studierenden ist wichtig für die Begeisterung von Studenten, Doktoranden und zukünftigen Assistenzärztinnen und Assistenzärzten. „Kein
Effekt ohne Affekt!“ Selbstverständlich ist es unerlässlich, dass wir die Evaluation durch die Studierenden einfordern und dann auch sichtbar machen, dass diese Evaluation zu positiven Veränderungen der studentischen Lehre geführt hat. Entscheidend für die Assistenzarztausbildung ist ein strukturiertes Curriculum, das in realiter auch wirklich praktiziert wird. Um junge Leute zu motivieren, sollen wir täglich unsere Faszination für die Augenheilkunde leben. Es ist Kompetenz und Leidenschaft für das Fach, die ansteckt. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es bleibt uns nichts anderes übrig als zu realisieren, dass die jungen Doktoren von heute anders ticken als wir selbst vor 25 Jahren: „Der Wurm am Angelhaken muss auch dem Fisch schmecken, nicht nur dem Angler!“ Die Augenheilkunde war und ist eine „weibliche Disziplin“. Deshalb spielt die Vereinbarkeit von Wissenschaft, Klinik und Familie eine ganz entscheidende Rolle. Auf Dauer wird heute nur ein in der Praxis gelebter – nicht nur auf der Webseite proklamierter – „familienfreundlicher Betrieb“ in der Lage sein, die besten Köpfe nicht nur für die Augenheilkunde zu gewinnen, sondern sie in dieser Institution auch zu halten. Ganz entscheidend sind auch Teilzeitmodelle für Kolleginnen
mit Familie und Kindern. Neben fachlichen Aspekten kommt heute bei der sogenannten Generation Y („generation why – warum“), dem Aspekt Führung und Motivation eine entscheidende Bedeutung zu. Meines Erachtens sind drei Schlüsseleigenschaften maßgeblich: nämlich die Inte grität, wir dürfen niemanden täuschen oder hinters Licht führen, die Verlässlichkeit, wir dürfen nichts versprechen, was wir nicht halten können, und die Authentizität, wir sollen nicht versuchen etwas zu sein, das wir – zumindest noch - nicht sind. Ziel sollte sein, dass unsere Schüler/-innen dereinst proklamieren können: „Du hast mir nichts versprochen und doch alles gehalten!“. Bezüglich der Forschung sollte heute Einigkeit darin bestehen, dass nur die Symbiose von Arzt und Grundlagenforscher translational relevante Ergebnisse generieren kann. In diesem Sinne sollte es das Ziel jeder Universitätsaugenklinik sein, einen Lehrstuhl für Experimentelle Ophthalmologie auf Augenhöhe mit dem Kliniker (also W3) einzurichten, um einen möglichst erfolgreichen und nachhaltigen wissenschaftlichen Dialog zu führen, der sich nicht zuletzt auch in der Leistungsorientierten Mittelvergabe der Fakultäten abbilden wird. Ich persönlich habe aber auch gelernt, dass nicht jeder junge Kollege ein brillanter Forscher sein muss! Das Haus braucht auch exzellente Kliniker und insbesondere Mikrochirurgen: „Research alone does not fill your cashboxes“. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wie Sie im Programm gesehen haben, ändert sich der Fortbildungslehrplan unserer Jahrestagung. Kooperation, Führung und Management rücken immer mehr in den Vordergrund unseres professionellen Anforderungsprofils: In erster Linie sind und bleiben wir Ärzte, denen das Wohl unserer Patienten nicht zuletzt auch in psychosozialer Hinsicht am Herzen liegt. In zweiter
Linie sind wir Mediziner, die sowohl konservativ diagnostisch und medikamentös therapeutisch tätig werden oder speziell ausgebildete Mikrochirurgen. Besonders an den Universitäten sind wir darüber hinaus Lehrer, primär für interessierte Studierende, die wir stets als potentielle zukünftige Assistenzärzte interpretieren, darüber hinaus sind wir Lehrer für die Weiterbildung der Assistenzärztinnen und –ärzte sowie für die Fortbildung der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, aber auch der interessierten Bevölkerung. Am loyalsten sind auch heute immer noch gut behandelte Patienten! Wir sind aber auch passionierte Forscher, wie Sie nicht zuletzt auch dem Büchlein Spitzenforschung in der Ophthalmologie entnehmen können. Aber wir können alle diese wichtigen Standbeine unserer beruflichen Eigendefinition nur dann auf Dauer zufrieden verkörpern, wenn wir ökonomisch unabhängig und im Management versiert sind. Unser Bestreben sollte es sein, die größtmögliche Schnittmenge aus all den vorgenannten Kompetenzen täglich mit Leben zu erfüllen. Lassen Sie mich im Hinblick auf unseren Festvortrag zum Ende kommen: Scheinheiligkeit und Pseudoharmonie haben noch keiner Institution den richtigen Weg in die Zukunft gewiesen. Für mich steht außer Frage, dass nur das Zulassen bzw. geradezu Einfordern von sachlicher Kritik aller kompetenten Mitarbeiter mit Verbesserungsvorschlag (ich nenne das „loyale Opposition“) im Bemühen um einen konstruktiven Dialog mittel- und langfristig zielführend sein wird. Kritik ins Gesicht, Lob gerne auch hinter dem Rücken. Was letztendlich zählt, sind Leistung und Loyalität. Besten DANK für Ihre Aufmerksamkeit!
Grußwort Prof. Dr. Bernd Bertram Vorsitzender des BVA
Sehr geehrter Herr Seitz, Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Leitthema der diesjährigen DOG-Tagung „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“ beleuchtet zwei wichtige Aspekte. Ein exzellentes Sehen trägt entscheidend zur Lebensqualität eines Menschen bei. Glücklicherweise können viele Menschen ohne Probleme exzellent sehen, so dass vielen ein schlechteres Sehen erst mit der ersten Brille bewusst wird. Die guten Korrekturmöglichkeiten von Refraktionsfehlern verleiten dann aber viele zum Trugschluss, dass man alle Probleme eines schlechten Sehens mit einer richtigen Brille lösen könne. Leider ist dies nicht so. Die Zahl der Augenkranken, die trotz optimaler Brillenkorrektur nicht exzellent sehen können, steigt durch den demographischen Wandel mit immer mehr Deutschen in hohem Alter drastisch an. Durch den erheblichen medizinischen Fortschritt in der Augenheilkunde in den letzten Jahren sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie können wir vielen Augenkranken einen exzellenten Visus erhalten oder z.B. mit modernen IOL wiedergeben oder zumindest den Visus wie durch die IVOM stabilisieren. Wir Augenärzte leisten mit unserer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag für ein exzellentes Sehen der Bevölkerung. Der BVA versucht, mit seiner berufspolitischen Arbeit dafür die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehört natürlich, dass uns Augenärzten von den Krankenkassen genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden und diese sinnvoll eingesetzt werden, aber auch dass wir nicht durch Bürokratie und andere unsinnige Auflagen behindert werden, sondern uns durch ein passendes Umfeld und sinnvolle Regelungen auf die medizinische Versorgung unserer Patienten konzentrieren können. Nicht vergessen werden darf da-
Prof. Dr. Bernd Bertram
bei die Förderung der Forschung in der Augenheilkunde durch entsprechende Rahmenbedingungen. Ich bin mir sicher, dass der diesjährige DOG-Kongress die Versprechung des zweiten Teils des Leitthemas „Exzellenz fördern“ durch sein vielfältiges und hochkarätig besetztes Programm erfüllen wird. Herrn Prof. Seitz und der Programmkommission sei für die Zusammenstellung gedankt. Bedanken möchte ich mich als BVA-Vorsitzender auch für die erneut sehr gute Zusammenarbeit mit dem DOG-Präsidium im vergangenen Jahr. Wir haben wieder viele gemeinsame Projekte vorangebracht. Dabei hat sich die Aufgabenteilung BVA/Berufspolitik und DOG/Wissenschaft weiterhin sehr bewährt, wobei wir bei den vielen überlappenden Themen gemeinsam arbeiten, aber bei einigen Themen auch den Vorteil nutzen können, dass entweder BVA oder DOG alleine agieren, weil wir damit dann mehr für die Augenärzte erreichen können. Ich wünsche der DOG viel Erfolg bei diesem Kongress und möchte entsprechend dem Leitthema der Tagung schließen mit der Aufforderung an alle Augen ärzte, überall der Bevölkerung den hohen Stellenwert eines exzellenten Sehens bewusst zu machen nach dem Motto „Tue Gutes und rede davon“.
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Mitteilungen der DOG Grußwort Prof. Dr. Gerhard K. Lang Herausgeber Klinische Monats blätter für Augenheilkunde Herr Präsident, meine Damen und Herren, mit einem Heft der Klinischen Monatsblätter - einem der Publikationsorgane der DOG - halten Sie die weltweit älteste, kontinuierlich publizierte augenärztliche Zeitschrift in Händen.
Prof. Dr. Gerhard Lang
Die Klinischen Monatsblätter werden dieses Jahr 150 Jahre alt. Für die junge und schnell wachsende Heidelberger Augenärztegesellschaft stieß Albrecht von Graefe bereits 1862 die Notwendigkeit einer Zeitschrift an und beauftragte Karl Willhelm von Zehender mit der Ausführung. 1863 erschien der erste Band und die Vorträge der Tagung wurden einem großen Leserkreis zugänglich gemacht
Wie damals so auch heute werden in den Klinischen Monatsblätter die neuesten Erkenntnisse publiziert, um alles Neue mittzuteilen, was der in Klinik und Praxis tätige Augenarzt für seine Arbeit wissen muss. An dieser Stelle möchte ich allen Herausgebern, Schwerpunktherausgebern sowie den Reviewern und Autoren für ihre Tätigkeit herzlich danken. Den Thieme Verlag und seine Mitarbeiterinnen möchte ich ganz besonders erwähnen. Mein Dank gilt auch Herrn Kollegen Rohrbach, der im Jubiläumsjahr die Zeitschrift mit der Rubrik „Highlights gestern – Highlights heute“ begleitet. Abschließend darf ich noch zum Jubiläums-Symposium der Klinischen Monatsblätter am Samstag um 14.30 h einladen, bei dem auch die diesjährigen Theodor AxenfeldPreisträger vortragen werden. Der Theodor-Axenfeld-Preis, der alle 2 Jahre eine herausragende Arbeit in den Klimos würdigt, hat auch ein Jubiläum und feiert dieses Jahr sein 75 jähriges Bestehen. Die Klinischen Monatsblätter versuchen, angemessen und würdig gemeinsam mit ihren Lesern das 150 jährige Jubiläum zu begehen und verstehen diesen Meilenstein als Verpflichtung für die Zukunft, weiterhin an der Qualität der Zeitschrift zu arbeiten. Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit.
Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen DOG und COECSA Im Jahr 2009 unterzeichnete die DOG zusammen mit der Oph thalmological Society of East Africa (OSEA) ein Memorandum of Understanding. Ziel dieser Vereinbarung war es, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Ausbildung im Bereich der Augenheilkunde weiterzuentwickeln und zu stärken. Aus dieser Kooperation ist über die letzten Jahre eine fruchtbare Zusammenarbeit entstanden.
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(COECSA). Um die gute Zusammenarbeit auch weiterhin fortzuführen, wurde anlässlich der Eröffnungssitzung ein Memoran-
dum of Understanding zwischen DOG und COECSA unterzeichnet.
Grußwort Prof. Dr. Dan Kiage
di, Malawi and Zambia – and they have all joined together to form a larger body of ophthalmologists. This year we had a very successful conference in Kigali and some of the people here were present. I must say that we have raised our standards to very high levels and this is thanks to the encouragement that we are getting from here. Next year we are going to Zambia which again is a very small country, a new country, they have just formed their society, so the whole of East Africa and Central Africa, South Africa will go there to encourage them further. I would like to encourage more of you to come to the annual conference which will take place either in Livingstone or Lusaka. So we are quite grateful and we are enthusiastic to have this cooperation going on. We enjoy the possibility to discuss with you what we can do to make this collaboration an even bigger success.
Präsident des College of Oph thalmology of Eastern Central and Southern Africa (COECSA)
Thank you Mr. President for your kind invitation. I bring you greetings from Africa, from OSEA which has now become COECSA. Four years ago, we stood in Leipzig with Prof. Wiedemann, who was President then, and we signed this Memorandum of Understanding. Since then a lot has happened, there has been a lot of enthusiasm and we appreciate the people from DOG who have really played a role in making this happen. I’d like to mention a few names like Prof. Volker Klauß, Prof. Martin Kollmann, Dr. Sebastian Briesen, Prof. Rudolf Guthoff, Prof. Manfred Zierhut, Prof. Uwe Pleyer and a few others who have really been very instrumental; they have taken time and visited us and communicated and shared very useful information and knowledge up to now. A lot of progress has happened in OSEA, we now changed to COECSA. The change really meant that there was a new spirit which came in, more countries were involved, we now have nine countries - Kenya, Uganda, Tanzania, Ethiopia, Southern Sudan, Rwanda, Burun-
Verleihung der Ehrenmitgliedschaft Prof. Dr. Veit-Peter Gabel
Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen DOG und COECSA
In 2012 firmierte OSEA mit weiteren Gesellschaften zum College of Ophthalmology of East, Central and Southern Africa
Nach seiner Facharztausbildung 1968 an der LMU München bei Professor Lund befasste sich Herr Professor Dr. Veit-Peter Gabel schwerpunktmäßig mit der Zusammensetzung von Silikonölen in der vitreoretinalen Chirurgie. Zusammen mit Professor Birn gruber steht er zudem für die Erforschung der Laseranwendung in der Augenheilkunde. 1991 wechsel-
Prof. Dr. Dan Kiage
te Herr Professor Gabel nach Regensburg und übernahm dort als Ordinarius die neugegründete Augenklinik. Regelmäßige Highlights
Prof. Seitz dankt Prof. Gabel für seine Verdienste um die DOG
des Jahres waren die von ihm organisierten Jahrestagungen der Bayerischen Augenärzte als auch die alternierend in Regensburg und Lübeck abgehaltenen Laser- und Vitrektomiekurse. Basierend auf seiner Kompetenz im Bereich der subretinalen Chirurgie avancierte Herr Professor Gabel zusammen mit Herrn Professor Zrenner zu einem der Pioniere der subretinalen Netzhautprothesen. Seit seiner Emeritierung 2006 hat sich Professor Gabel als Di-
rektor des ICO-Fellowship-Programms, das in die ganze Welt hinausstrahlt, bis heute in unschätzbarer Weise für die DOG verdient gemacht. Mit Hilfe dieses Programms ist es mittlerweile gelungen, mehr als 700 Fellows zu vermitteln und ihnen so eine qualifizierte ophthalmologische Ausbildung zu ermöglichen. Die DOG freut sich, Professor Gabel als Ehrenmitglied willkommen heißen zu dürfen.
Ehrung der Verstorbenen Anlässlich der Mitgliederversammlung der DOG wurde der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder gedacht. F Dr. Karl-Anton Büning, Bochum F Dr. med. Erdogan Cayiroglu, Hamburg
F Dr. Franz Graf, Bruchsal F Dr. Christoph Hallermann, Freiburg F Dr. Milena Ilic, Hannover F Dr. med. Manfred Langenfeld, Bernhardswald F Dr. Thomas Langhammer, Ulm F Dr. Erik Larsen, Bremen F Dr. H. D. Nanninga, Monnickendam
Stellvertretend für alle verstorbenen Mitglieder wurden die verstorbenen Ehrenmitglieder Prof. Stephen Ryan und Prof. Lorenz E. Zimmerman geehrt.
Prof. Dr. Stephen J. Ryan, Los Angeles (1940-2013)
Prof. Dr. Stephen J. Ryan
Am 1. Mai diesen Jahres verstarb unser Ehrenmitglied, Professor
F Dr. Michael Pasco, Bitburg F Dr. Veronika Rossa-Knoll, Velbert
F Prof. M.D. Stephen J. Ryan, Los Angeles
F Dr. Elena Sarafiant, Kirn F Dr. Karlheinz Schmidt, Köln F Dr. Klaus Schott, München F Dr. Zoltan Simon, Stuttgart F Dr. Jürgen Vogel, Ludwigshafen F Prof. Dr. Lorenz E. Zimmerman, Washington
Stephen J. Ryan an einer Krebserkrankung. Professor Stephen J. Ryan, M.D. war Präsident des Doheny Eye Institutes und Grace and Emery Beardsley Professor für Augenheilkunde. Von 1974 bis 1995 war er Lehrstuhlinhaber am Department für Augenheilkunde der University of Southern California (USC), von 1991 bis 2004 Dekan der Keck School of Medicine (USC) und er wirkte außerdem als Prorektor (Senior Vice President) der USC von 1993 bis 2004. Professor Ryan war Home Secretary des Institute of Medicine (IOM) der National Aca demy of Sciences. Zuvor war er Vorsitzender des IOMMitgliedschaftsausschusses. Professor Ryan war Mitglied des National Academies Corporation Board (TNAC), sowie Vorsitzender des Beirats des Arnold
and Mabel Beckman Centers der Akademien. Sein wissenschaftliches Interesse war fokussiert auf die Makuladegeneration, seit über 30 Jahren mit kontinuierlicher Unterstützung durch das NIH. Er hat in verschiedenen NIH-Sektionen mitgearbeitet und war Mitglied des NIH National Advisory Eye Council (NAEC) und anschließend Vorsitzender des Retinaausschusses. Dr. Ryan war Autor von neun Büchern, darunter „Retina“ (4. Auflage) sowie Autor von über 270 Artikeln in der wissenschaftlichen peer-reviewed Literatur. Er hat über 30 eingela dene Vorlesungen gehalten und hat zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei Ehrendoktorwürden (von der Universität Leipzig und von Providence College). Professor Ryan war weiterhin in zahlreichen Aufsichtsräten und Beiräten tätig, darunter der Arnold and Mabel Beckman Foundation, im International Council of Ophthalmology, der Johns Hopkins Universität, der National Alliance for Eye and Vision Research (NAEVR) und der W. M. Keck Foundation. 2009 wurde er zum Ehrenmitglied der DOG gewählt. Sein früher Tod ist ein großer Verlust für die Augenheilkunde!
Prof. Dr. Lorenz E. Zimmerman, Washington DC (1920-2013)
Herr Professor Zimmerman wurde am 15.11.1920 in Washington geboren. Er studierte Medizin an der George Washington Universität. mit dem Bachelor Abschluss 1943 und dem M. D. Abschluss 1945. Seine Facharztausbildung (Internship) absolvierte er am D.C. General Hospital und am Walter Reed Army Medical Center (Residency in Pathologie). Nach dem Abschluss seiner Facharztausbildung diente er als Feldarzt (Leiter des Pathologie-Labors) bis 1952 im Korea krieg, wofür er mit dem Bronze Star und der Legion of Merit ausgezeichnet wurde. 1952 erhielt er sein Diplom in Pathologie. In Washington D.C. war er nach
Prof. Dr. Lorenz E. Zimmerman
seiner Rückkehr am Armed Forces Medical Institute des Walter Reed Army Medical Center, wo er den Rest seiner Karriere blieb und ab 1954 Leiter der ophthalmischen Pathologie war. Ab 1954 war er außerdem Associate Professor und seit 1963 Professor für ophthalmologische Pathologie an der George Washington University. Seit 1983 war er Professor für Ophthalmologie und Pathologie an der Georgetown University. Im Ruhestand lebte er in Baltimore. Professor Zimmerman gilt in den USA als Begründer der modernen ophthalmologischen Pathologie. Er ist Gründungsmitglied der Verhoeff Society of Ophthalmic Pathology. Neben einem Standard-Lehrbuch publizierte er über 300 wissenschaftliche Veröffentlichungen. 1976 erhielt er den Ernst Jung-Preis. Er erhielt den Helen Keller Prize for Vision Research, den Pisart Award, die niederländische Donders Medaille und die Lucien Howe Medal der American Ophthalmologic Society. Er war Ehrendoktor der University of Illinois. Ihm zu Ehren stiftete die American Society for Oph thalmic Pathology die Lorenz E. Zimmerman Lecture. 1996 wurde er zum Ehrenmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft ernannt. Professor Zimmerman verstarb am 18. März diesen Jahres.
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Mitteilungen der DOG
Kurzprotokoll zur Mitgliederversammlung der DOG vom 21.9.2013 Die Langversion des Protokolls der Mitgliederversammlung wird mit der Einladung zur Mitgliederversammlung im Jahr 2014 verschickt und liegt in der Zwischenzeit in der Geschäftsstelle der DOG, Platenstr. 1, 80336 München für Mitglieder zur Einsichtnahme aus. Versammlungsleiter: Prof. Dr. Berthold Seitz Protokollführer: Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn Anwesende Mitglieder: 72
1. Feststellung der satzungs gemäßen Einberufung und Genehmigung der Tages ordnung
Der Präsident stellt fest, dass zu der Mitgliederversammlung satzungs- und fristgemäß vom Vorstand eingeladen wurde. Die den Mitgliedern mit der Einberufung zugesandte Tagesordnung wird genehmigt. Die Teilnehmer stimmen der Aufzeichnung der Sitzung zur Vereinfachung der Protokollerstellung zu.
2. Genehmigung des Proto kolls der Mitgliederver sammlung vom 22.09.2012
Zu dem Protokoll der Mitgliedersammlung vom 22.09.2012, wie mit der Einladung zur Mitgliederversammlung versandt, werden keine Anmerkungen oder Änderungswünsche vorgebracht.
3. Bericht des Präsidenten
Prof. Dr. Seitz berichtet über den Kongress 2013.
4. Bericht des Schatzmeisters
Der Schatzmeister, Prof. Dr. Reinhard, trägt den Bericht zu dem von den beiden R echnungsprüfern Prof. Dr. Knorr und Prof. Dr. Lieb geprüften und abgezeichneten Rechnungsbericht für das Jahr 2012 sowie den Haushalts-
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plan für die Jahre 2013 und 2014 vor.
5. Bericht des Schriftführers
Prof. Dr. Grehn berichtet zum Stand der Mitgliedschaft und aus seinem Zuständigkeitsbereich. Der Mitgliederstand stellt sich zum Tagungszeitpunkt wie folgt dar: Mitglieder am 18.09.2012 6.254 Verstorben 18 Ausgeschieden 99 Neuaufnahmen 320 Mitglieder am 13.09.2013 6.457 Die Anzahl der Mitglieder hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 203 erhöht.
6. Bericht des Generalsekretärs
Prof. Dr. Kampik berichtet über aktuelle strukturelle Entwicklungen in der DOG.
7. Entlastung des Vorstan des und Genehmigung des Haushaltsplans
Prof. Lieb, Rechnungsprüfer, beantragt im Anschluss an die Berichte von Schatzmeister, Schriftführer und Generalsekretär die Entlastung des Vorstandes. Die Mitgliederversammlung entlastet daraufhin den Vorstand und genehmigt den vorgestellten Haushaltsplan für die Jahre 2013 und 2014.
8. Neuwahlen
1. Vertretungsberechtigter Vorstand – ausgeschieden aus dem Amt als Vizepräsident und laut Satzung nun Präsident: Prof. Dr. Johann Roider (Kiel) – zum Ersten Vizepräsidenten wurde gewählt: Prof. Dr. Karl-Ulrich BartzSchmidt (Tübingen) – ausgeschieden aus dem Amt als Präsident und laut Satzung nun 2. Vizepräsident:
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) – ausgeschieden aus dem Amt als Schriftführer: Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg) – zum Schriftführer wurde gewählt: Prof. Dr. Frank Holz (Bonn) 2. Gesamtpräsidium (§ 6, 10 der Satzung) – Vertreter der Hochschullehrer, die augenärztliche Leiter von Kliniken oder selbständigen Abteilungen an Universitäten oder Hochschulen sind ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Frank Holz (Bonn) Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen) Gewählt wurden: Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg) Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt) – Vertreter habilitierter ophthalmologischer Hochschullehrer ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Karin Löffler (Bonn) Gewählt wurde: Prof. Dr. Jost Hillenkamp (Kiel) – Vertreter hauptamtlich tätiger ophthalmologischer Chef ärzte ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Karl-Heinz Emmerich (Darmstadt) Gewählt wurde: Prof Dr. Lutz Hesse (Heilbronn) – in freier Praxis niedergelassene Augenärzte ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff (Münster) Dr. Elmar Wille (Berlin) Gewählt wurden: Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff (Münster) (Wiederwahl) Dr. Ulrich Oeverhaus (Rietberg) – Vertreter der Sektionen Sektion DOG-Gewebetransplantation und Biotechnologie: ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Thomas Reinhard
(Freiburg) Gewählt wurde: Dr. Helga Reinshagen (Olten) Sektion DOG-Ophthalmoplastische und rekonstruktive Chirurgie: ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock) Gewählt wurde: Prof. Dr. Christoph Hintschich (München) Sektion DOG-Internationale Ophthalmologie: ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Volker Klauß (München) Gewählt wurde: Prof. Dr. Rudolf Gutfhoff (Rostock – stellvertretende Rechnungsprüfer ausgeschieden aus dem Amt: Prof. Dr. Ekkehart Königsdörffer (Jena) Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth (Wien) Gewählt wurden: Prof. Dr. Jochen Kammann (Davos) PD Dr. Ulrich Schaudig (Hamburg) 3. Jury des von Graefe Preises Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock) mit 45 Stimmen Prof. Dr. Christian Ohrloff (Bonn) mit 32 Stimmen Prof. Dr. Peter Wiedemann (Leipzig) mit 39 Stimmen Die gewählten Personen nehmen ihre Wahl an oder haben dies vorher schriftlich für den Fall ihrer Wahl erklärt.
Prof. Dr. Berthold Seitz Präsident der DOG
Prof. Dr. Dr. Franz Grehn Schriftführer der DOG
Preisverleihung 111. DOG-Kongress 19.9. – 22.9.2013, Estrel Berlin Samstag, 21.9.2013, 09:45 – 11:15 Uhr, Raum Paris Best Paper Award. Dotierung: 500 € gestiftet von der DOG
Die Festlegung der Preisträger erfolgte auf dem Kongress. F PFr03-08 The role of VEGF during axonal regeneration of retinal ganglion cells in monkeys Vera Hofmann, Sonja Mertsch, Michael R. R. Böhm, Solon Thanos (Münster) F PSa06-01 Characterization of reticular pseudodrusen in multi-wavelength confocal scanning laser ophthalmoscopy Florian Alten, Christoph Clemens, Peter Heiduschka, Nicole Eter (Münster)
SFO in Paris und auf der Tagung der DOG verliehen. Verbunden mit der Medaille ist ein Stipendium in Höhe von 3.000 € für den Aufenthalt eines/r vom Preisträger zu bestimmenden Mitarbeiters/in an einer französischen Gastklinik. Für das Jahr 2013 wurde von dem Gremium, bestehend aus Dr. H. Baurmann, Dr. R. Grewe und Prof. Dr. A. Kampik, als Preisträger ausgewählt: Herr Universitätsprofessor Dr. med. Thomas Reinhard (Freiburg)
Herr Professor Reinhard hat an der RWTH zu Aachen und in Basel sein Medizinstudium ab-
Chibret Goldmedaille. Dotierung: Goldmedaille gestiftet von der Théa Phar ma GmbH Preisträger: Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Anselm Kampik (München/Vorsitzender), Prof. Dr. Herbert Baurmann (Königswinter) Dr. Rolf Grewe (Münster)
F Laudatio Prof. Dr. Anselm Kampik, Juryvorsitzender
Seit 1974 wird die Medaille d’Or Paul Chibret für besondere Verdienste in der Ophthalmologie und speziell in der Kooperation zwischen der deutschen und der französischen Augenheilkunde vergeben, wobei sich diese Kooperation auf europäische Belange der Augenheilkunde ausgedehnt hat. Der Preis wird abwechselnd auf der Tagung der
Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg)
solviert und seine medizinische Promotion im Jahre 1989 an der RWTH in Aachen abgelegt. Seine augenärztliche Weiterbildung erfolgte 1989 - 1992 an der Universitäts-Augenklinik der HeinrichHeine-Universität in Düsseldorf unter der Leitung von Prof. R. Sundmacher, wo er ab 1993 als Oberarzt tätig war. 1996 folgte die Habilitation für das Fach Augenheilkunde an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sein klinischer Schwerpunkt liegt bei den Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes. 2003 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Augenheilkunde als Direktor der Univer-
sitäts-Augenklinik Freiburg an, wo er seither als Ärztlicher Direktor tätig ist. Mit seinen wissenschaftlichen Hauptarbeitsgebieten Erkrankungen der Hornhaut und Hornhauteingriffe (insbesondere alle Formen der Hornhauttransplantation, perforierende und lamellierende Varianten, Limbusstammzell- und Amniontransplantation), hat sich Herr Prof. Reinhard einen international hohen wissenschaftlichen und klinischen Ruf erworben, weswegen er in vielerlei Kommissionen und Institutionen berufen wurde. Herauszuheben ist Aufbau und Leitung der LIONS Hornhautbank NRW, sowie Aufbau und Leitung der LIONS Hornhautbank Baden-Württemberg. In der EUCornea ist er im Vorstand tätig, ist Vorstandsmitglied von Bio Implant Services (BIS, Leiden/Niederlande) und Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Europäischer Gewebebanken. Seit 2007 ist er im Präsidium der DOG tätig und war in der Amtszeit 2010/2011 Präsident der DOG. In dieser Amtszeit hat er die Tagung der DOG unter dem Motto „Herausforderungen in der Augenheilkunde“ in Berlin ausgerichtet. Seit 2012 ist er als Schatzmeister der DOG im geschäftsführenden Präsidium der DOG weiter tätig. Gerade in dieser Eigenschaft als Amtsträger im geschäftsführenden Präsidium der DOG, aber auch in den Gruppierungen der EUCornea sowie der Europäischen Gewebebanken hat sich Prof. Reinhard intensiv dem gemeinsamen Anliegen von deutscher und französischer, darüber hinaus aber gerade auch der europäischen Augenheilkunde angenommen. All dies hat die deutsch-französische Kooperation, aber insbesondere auch die Beziehungen zu anderen europäischen wissenschaftlichen Fachgesellschaften erweitert. Hierdurch ist die europäische Kooperation in der Augenheilkunde gestärkt worden.
Herr Prof. Reinhard wird aus all diesen Gründen mit der Medaille d’Or Paul Chibret, vergeben im Jahre 2013, ausgezeichnet.
Grußwort Jean-Frédéric Chibret, Präsident der Théa Gruppe Théa Pharma GmbH
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Prof. Kampik, sehr geehrte Damen und Herren der DOG, es ist eine besondere Ehre für die Firma Théa und mich, Jean-Frédéric Chibret, Präsident dieses familiengeführten ophthalmologischen Unternehmens, an dieser Zeremonie zur Vergabe von besonderen Anerkennungen der DOG teilzunehmen. Seit mehr als 130 Jahren hat sich meine Familie, die Chibrets, für die gute Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Ophthalmologen engagiert und diese gefördert. Mein Urgroßonkel gründete die SFO in 1883 und vom ersten Moment an wurden deutsche Ophthalmologen zu diesem Kongress eingeladen, ebenso wie französische Ophthalmologen an den DOG-Tagungen teilnahmen. Heute freue ich mich besonders, selbst bei der Übergabe der Paul Chibret-Medaille an Herrn Prof. Reinhard, Freiburg, anwesend sein zu können. Seit etwa 40 Jahren wird diese Medaille und der dazugehörige Förderbetrag von 3.000 € für einen jungen deutschen oder französischen Ophthalmologen vergeben, um die Zusammenarbeit und den Austausch zu fördern. Mit Prof. Reinhard wurde vom Board ein mehr als herausragender forschender Ophthalmologe gewählt, dem diese Deutsch-Französische Zusammenarbeit am Herzen liegt. Nicht nur, dass er eine führende Universität leitet, er ist ja wegweisend in der Hornhauttransplantation und Biotechnologie von humanem Augengewebe. Der Ophthalmologe 11 · 2013
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Mitteilungen der DOG Es ist die Absicht der Paul Chibret-Medaille, die besten Forscher der Augenheilkunde zu ehren, die sich um diese internationale Aufgabe bemühen wollen und können. Da Théa ein Hauptsponsor der EBO ist, sind wir stolz, diese europäische Zusammenarbeit in der Augenheilkunde mit Leben zu erfüllen und zu unterstützen. Sehr geehrter Herr Prof. Reinhard, es freut uns und besonders mich, dass das Board Sie ausgewählt hat und dass Sie einem jungen Ophthalmologen helfen wollen, die deutsch-französische Ophthalmologie zu fördern.
Dr. Ramin Khoramnia (Heidelberg)
FEBO Examina
Auszeichnung der drei besten deutschen Absolventen. Preisträger: Dr. Tillmann Peter Eckert (Frankfurt) Dr. Ramin Khoramnia (Heidelberg) Dr. Jan Darius Unterlauft (Leipzig)
Am 10. und 11. Mai 2013 fand in Paris die Prüfung zum Europäischen Facharzt statt. Das FEBOExamen wird in Paris abgelegt und ist eine zur nationalen Facharztprüfung zusätzlich abzulegende europäische Prüfung. In diesem Jahr nahmen 99 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland an der Prüfung teil. Das European Board of Oph thalmologists ist eine ständige Arbeitsgruppe des ophthalmologischen Fachbereichs der Vereinigung europäischer Fachärzte (UEMS). Die besten deutschen Teilnehmer 2013 waren:
Dr. Tillmann P. Eckert (Frankfurt)
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Der Ophthalmologe 11 · 2013
Dr. Jan Darius Unterlauft (Leipzig)
Forschungsförderung „Dysfunktion der Meibom drüsen und Augenoberfläche“. Dotierung gesamt: 10.000 € gestiftet von der Optima Pharmazeutische GmbH Preisträgerin: Dr. Ulrike Hampel (Erlangen)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf/Vorsitzender) Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) PD Dr. Ulrich Schaudig (Hamburg) Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)
F Laudatio
Dr. Ulrike Hampel (Erlangen)
von Resolvin auf den klinischen Verlauf des trockenen Auges im Modell der Maus zu untersuchen als auch indirekt die Stimulation der Meibomdrüsen-intrinischen Resolvin-Sekretion durch Docosahexaenoinat mit Hilfe einer Zelllinie von Meibomdrüsenepi thel zu evaluieren. Der Antrag ist klar strukturiert, formuliert eindeutige Hypothesen und stellt einen definierten Zeitplan vor, der im Umfeld des etablierten Forschungslabors und auf der Basis ausführlicher Vorarbeiten von Dr. Hampel mit großer Sicherheit verwertbare Ergebnisse zeigen wird. Alle eingegangenen Arbeiten waren von hervorragender Qualität und im Prinzip förderwürdig. Das Projekt von Dr. Hampel zeichnete sich jedoch dadurch aus, dass es nicht nur konzeptionell einem originellen Forschungsziel in besonderer Weise gerecht wird, sondern auch ein hohes Potential für die Verbesserung der Therapie der Volkskrankheit Meibomdrüsendysfunktion / Trockenes Auge bietet.
te Ursache des trockenen Auges angesehen werden. Intensive Forschung und Entwicklung sind die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Dia gnostik und Therapie auch auf diesem Gebiet. Wir freuen uns deshalb besonders, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG) bei der ersten Verleihung der Forschungsförderung „Dysfunktion der Meibomdrüsen und Augenoberfläche“ dabei sein zu können und wir gratulieren ebenfalls Frau Dr. Hampel ganz herzlich zur Prämierung Ihres Projekts. Die Thematik der hyperevaporativen Keratokonjunktivitis sicca und der damit eng verbundenen Meibom Drüsen Dysfunktion begleitet Sie in Ihrer täglichen Arbeit bei vielen Ihrer Patienten. Die Firma Optima Pharmazeutische GmbH hat schon frühzeitig das Thema Trockene Augen und speziell die Therapie der hyperevaporativen Keratokonjunktivitis sicca und der damit eng in Verbindung stehenden MDD aufgegriffen und Ihnen verschiedene Produkte zur Versorgung Ihrer Patienten an die Seite gestellt. Wir freuen uns Ihnen heute mitteilen zu können, dass wir auch wieder im Jahr 2014 die Forschungsförderung „Dysfunktion der Meibomdrüsen und Augen oberfläche“ zur Verfügung stellen werden.
Prof. Dr. Gerd Geerling, Juryvorsitzender
Die Jury für die Vergabe der „Forschungsförderung Dysfunktion der Meibomdrüsen und Augenoberfläche“ erkennt
Grußwort
Frau Dr. Ulrike Hampel (Erlangen)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Ophthalmologinnen und Ophthalmologen, laut dem Report des International Workshop on Meibomian Gland Dysfunction der tfos (Tear Film and Ocular Surface Society) kann die Dysfunktion der Meibomdrüsen (MGD) als weltweit vermutlich häufigs-
die Forschungsförderung des Jahres 2013 für ihr Projekt über den „Impact of Meibomian gland derived resolvin D1 on the treatment of dry eye disease“ zu. Dr. Hampel beabsichtigt in ihrem Projekt sowohl in vivo den direkten therapeutischen Nutzen
Stefan Kroll, Geschäftsführer Optima Pharmazeutische GmbH
Forschungsförderung Tropen ophthalmologie. Dotierung gesamt: 8.000 € gestiftet von der DOG
F Leiter der geförderten Projekte: PD Dr. Robert P. Finger (Bonn/Melbourne),
F Jurymitglieder Prof. Dr. Volker Klauß (München/Vorsitzender) Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock) Prof. Dr. Guido Kluxen (Wermelskirchen)
F Laudatio Prof. Dr. Volker Klauß, Juryvorsitzender
Titel des Projektes: Objektivierung der Glaukom-Profession in Kamerun Thomas Hannen (Mainz)
Titel des Projektes: Bangladesh Diabetes Risk in a rural community (BDRIRC) Study Priv.-Doz. Dr. med. Robert P. Finger (Bonn/Melbourne) und Dr. Amirul Islam (Bangladesh/Melbourne)
Im Rahmen einer PrävalenzUntersuchung in Bangladesch zu nicht diagnostiziertem BlutThomas Hannen (Mainz)
PD Dr. Robert P. Finger (Bonn/Melbourne)
hochdruck und Diabetes wird in einem Arm der Studie Sehbehinderung und Blindheit untersucht, insbesondere Daten zu diabetischen Augenerkrankungen bei bereits identifizierten Diabetikern untersucht. Die Untersuchung findet in einer marginalisierten ländlichen Bevölkerung mit minimaler medizinischer Versorgung statt. Bluthochdruck und Diabetes mellitus zeigen in der Bevölkerung der Länder der Dritten Welt eine rasch steigende Inzidenz, ein Großteil der Erkrankungen bleiben undiagnostiziert. Somit kommt dieser Langzeituntersuchung einer großen Bevölkerungsgruppe eine große Bedeutung zu, auch für andere Regionen der Erde. Die DOG, Sektion Internationale Ophthalmologie, fördert diese Studie mit 5.000.- €.
Das Glaukom stellt die zweithäufigste Erblindungsursache weltweit dar. Die Erkrankung tritt in Subsahara / Afrika früher im Leben auf als in anderen Regionen und hat eine schnellere und visusmindernde Progression als in anderen Regionen. Thomas Hannen und das Team der Augenklinik der Universität Mainz haben es sich zur Aufgabe gesetzt, die Veränderungen durch ein chronisches Glaukom bei Patienten in Kamerun soweit wie möglich durch verschiedene Untersuchungen zu objektivieren und im Zeitverlauf zu dokumentieren, gleichzeitig eine Schulung des lokalen Personals und eine Therapie bei den Patienten einzuleiten. Die DOG, Sektion Internationale Ophthalmologie, fördert die Untersuchung mit 3.000,- €. Die zu erwartenden Ergebnisse können für die Afrikanische Bevölkerung insgesamt von Bedeutung sein, auch vor dem Hintergrund, reduzierte diagnostische Möglichkeiten und Mangel an Fachpersonal.
Glaukomforschungspreis der DOG. Dotierung: 5.000 € gestiftet von der Santen GmbH Preisträger: Dr. Thomas Wecker (Freiburg)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Hagen Thieme (Magdeburg/Vorsitzender) Prof. Dr. Thomas Dietlein (Köln) Prof. Dr. Gerhard K. Lang (Ulm)
F Laudatio Prof. Dr. Hagen Thieme, Juryvorsitzender
Der hochdotierte Glaukomforschungspreis der DOG wird von der Firma Santen gestiftet und dient der Anerkennung für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Glaukomatologie. Für die diesjährige Ausschreibung sind insgesamt sechs sehr hochwertige Arbeiten und Bewerbungen eingegangen. Die Preis-Jury hat in einer voneinander unabhängigen Bewertung unter Zuhilfenahme eines einheitlichen Bewertungsrasters die Arbeiten gesichtet und gewürdigt. Bei der Auswertung fiel auf, dass alle Arbeiten in Bezug auf das Ranking relativ nah beieinander lagen. Trotzdem konnte sich eine Arbeit als herausragend positionieren. Daher wird der Glaukom-Forschungspreis der DOG dieses Jahr an Herrn Dr. Thomas Wecker (Freiburg)
vergeben. Die von ihm eingereichte Arbeit trägt den Titel „Effects if TGF-ß 2 on cadherins and ß-catenin in human trabecular meshwork cells“. Herr Wecker hat diese Arbeit als Erstautor verfasst, die Ko-Autoren sind Han, Börner, Grehn und Schlunck.
Dr. Thomas Wecker (Freiburg)
Herr Wecker untersuchte in seiner Arbeit die biomechanischen Aspekte in der Pathogenese des Glaukoms. Anders als bisherige Forschungen, die sich primär auf die Lamina cribrosa des Sehnervenkopfes spezialisiert ha-
ben, beschäftigt sich Herr Wecker in der Arbeitsgruppe von Herrn Schlunck, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert ist, mit dem Trabekelmaschenwerk uns seiner aktiven Rolle bei der Regulation des Augeninnendrucks. Das Zytokin TGF-ß 2 kommt in Kammerwasserproben von Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom in höherer Konzentration vor als bei Normalprobanden. Es lag daher nahe, die Wirkung dieses Zytokins in Primärkulturen humaner Trabekelmaschenwerks-Zellen zu untersuchen und die Zunahme zytoskeletaler Zellbestandteile und kontraktiler Elemente einerseits sowie eine Erniedrigung der ZellZell-Haftung andererseits in vi tro zu erforschen. Von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, dass im Rahmen dieser Arbeiten auch Modulatoren des Rho Kinase-SignalTransduktionsweges untersucht worden sind. Der eben genannte Signal-Transduktionsweg könnte möglicherweise in Zukunft zu einer neuen Klasse von Antiglaukomatosa führen. TGF-ß 2 führte in der von Herrn Wecker eingereichten Arbeit zu einer vermehrten Zell-Zell-Adhäsion und auch die cadherin-vermittelten Zellkontakte wurden durch TGF-ß verstärkt. Zusammenfassend bietet die Grundlagenarbeit neue Einblicke in die Physiologie und Funktion des Trabekelmaschenwerks als von Zytokinen beeinflusstes Zielgewerbe und wird in Zukunft unser Verständnis für die Regulation des Kammerwasser-Abflusses durch dieses wichtige Gewebe weiter erhöhen. Alle Gutachter haben die sauber ausgeführten Experimente und Konklusionen, die daraus abgeleitet worden sind, gewürdigt. Die Forschungsarbeit hat ein hohes Potential, auch in Zukunft interessante und wichtige Aspekte zutage zu fördern.
Der Ophthalmologe 11 · 2013
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Mitteilungen der DOG Grußwort Dieter Kraft, Executive Sales & Marketing Director Santen GmbH
Es ist dem traditionsreichen, forschungsintensiven Konzern Santen mit seiner Spezialisierung in der Augenheilkunde seit über 120 Jahren ein sehr wichtiges persönliches Anliegen, junge und kreative Glaukomforscher auch in Deutschland zu ermuntern und auch finanziell zu unterstützen wichtige Forschungsarbeit an den renommierten Universitätsaugenkliniken zu leisten, um immer wieder neue und damit weiterführende Erkenntnisse zum Nutzen der Patienten zu erlangen. In den ethischen Grundsätzen des auf die Augenheilkunde spezialisierten forschenden Konzerns Santen ist schon seit jeher verankert, dass es Ziel ist, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Ein vorherrschender Slogan von Santen mit den Worten „A clear vision for Life“ soll dies weltweit zum Ausdruck bringen. Somit ist es uns eine Freude den jährlichen Glaukomforschungspreis der DOG finanziell mit einem Preisgeld von € 5.000.zu unterstützen und wir gratulieren dem Preisträger für seine herausragende Forschungsarbeit auch im Namen unseres weltweiten Präsidenten (CEO) Akira Kurokawa.
Glaukomforschungspreis. Dotierung: 2.000 € gestiftet vom Bundesverband Auge e.V. Preisträgerin: Dr. Stephanie C. Joachim (Bochum)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Jost B. Jonas (Mannheim-Heidelberg) Prof. Dr. Anselm Jünemann (Erlangen-Nürnberg) Dr. Franz Romstöck (Altdorf b. Nürnberg)
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Der Ophthalmologe 11 · 2013
F Laudatio Dieter W. Staubitzer, Bundesverband Auge e.V.
Der Glaukomforschungspreis 2013 für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Glaukomatologie wird vergeben an Frau Dr. Stephanie C. Joachim (Bochum)
Zuerkannt wurde folgende Publikation: Retinal ganglion cell loss is accom panied by antibody depositions and increased levels of microglia after immunization with retinal antigens Stephanie C. Joachim, Oliver W. Gramlich, Panagiotis Laspas, Heiko Schmid, Sabine Beck, Harald D. von Pein, H. Burkhard Dick, Norbert Pfeiffer, Franz H. Grus. PLoS One 2012;7(7): e40616.
Derzeit wird das Glaukom symp tomatisch, über eine medikamentöse oder chirurgische Senkung des Augeninnendrucks, behandelt. Dies kann ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern, sie aber nicht heilen. Um das Glaukom in Zukunft gezielter behandeln zu können, ist eine bessere Kenntnis des Pathomechanismus notwendig. Bisher ist die genaue Ursache der Krankheitsentstehung noch nicht geklärt. In den letzten Jahren wurde zunehmend auch eine immunologische Komponente in der Pathogenese diskutiert. Bei Glaukom-Patienten konnten veränderte Antikörpermuster gegen Retina und Sehnerv nachgewiesen werden. Um eine mögliche direkte Beteiligung der Antikörper am Prozess der Ganglienzelldegeneration nachzuweisen, wurden in der vorliegenden Arbeit immunologische Veränderungen im Tiermodell untersucht. Die Arbeitsgruppe von Fr. Dr. Joachim konnte zeigen, dass es im Modell nach Immunisierung mit okulären Antigenen zum Untergang retinaler Ganglienzellen kommt. Im Studienverlauf bildeten sich autoreaktive Antikörper gegen Retina und
Sehnerv. Auch zeigten sich immunhistologisch Antikörperablagerungen in der Retina. Neben einer reaktiven Gliose war auch ein vermehrtes Auftreten von Mikrogliazellen in der Retina zu beobachten, vermutlich zur Beseitigung von Zellresten. Die Autoren gehen davon aus, dass die nachgewiesenen Antikörper am Untergang retinaler Ganglienzellen beteiligt sind. Es wäre möglich, dass die gebildeten Autoantikörper direkt eine Apoptose auslösen, darauf deuten die Antikörperablagerungen in der Nähe apoptotischer Zellen. Es wäre auch denkbar, dass die Antikörper weitere Kaskaden aktivieren, die dann letztendlich zum Untergang der Ganglienzellen führen. Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit können zu einen besseren Verständnis des Pathomechanismus beitragen und so den Grundstein für die Entwicklung neuer Glaukom-Therapien legen. Zur Person:
Dr. Stephanie C. Joachim (Bochum)
Frau Dr. med. Stephanie Christine Joachim ist am 19.07.1976 in München geboren und hat 2006 an der Universität Mainz mit „summa cum laude“ promoviert. Sie war dann bis 2010 als Post-Doc in der Experimentellen Ophthalmologie der Universitäts-Augenklinik Mainz mit der Leitung der Sektion Tiermodelle betraut. Seit 2010 leitet sie das DFG-Projekt „Rolle der Antikörperbeteiligung am Untergang retinaler Ganglienzellen im Experimentellen Autoimmun Glaukom Tiermodell“. Fr. Dr. Joachim ist seit Oktober 2012 an der Uni-
versitäts-Augenklinik der RuhrUniversität Bochum beschäftigt und ist mit der Leitung des Experimental Eye Research Institute an der Universitäts-Augenklinik betraut. Frau Dr. Joachim hat in der Vergangenheit mit einer Vielzahl von Veröffentlichungen auf sich aufmerksam gemacht und ist Preisträgerin von verschiedenen renommierten Forschungspreisen.
Grußwort Dieter W. Staubitzer, Bundesverband Auge e.V.
Der Bundesverband Auge (vormals Initiative Auge e.V.) ist eine gemeinnützige und bundesweit agierende Selbsthilfeorganisation. Sie steht Betroffenen zur Seite, die unter chronischen Augenerkrankungen wie Glaukom und AMD leiden. Der gemeinnützige Verein wurde 1999 von Betroffenen, Ärzten und Wissenschaftlern gegründet und hat mehr als 1.000 Mitglieder. Der Bundesverband kooperiert mit dem Deutscher Diabetiker Bund (DDB). Ziele sind, die Bevölkerung über die Krankheitsbilder chronischer Augenerkrankungen zu informieren und zur Früherkennung aufzurufen. Darüber hinaus gibt der Bundesverband Auge Tipps und Hilfestellung zum richtigen Umgang mit der chronischen Erkrankung und unterstützt Betroffene und Angehörige bei der Gründung und Fortführung von lokalen und regionalen Selbsthilfegruppen in den Bundesländern. Im Rahmen von kostenlosen Beratungen kümmert sich der Bundesverband um die Fragen, Ängste und Sorgen von Betroffenen. In Mitglieder-Informationen berichtet der Verein regelmäßig über neue Erkenntnisse zur Vorsorge und Therapie von Augenerkrankungen, über Neues aus Wissenschaft und Forschung und alternative Heilmethoden. Augenärzte und Wissenschaftler
unterstützen sie hierbei in einem medizinisch-wissenschaftlichen Beirat. Mit einer jährlichen Vergabe des Glaukom-Forschungspreises will der Bundesverband junge Wissenschaftler unterstützen, die herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Glaukomatologie oder Arbeiten zur Erforschung und Entwicklung von „kindgerechten Medikamenten“ und „naturheilkundliche Ansätzen“ in der Glaukom-Therapie nachweisen können. Der Glaukom-Forschungspreis 2013 ist mit einer Summe von insgesamt 2.000 € dotiert. Wir gratulieren Frau Dr. med. Stephanie C. Joachim zum diesjährigen Glaukom-Forschungspreis 2013.
Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie. Dotierung: 2.500 € gestiftet von Springer Medizin Preisträgerin: Dr. Corinne Huss (Luxemburg)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Frank Holz (Bonn/Vorsitzender) Prof. Dr. Stefan Dithmar (Heidelberg) Prof. Dr. Salvatore Grisanti (Lübeck) Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg)
F Laudatio Prof. Dr. Frank Holz, Herausgeber Der Ophthalmologe
Der Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie 2013 wird vergeben an Frau Dr. Corinne Huss (Luxemburg)
Dr. Corinne Huss (Luxemburg)
Für die Arbeit: Experimentelle Hornhautbildgebung und Hornhautchirurgie mit nicht verstärkten Femtosekundenlaserpulsen. Huss C, Krause M, Löw U et al. (2012) Der Ophthalmologe 109:995–1000 In ihrer Originalarbeit untersuchten Frau Huss und Mitarbeiter mittels Femtosekundenlaser Multiphotoneneffekte sowohl für die Bildgebung als auch für chirurgischen Gewebeabtrag der Hornhaut. Dabei wurde ein unverstärkter Femtosekundenlaser mit sehr niedrigen Pulsenergien im nJ-Bereich verwendet mit dem Ziel eines präziseren Gewebeabtrags mit weniger unerwünschten Effekten im umgebenden Gewebe. Die Autoren führten ihre Experimente sowohl an Schweinehornhäuten, menschlichen pathologischen Hornhautfragmenten sowie Spenderhornhäuten durch, welche nicht für eine Transplantation genutzt werden konnten. Hochauflösende Aufnahmen unter Nutzung des Autofluoreszenzeffekts wurden im Bereich des Hornhautepithels und des Hornhautstromas in horizontalen Ebenen durchgeführt in einer speziellen Zellkammer auf einem Mikropositionierungstisch. Hornhautepithelzellen stellten sich bei Anregung mit 740 nm gut abgrenzbar dar mit klarer Zellbegrenzung und dunklem Nukleus. Dabei wurde ein deutliches Autofluoreszenzsignal vom NAD(P)H der Mitochondrien detektiert. Es gelang weiterhin die Identifizierung verschiedener Zellschichten aus Apik 1-, Flügel- und Basalzellen. Das Stroma zeigte stark fluoreszierende Zellen in netzförmiger Konfiguration. Bei den hornhautchirurgischen Experimenten mit dem Femtosekundenlaser entstand nach intrastromaler linearer Laserabtragung ein lumineszentes Plasma, wobei die Läsionsbreite mit zunehmender Gewebetiefe abnahm. Mit ihrem innovativen Bildgebungs- und Behandlungsansatz zeigen die Autoren eindrucksvoll, dass mit niederener-
getischen Femtosekundenlaserpulsen sowohl hochauflösende Schichtaufnahmen als auch präzise Gewebsabtragungen der Hornhaut möglich sind. Dabei kann einfach zwischen Bildgebung und Gewebeabtragung mit identischem Setting gewechselt werden. Die sehr niedrigen Pulsenergien von unter 2 nJ hätten in der klinischen Anwendung Vorteile gegenüber im Moment zum Einsatz kommenden Verfahren, da weniger unerwünschte Nebeneffekte im Nachbargewebe entstehen. Darüber hinaus kommt die neue Form der Bildgebung ohne jegliche vorherige Alteration wie beispielsweise Färbungen aus. Die Übertragung in die klinische Praxis böte die Möglichkeit der Erkennung feinster Gewebsveränderungen wie beispielsweise bei langsam progredientem Keratokonus, bei entzündlichen Hornhauterkrankungen oder nach refraktiven Eingriffen. Die aufwendigen Experimente wurden äußerst sorgfältig durchgeführt und die Analyse der umfänglichen Daten ist in der publizierten Arbeit vorbildlich dargestellt. Den Autoren ist für ihre hervorragende, wegweisende Arbeit zu gratulieren. Ihrem Verfahren ist eine baldige Anwendung in der klinischen Praxis zu wünschen.
Grußwort Dr. Esther Wieland, Geschäfts führerin Springer Medizin
In diesem Jahr wird der JuliusSpringer-Preis für Ophthalmologie zum sechsten Mal von Springer Medizin verliehen. Prämiert wird eine herausragende wissenschaftliche Arbeit, die in der Rubrik „Originalien“ in der Zeitschrift Der Ophthalmologe innerhalb der letzten 12 Monate publiziert wurde. Der Preis ist mit 2.500 EUR dotiert. Was veranlasst Springer Medizin einen solchen Preis zu stiften? Springer Science + Business Media ist weltweit der zweitgröß-
te Wissenschaftsverlag. Unter der Dachmarke Springer Medizin wurden 2009 alle deutschsprachigen Publikationen im Gesundheitssektor zusammengefasst. Mit über 120 Zeitschriften, darunter auch die Ärztezeitung als einzige Tageszeitung für Ärzte, 200 Buch-Neuerscheinungen pro Jahr, einer umfassenden E-Book-Kollektion, sowie zahlreichen fachspezifischen Internet-Angeboten ist Springer Medizin Marktführer im Gesundheitssektor. Als Teil von Springer Science + Business Media ist auch Springer Medizin der Wissenschaft verpflichtet. Im Bereich Ophthalmologie will Springer Medizin einen besonderen Beitrag zur Förderung der Wissenschaft leisten und vergibt daher jährlich den nach dem Gründer des Springer-Verlags benannten Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie. Auch Julius Springer, der im Jahre 1842 eine Verlagsbuchhandlung in Berlin gründete, hatte von Anfang an die Forschung im Blick und wandelte die Verlagsbuchhandlung zu einem wissenschaftlichen Fachverlag, der heute zu den weltweit führenden wissenschaftlichen Verlagen gehört. Für den Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie wurde in diesem Jahr aus vielen ausgezeichneten Artikeln eine wissenschaftliche Originalarbeit ausgewählt, die sich mit der Hornhautbildgebung und Hornhautchirurgie mit nicht verstärkten Femtosekundenlaserpulsen beschäftigt. Ergebnis der prämierten Arbeit ist, dass mit niederenergetischen Femtosekundenlaserpulsen hochauflösende Bilder sowie präzise Gewebeabtragungen in der Kornea erzeugt werden können. Zudem ist ein leichter Wechsel zwischen Bildgebung und Gewebeabtrag möglich. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren treten mit dem innovativen Verfahren weniger unerwünschte Nebenwirkungen auf. Wir freuen uns sehr, den Preis im Rahmen des 111. DOG-Kongresses an Frau Doktor Huss, Der Ophthalmologe 11 · 2013
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Mitteilungen der DOG stellvertretend für alle Autoren, verleihen zu dürfen und gratulieren den Preisträgern recht herzlich!
Die Jury des Leonhard-KleinPreises hat
Kurzzeitdozenturen Tropenophthalmologie. Dotierung gesamt: 9.000 € gestiftet von der DOG
aufgrund der vorgelegten Arbeit zur „Evaluierung eines portablen minimal invasiven pars plana Vitrektoms zur Diagnostik und Therapie von retinalen Erkrankungen“
F Leiter der geförderten Projekte:
Herrn PD Dr. Michael Koss (Frankfurt/Los Angeles)
Prof. Dr. Dr. Paul-Rolf Preußner (Mainz) , Kurzzeitdozentur in Bafoussam, Kamerun
PD Dr. Robert P. Finger (Bonn/Melbourne) Dr. Ralph-Laurent Merté (Münster) Prof. Dr. Dr. Paul-Rolf Preußner (Mainz) Dr. Mathias Roth (Düsseldorf) Dr. Iris Winter (Halle/Saale)
den Leonhard-Klein-Preis 2013 zuerkannt.
Makula-Forschungspreis. Dotierung: 2.000 € + Finanzie rung e. Kongressaufenthalts in Übersee im Wert von 1.500 € gestiftet von der PRO RETINA Deutschland e.V.
F Jurymitglieder Prof. Dr. Volker Klauß (München /Vorsitzender) Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock) Prof. Dr. Guido Kluxen ( Wermelskirchen)
Dr. Mathias Roth (Düsseldorf), Kurzzeitdozentur in Asunción, Paraguay
Die folgenden Kurzzeitdozentu ren werden 2013 von der DOG ge fördert:
PD Dr. Robert P. Finger (Bonn/Melbourne), Kurzzeitdozentur in Coimbatore, Indien
Leonhard-Klein-Preis. Dotierung: 15.000 € gestiftet von der Leonhard-Klein- Stiftung Preisträger: PD Dr. Michael Koss (Frankfurt/Los Angeles)
F Kuratorium:
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Der Ophthalmologe 11 · 2013
Preisträger: Dr. Dominic Eberle (Dresden)
F Kuratorium: PD Dr. Michael Koss (Frankfurt/Los Angeles)
Dr. Iris Winter (Halle/Saale), Kurzzeitdozentur in Yangon, Birma
Dr. Ralph-Laurent Merté (Münster), Kurzzeitdozentur in Dar es Salaam, Tansania
Die Jury ist sich bewusst, dass der Behandlungsansatz einer multiblen Medikamentengabe mit Vitrektor nicht von allen Mitgliedern der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft befürwortet wird. Die Erarbeitung schrittweiser Verbesserungen des therapeutischen Procedere ist jedoch nur dadurch möglich, dass derartige Verfahren peer-reviewed publiziert werden, so wie es hier in vorbildlicher Weise geschehen ist.
Prof. Dr. Peter Wiedemann (Leipzig/Vorsitzender) Prof. Dr. Burkhard Dick (Bochum) Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf) Doris Zirkler (Stifterverband) F Laudatio Prof. Dr. Peter Wiedemann, Juryvorsitzender
Herr Koss hat dieses portable minimal invasive Vitrektom, den sog. Intrector®, an über 4.500 Patienten evaluiert. Mit diesem Gerät ist ein minimal invasiver Eingriff, eine Kernvitrektomie ohne Nahtverschluss und ggf. eine Medikamentenapplikation in den Glaskörperraum möglich. Die wichtigsten Augenkrankheiten in Industrieländern (AMD, diabetische Retinopathie, Venenverschlüsse) werden heute oft mit Injektion von Medikamenten in den Glaskörperraum behandelt. Herr Koss konnte zeigen, dass die Patienten nach 10 Monaten vergleichbare Visusentwicklungen bei weniger Behandlungen (Injektionen) erreichten, wenn eine kombinierte Medikamentengabe mit dem Vitrektor erfolgte. Bei diesen Patienten, bei denen normalerweise keine Vitrektomie durchgeführt wird, konnte ebenfalls Glaskörpermaterial untersucht werden, das Hinweise auf die Pathophysiologie der Erkrankung ermöglichte.
Wissenschaftlich-Medizinischer Beirat der PRO RETINA Deutschland e.V.: Prof. Eberhart Zrenner (Tübingen/Vorsitzender) Franz Badura (Amberg) Prof. Andreas Gal (Hamburg) Dr. Claus Gehrig (Friesenheim) Prof. Christian Grimm (Zürich) Prof. Frank Holz (Bonn) Prof. Ulrich Kellner (Siegburg) Prof. Birgit Lorenz (Gießen) Prof. Klaus Rüther (Berlin) Prof. Dr. Olaf Strauss (Berlin) Prof. Marius Ueffing (Tübingen) Prof. Bernhard Weber (Regensburg)
F Laudatio Prof. Dr. Eberhart Zrenner, Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Uni versität Tübingen, Vorsitzender des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates der PRO RETINA Deutschland e.V.
Der wissenschaftlich-medizinische Beirat der PRO RETINA Deutschland e.V. hat Herrn Dr. Dominic Eberle (Dresden)
den Makula-Forschungspreis 2013 zur Verhütung von Blindheit zuerkannt für seine Publikationen:
1. Eberle D, Schubert S, Postel K, Corbeil D, Ader M (2011) Increased integration of transplanted CD73-positive photoreceptor precursors into adult mouse retina. IOVS, 52(9):6462-71. 2. Eberle D, Kurth T, Santos-Ferreira T, Corbeil D, Ader M (2012) Outer segment formation of transplanted photoreceptor precursor cells. PLoS One, 7(9): e46305. Beide Arbeiten hat Herr Dr. Dominic Eberle im Rahmen seiner Promotionsschrift zu experimentellen Ansätzen für die Entwicklung einer regenerativen Therapie zur Behandlung von degenerativen Netzhauterkrankungen erarbeitet. In seinen Arbeiten zeigen Herr Dr. Eberle und seine Kollegen, dass junge postmitotische Photorezeptorvorläuferzellen nach einer subretinalen Transplantation in erwachsenen Mäusen in die Empfängernetzhäute integrieren und dort in morphologisch normale und funktionale Photorezeptoren differenzieren. Dabei konnte gezeigt werden, dass die integrierten Spenderphotorezeptoren in den Empfängernetzhäuten normale Außensegmente ausbilden. Diese Ansätze sind in besonderer Weise geeignet für die Behandlung von Photorezeptorzellverlusten des hinteren Augenpols und haben deshalb eine besondere Bedeutung für die Entwicklung neuartiger therapeutischer Ansätze bei Makuladystrophien.
Dr. Dominic Eberle (Dresden)
Zur Person: Herr Dr. Eberle hat in Dresden Biologie studiert, dann im Exzellenz-Cluster der TU Dresden als Doktorand in der International Graduate School for Biomedicine and Bioengineering im DFG Zentrum für Regenerative Therapien. Insgesamt vier Publikationen sind aus der Promotionsarbeit entstanden. 2009 hat er den Publikums-preis „Science Interactive“ des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft erhalten und anschließend ein zweijähriges Stipendium der PRO RETINA Stiftung. Seit der Promotion (Dr. rer. nat.) arbeitet er als Postdoc im DFG-Zentrum für Regenerative Therapie der TU Dresden im Labor von Dr. Marius Ader. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, die PRO RETINA Deutschland e.V. und ihr Wissenschaftlicher Beirat wünschen Herrn Dr. Dominic Eberle bei seiner Arbeit eine sehr erfolgreiche weitere Tätigkeit und gratulieren ihm herzlich zu dieser Ehrung, die mit einer Barsumme von 2000 €, sowie der Finanzierung eines Kongressaufenthaltes in Übersee (im Wert von weiteren 1500 €) verbunden ist.
gesetzt. Eine unserer Forschungsfördermaßnahmen ist die jährliche Vergabe eines Makula Förderpreises an junge Nachwuchswissenschaftler, die auf dem Gebiet der RP-Forschung Hervorragendes geleistet haben. So vergibt die PRO RETINA Deutschland seit 1985, also dieses Jahr zum 25. Mal, diesen Förderpreis. Der Förderpreis ist mit einer Bar Summe von 2.000 € und der Übernahme der Reise kosten zur ARVO bis zu einer Höhe von 1.500 € dotiert. Mit der Vergabe des MakulaForschungsförderpreises verbinden wir die Hoffnung, dass junge von uns geehrte Wissenschaftler ihrem Forschungsgebiet auch nach ihrer beruflichen Etablierung treu bleiben und mit dazu beitragen, dass eines Tages niemand mehr an Netzhautdegenerationen erblinden muss. Wir gratulieren Herrn Dr. Dominic Eberle recht herzlich zum diesjährigen Makula-Forschungspreis.
PDo03-3
Posterpreise. Dotierung: 9 x 300 € gestiftet von der DOG
PFr08-6
F Jurymitglieder
Grußwort Kurt Schorn/Franz Badura, PRO RETINA Deutschland e.V.
Die PRO RETINA Deutschland e.V. ist die Selbsthilfeorganisation von Menschen mit Netzhautdegenerationen. Die 1977 als Deutsche Retinitis Pigmentosa Vereinigung gegründete Organisation vertritt heute die Interessen von mehr als 6.200 sehbehinderten Menschen, die an Netzhautdegenerationen wie Retinitis Pigmentosa, Altersabhängige Makuladegeneration, Usher-Syndrom oder anderen sehr seltenen Netzhautdystrophien erkrankt sind. Da die genannten Netzhauterkrankungen bisher nicht therapierbar sind, hat sich die PRO RETINA Deutschland aktive Forschungsförderung zum Ziel
Prof. Dr. Karl Ulrich Bartz-Schmidt ( Tübingen/Vorsitzender Donnerstag) Prof. Dr. Nicole Eter (Münster/Vorsitzende Freitag) Prof. Dr. Carsten Framme (Hannover/Vorsitzender Samstag) Prof. Dr. Karin Löffler (Bonn) PD Dr. Christian Meltendorf (Halle/Saale) PD Dr. Elisabeth Messmer (München) Prof. Dr. Dr. Peter Rieck (Potsdam) Prof. Dr. Helmut Wilhelm (Tübingen)
Intraocular graft unfolding techniques in Descemet membrane endothelial keratoplasty (DMEK) Dr. Lamis Baydoun (Rotterdam) PDo05-6
Evaluation of TGF-beta induced fibrotic response in different ocular fibroblast-subpopulations Dr. rer. nat. Thomas Stahnke (Rostock)
Freitag, 20.9.2013 PFr05-5
Evaluation einer neuen murinen Hautmelanomzelllinie als potentielles Mausmodell für das intraokuläre Melanom Marta Kilian (Bonn) PFr06-10
Lassen sich individuelle Endothelzellen im postoperativen Verlauf nach Implantation einer phaken Intraokularlinse wiederauffinden? Moritz Claudius Daniel (Freiburg) A new class of nanoparticles as potential drug carriers for the treatment of anterior eye segment diseases Dr. Sven Schnichels (Tübingen) PFr08-7
Enhanced antibiotic delivery through DNA-based nanoparticles Dipl.-Chem. Jan Willem de Vries (Groningen) Die beiden Poster wurden zusammengehörend bewertet und ausgezeichnet.
Samstag, 21.9.2013 Donnerstag, 19.9.2013 PDo01-10
Gewebe- und Mikroskopietechniken zur Kartographie der Autofluoreszenz (AF) humaner retinaler Pigmentepithel (RPE)-Zellen Dr. Thomas Ach (Birmingham)
PSa06-4
Vergleich zweier verschiedener Applikationsregime von topischem Neomycin 0.3% in Kombination mit PovidonJod vor Kataraktoperationen Dr. Martin Nentwich (München)
Der Ophthalmologe 11 · 2013
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Mitteilungen der DOG PSa07-11
Inactivation of Hif1a or Vegfa in myeloid cells reduces retinal and choroidal neovascularization Dr. Clemens Lange (Freiburg) PSa08-11
Preoperative treatment with azithromycin is sufficient to improve corneal graft survival Sophy Denker (Freiburg)
Retina-Förderpreis. Dotierung: 5.000 € gestiftet von der Novartis Pharma GmbH Preisträger: Dr. Michael Böhm (Münster)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Hans Hoerauf (Göttingen/Vorsitzender) Prof. Dr. Karl Ulrich Bartz-Schmidt (Tübingen) Prof. Dr. Norbert Bornfeld (Essen) Prof. Dr. Ulrich Kellner (Siegburg)
F Laudatio Prof. Dr. Hans Hoerauf, Juryvorsitzender
Von der Firma Novartis Pharma GmbH, Geschäftsbereich Ophthalmologie mit Sitz in Nürnberg wird auch in 2013 der Retina-Förderpreis in Höhe von 5.000,- € vergeben. Zweck des Preises ist die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Netzhauterkrankungen; der Preis richtet sich an Nachwuchswissenschaftler/-innen an Universitätskliniken oder –instituten sowie wissenschaftlich orientierte praktizierende Augenärzte mit besonderem Interesse an Netzhauterkrankungen, welche das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die eingereichte Arbeit sollte dabei bereits in deutscher oder englischer Sprache veröffentlicht bzw. angenommen worden sein. Es wurden insgesamt 8 Arbeiten eingereicht, darunter drei von Biologen-/innen und fünf von Ophthalmologen. Sieben Bewerber/innen sind an Universitäten beschäftigt, eine/r im niedergelassenen Bereich. Jede Arbeit wurde durch 4 unabhängige vom geschäfts-führenden
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Der Ophthalmologe 11 · 2013
Präsidium der DOG vorgeschlagene Gutachter in einer voneinander unabhängigen Wertung in einem einheitlichen Bewertungsraster bewertet. Bei allen eingereichten acht Publikationen handelte es sich um sehr hochwertige und aufwändige Arbeiten, die in internationalen Zeitschriften erschienen sind, darunter die meisten in renommierten Zeitschriften wie IOVS, Experimental Eye Research, Neurobiology of Aging, FEBS und PLOSone. Sechs der eingereichten Arbeiten waren experimentell, zwei klinisch ausgerichtet. Bei diesem Spektrum an sehr hochrangigen Arbeiten fiel der Jury daher die Auswahl nicht leicht. Der „Noten“ Durchschnitt aller bewerteten Arbeiten lag sehr hoch, dennoch hat sich nach Sichtung und Würdigung der Manuskripte durch die Gutachter eine Arbeit klar durchgesetzt. Wir freuen uns, in diesem Jahr den Retina-Förderpreis der Firma Novartis an Dr. Michael Böhm aus der Universitäts-Augenklinik Münster
zu vergeben für die Publikation „Macula-less rat and maculabearing monkey retinas exhibit common lifelong proteomic changes“ die aus dem Institut für Experimentelle Ophthalmologie an der Universität Münster stammt, erschienen 2013 in der Zeitschrift „Neurobiology of Aging“ mit den Autoren: „M. Böhm, S. Mertsch, S. König, T. Spieker und S. Thanos“. Die grundlagenwissenschaftliche Publikation befasst sich mit morphologischen und funktionellen Eigenschaften der alternden Netzhaut vor dem Hintergrund damit verbundener Veränderungen des proteomischen Profils. Herrn Dr. Böhm und seiner Arbeitsgruppe gelingt es erstmals nachzuweisen, dass verschiedene Proteine wie Peroxiredoxin, Synuclein, Stathmin etc. mit dem Alterungsprozess der
humanen Retina im Zusammenhang stehen. Die erarbeiteten Grundlagen ermöglichen neue Einblicke in den Alterungsprozess neuronaler Gewebe. Sie stellen die Basis dar für weitere Untersuchungen der beschriebenen Proteine im Hinblick auf ihre für den retinalen Alterungsprozess relevanten zellulären Funktionen und lassen ein besseres Verständnis dieser Vorgänge und damit neue Therapieansätze erwarten.
Wir beglückwünschen den Preisträger, sind überzeugt eine gute Wahl getroffen zu haben und wünschen für die weiteren geplanten Projekte zu diesem Thema Herrn Dr. Böhm und der Arbeitsgruppe einen positiven Verlauf. Aber auch bei allen anderen Antragstellern möchten wir uns ausdrücklich für die Einsendung ihrer durchweg qualitativ äußerst hochwertigen Publikationen bedanken und sie ermutigen, ihre wissenschaft-liche Tätigkeit und Forschung in der Ophthalmologie auf diesem Niveau fortzusetzen.
Grußwort
Dr. Michael Böhm (Münster)
Herr Dr. Michael Böhm ist 36 Jahre alt, ausgebildeter Augenoptiker und hat nach einem Semester Biochemie an der Universität Regensburg zwischen 2001 und 2007 sein Humanmedizin-Studium an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster erfolgreich absolviert. 2008 hat er unter der Leitung von Prof. Busse zum Thema „Funktionsverlust und morphologische Veränderungen bei subfoveolaren CNV und differentem Beginn photodynamischer Therapien“ promoviert. Seit 2007 war er als Assistenzarzt, seit Oktober 2012 ist er als Facharzt an der UniversitätsAugenklinik in Münster unter der Leitung von Frau Prof. Eter tätig. Die Arbeiten für die mit dem diesjährigen Retina-Förderpreis gewürdigte Publikation hat er im Rahmen eines Forschungsjahres 2011 am Institut für Experimentelle Ophthalmologie der Universität Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. S. Thanos durchgeführt. Aus dieser Zeit stammen zwei weitere hochrangig publizierte experimentelle Arbeiten mit Dr. Böhm als Erstautor.
Susanne Kohout, Leiterin der Geschäftseinheit Augen heilkunde Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, vor mehr als einem Jahrzehnt wurde der gemeinsame Förderpreis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und Novartis Pharma, Nürnberg, zum ersten Mal vergeben. Wir sind in der glücklichen Lage, dass sich über die Jahre die Behandlung der Retinaerkrankungen sehr stark weiter entwickelt hat. Die Altersbedingte Makuladegeneration spielte dabei von jeher eine besondere Rolle. Denn es handelt sich um eine Erkrankung, die auch mehr als 130 Jahre nachdem sie erstmals beschrieben wurde, die häufigste Ursache der sogenannten Altersblindheit ist. Zumindest für den Teil der Patienten, die an der feuchten Form erkrankt sind, haben sich die Aussichten aber deutlich verbessert – mit regelmäßigen Kontrollen und einer bedarfsorientierten Therapie lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Die Ursachen der AMD sind noch nicht vollständig entschlüsselt und viele Forschungsarbeiten stehen ganz im Zeichen der Auf-
klärung pathophysiologischer Mechanismen. So auch die Arbeit von Dr. Michael Böhm (Institut für Experimentelle Ophthalmologie der Universität Münster). Dr. Böhm untersucht die morphologischen und funktionellen Eigenschaften der alternden Netzhaut. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe deckt er den Zusammenhang zwischen verschiedenen Proteinen, wie bspw. Peroxiredoxin sowie Stathmin, und dem Alterungs-prozess auf. Die grundlagenwissenschaftliche Untersuchung gibt weitere Details des Alterungsprozesses der Netzhaut preis und gibt vor allem Anlass für weitere Forschung, in der die Rolle der beschriebenen Proteine eingehend untersucht wird. Wir von Novartis sind schon sehr auf weitere Ergebnisse im Rahmen dieses Ansatzes gespannt! Denn nur über das tiefe Verständnis der Alterung der Netzhaut kann auch die Therapie der AMD zum Wohl der Patient weiterentwickelt werden. Wir wünschen Ihnen, Herr Dr. Böhm, weiterhin viel Erfolg auf Ihrem eingeschlagenen (Forschungs)-Weg und persönlich alles Gute. Wir gratulieren Ihnen herzlich zur Verleihung des Retina-Förderpreises 2013! Ihre Susanne Kohout Leiterin der Geschäftseinheit Augenheilkunde Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Retinitis-Pigmentosa-Preis. Dotierung: 2.000 € + Finanzie rung e. Kongressaufenthalts in Übersee im Wert von 1.500 € gestiftet von der PRO RETINA Deutschland e.V. und der Reti na Suisse Preisträgerin: PD Dr. rer. nat. Heidi Stöhr (Regensburg)
F Kuratorium: Wissenschaftlich-Medizinischer Beirat der PRO RETINA Deutschland e.V.:
Prof. Eberhart Zrenner (Tübingen/Vorsitzender) Franz Badura (Amberg) Prof. Andreas Gal (Hamburg) Dr. Claus Gehrig (Friesenheim) Prof. Christian Grimm (Zürich) Prof. Frank Holz (Bonn) Prof. Ulrich Kellner (Siegburg) Prof. Birgit Lorenz (Gießen) Prof. Klaus Rüther (Berlin) Prof. Dr. Olaf Strauss (Berlin) Prof. Marius Ueffing (Tübingen) Prof. Bernhard Weber (Regensburg)
F Laudatio Prof. Dr. Eberhart Zrenner, Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen, Vorsitzender des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates der PRO RETINA Deutschland e.V.
Der wissenschaftlich-medizinische Beirat der PRO RETINA Deutschland e.V. hat Frau PD Dr. rer. nat. Heidi Barbara Stöhr (Regensburg)
den Retinitis Pigmentosa Forschungspreis 2013 zur Verhütung von Blindheit zuerkannt für zwei inhaltlich zusammenhängende Arbeiten: 1. Zach F, Grassmann F, Langmann T, Sorusch N, Wolfrum U, Stöhr H. The retinitis pigmentosa 28 protein FAM161A is a novel ciliary protein involved in intermolecular protein interaction and microtubule association. Hum Mol Genet. 21:4573-86 (2012); IF2011 = 7.636 2. Langmann T, Di Gioia SA, Rau I, Stöhr H, Maksimovic NS, Corbo JC, Renner AB, Zrenner E, Kumaramanickavel G, Karlstetter M, Arsenijevic Y, Weber BH, Gal A. Rivolta C. Nonsense mutations in FAM161A cause RP28-associated recessive retinitis pigmentosa. Am J Hum Genet. 87:376-81 (2010); IF2011 = 10.603 Im Rahmen eines Mutationsscreenings im FAM161A-Gen hat Frau Privatdozentin Dr. Stöhr in einer umfangreichen Kohorte von Retinitis Pigmentosa Be-
troffenen dazu beigetragen, den Nachweis für eine pathogene Stopp-Mutation in diesem Gen zu erbringen und damit den allgemeinen Nachweis geliefert, dass dieses Gen eine ursächliche Rolle bei etwa 1- 2 % der Patienten mit den verschiedenen Formen der Retinitis pigmentosa spielt. In der zweiten Arbeit hat sie sich intensiv mit der Funktion dieses Gens auseinandergesetzt und zusammen mit ihren Ko-Autoren herausgefunden, dass das Gen vor allem in den Innensegmenten von den Photorezeptoren der Maus exponiert wird sowie in synaptischen Verbindungen der Ganglienzellen. Durch subzelluläre Immunelektronenmikroskopie ließ sich nachweisen, dass FAM161A ein neues ziläres Protein darstellt, welches eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Transportprozesse in Photorezeptoren spielt. Augrund dieser Arbeiten hat Fr. PD Dr. Stöhr einen wichtigen Beitrag zur weiteren Aufklärung der extrem heterogenen Formen der Retinitis pigmentosa geleistet und das Verständnis der Pathomechanismen bei diesem wichtigen Krankheitsbild wesentlich vertieft. Zur Person:
PD Dr. rer. nat. Heidi Stöhr (Regensburg)
Frau PD Dr. rer. nat. Heidi Stöhr ist Dipl.-Biologin und hat am Institut für Humangenetik der Universität Würzburg über die molekulargenetischen Untersuchungen zur Best´schen Makuladystrophie mit summa cum laude promoviert. Mit Hilfe eines Theodor-Lynen-Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt Stiftung hat sie in Ka-
nada bei Prof. Molday eine Postdoc-Zeit absolviert, gefolgt von einer Ausbildung zur Fachhumangenetikerin. Sie hat zahlreiche Drittmittelprojekte eingeworben und Wissenschaftspreise erhalten. Ihr wissenschaftliches Oeuvre umfasst insgesamt vierzig Arbeiten in hochrangigen Journalen. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft und die PRO RETINA Deutschland e.V. wünschen Frau PD Dr. rer. nat. Heidi Stöhr eine sehr erfolgreiche weitere Tätigkeit und gratulieren ihr herzlich zu dieser Ehrung, die mit einer Barsumme von 2.000 €, sowie der Finanzierung eines Kongressaufenthaltes in Übersee (im Wert von weiteren 1.500 €) verbunden ist.
Grußwort Kurt Schorn/Franz Badura, PRO RETINA Deutschland e.V.
Die PRO RETINA Deutschland e. V. ist die Selbsthilfeorganisation von Menschen mit Netzhautdegenerationen. Die 1977 als Deutsche Retinitis Pigmentosa Vereinigung gegründete Organisation vertritt heute die Interessen von mehr als 6.200 sehbehinderten Menschen, die an Netzhautdegenerationen wie Retinitis Pigmentosa, Altersabhängige Makuladegeneration, UsherSyndrom oder anderen sehr seltenen Netzhautdystrophien erkrankt sind. Da die genannten Netzhauterkrankungen bisher nicht therapierbar sind, hat sich die PRO RETINA Deutschland aktive Forschungsförderung zum Ziel gesetzt. Eine unserer Forschungsfördermaßnahmen ist die jährliche Vergabe eines Retinitis-Pigmentosa- Förderpreises an junge Nachwuchswissenschaftler, die auf dem Gebiet der RP-Forschung Hervorragendes geleistet haben. So vergibt die PRO RETINA Deutschland gemeinsam mit der Retina Swiss seit 1985, also dieses Jahr zum 25. Mal, diesen Förderpreis. Der Ophthalmologe 11 · 2013
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Mitteilungen der DOG Der Förderpreis ist mit einer Bar Summe von 2.000 € und der Übernahme der Reisekosten zur ARVO bis zu einer Höhe von 1.500 € dotiert. Mit der Vergabe des RP-Forschungsförderpreises verbinden wir die Hoffnung, dass junge von uns geehrte Wissenschaftler ihrem Forschungsgebiet auch nach ihrer beruflichen Etablierung treu bleiben und mit dazu beitragen, dass eines Tages niemand mehr an Netzhautdegenerationen erblinden muss. Wir gratulieren Frau Privatdozentin Stöhr recht herzlich zum diesjährigen RP-Forschungspreis.
Theodor-Axenfeld-Preis der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde. Dotierung: 1.500 € gestiftet vom Georg Thieme Verlag Preisträger: Sarah Thiele PD Dr. Marcus Kernt (München)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Berthold Seitz (Präsident der DOG), Prof. Dr. Herbert A. Reitsamer (ständiger wissenschaftlicher Sekretär der Österreichischen Ophthalmo logischen Gesellschaft), Prof. Dr. Klara Landau (Präsidentin der Schweizer Ophthalmologischen Gesellschaft), Prof. Dr. Gabriele E. Lang (Schriftleiterin der Klinischen Monatsblätter), Prof. Dr. Gerhard K. Lang (Schriftleiter der Klinischen Monatsblätter)
75 Jahren, in dankbarem Gedenken an Theodor Axenfeld, dem früheren Herausgeber und unvergessenen Förderer der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde, den Theodor-Axenfeld-Preis gestiftet. Seit dem Jahr 1964 wird dieser Preis regelmäßig verliehen, gestiftet jetzt vom Verleger der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde, dem Georg Thieme Verlag. Der Preis wird für eine herausragende Veröffentlichung in den Klinischen Monatsblättern vergeben, die wesentliche Fortschritte auf dem Gebiet der Augenheilkunde für den in Klinik und Praxis tätigen Augenarzt erbracht hat und deren Inhalt an anderer Stelle nicht veröffentlicht worden ist. Der Preis wurde entsprechend den Statuten und den Richtlinien der DOG in einer unabhängigen Bewertung der 113 in Frage kommenden Arbeiten vergeben. Der Preis wird vergeben an die Autoren S. Thiele, R.G. Liegl, S. König, J. Sied lecki, J. Langer, K. Eibl, C. Haritoglou, A. Kampik, M. Kernt
Sarah Thiele
F Laudatio Prof. Dr. G. K. Lang, Schriftleitung
Die Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde feiern im Jahr 2013 ihr 150-jähriges Bestehen. Damit ist dieses offizielle Publikationsorgan der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft die älteste, kontinuierlich publizierte Ophthalmologische Fachzeitschrift der Welt. Der Ferdinand Enke Verlag in Stuttgart hat im Jahr 1938, also vor
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Der Ophthalmologe 11 · 2013
Ansatz bei neovaskulärer AMD: In-vitro-Evaluation der Sicherheit von Axitinib, Pazopanib und Sorafenib zur intraokularen Anwendung“. Multikinase-Inhibitoren greifen an verschiedenen Stellen die Neovaskularisation wirkungsvoll an. Erste klinische und experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Multikinase-Inhibitoren einen vielversprechenden neuartigen Ansatz in der Therapie der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration darstellen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Biokompatibilität von Multikinase-Inhibitoren. 3 Testsubstanzen wurden an Astrozyten aus dem Sehnervenkopf, Zellen aus dem Trabekelmaschenwerk sowie retinalen Pigmentepithelzellen, wie auch kornealen Endothel- und Linsenepithelzellen getestet. Die Autoren konnten experimentell belegen, dass bis zu einer Konzentration von 7,5 µg/mL keine der untersuchten Substanzen an keinem der untersuchten Zelltypen toxische Effekte aufwies. Auch nach 10 Tagen Inkubation ergab sich kein Hinweis auf eine endotheliale Toxizität von organkultivierten Spenderhornhäuten. Das Fazit ist, dass die untersuchten Substanzen Axitinib, Pazopanib und Sorafenib eine gute Biokompatibilität an den untersuchten okulären Zellen aufweisen. Die Arbeit liefert einen Beitrag, die Therapie schwerwiegender Augenerkrankungen, die unbehandelt bis zur Erblindung führen können, weiter zu verbessern, und dass die Wirkstoffgruppe der Multikinase-Inhibitoren zukünftig das Spektrum der wirksamen Therapeutika erweitern kann.
Grußwort PD Dr. Marcus Kernt (München)
für die Arbeit „Multikinase-Inhibitoren als therapeutischer
Dr. h.c. Albrecht Hauff, Verle ger Georg Thieme Verlag
Zu Ehren von Theodor Axenfeld verleiht die Deutsche Ophthal-
mologische Gesellschaft (DOG) seit nun genau 75 Jahren den vom Georg Thieme Verlag gestifteten Theodor-Axenfeld-Preis der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde. 2013 feiern die Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde damit gleich ein doppeltes Jubiläum – denn die Klinischen Monatsblätter selbst werden bereits 150 Jahre alt. Dieser Preis wird – in Fortführung der vom Ferdinand Enke Verlag begonnenen Tradition – alle zwei Jahre im Rahmen der Jahrestagung der DOG verliehen. Der Theodor-Axenfeld-Preis ehrt die beste Veröffentlichung der Klinischen Monatsblätter in den vergangenen zwei Jahren. Die Jury, bestehend aus einem Vertreter der DOG, SOG, ÖOG und der Schriftleitung der Klinischen Monatsblätter, wählt diejenige Arbeit aus, die wesentliche Fortschritte auf dem Gebiet der Augenheilkunde für den in der Klinik und Praxis tätigen Augenarzt erbracht hat. Der Theodor-Axenfeld-Preis ist mit 1.500 € dotiert. Theodor Paul Polykarpos Axenfeld wurde am 24. Juni 1867 als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren und wuchs in Bad Godesberg auf. Er studierte in Marburg und Bonn Medizin und machte 1890 im Alter von 23 Jahren in Bonn sein Staatsexamen. Fünf Jahre später – 1895 – habilitierte er in Marburg mit der Arbeit „Über die eitrige metastatische Ophthalmie“. Von 1897– 1901 lehrte er am Lehrstuhl für Augenheilkunde in Rostock und übernahm anschließend einen Lehrstuhl in Freiburg, dem er bis zu seinem Tod im Jahr 1930 treu blieb. Theodor Axenfeld war außerdem Vorsitzender der DOG und über die deutschen Grenzen hinaus ein anerkannter und geschätzter Ophthalmologe. Er trat bei ausländischen Kongressen als Ehrengast auf. Seine Bücher wurden unter anderem in Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch übersetzt. Seine Karriere bei den Klinischen Monatsblättern für Au-
genheilkunde begann Axenfeld im Jahre 1898 mit dem Redigieren von wissenschaftlichen Arbeiten. 30 Jahre, bis zu seinem Tod 1930, war er Herausgeber der Zeitschrift, prägte deren Inhalte und Ausrichtung und baute sie zu einem wichtigen Publikationsorgan in der Augenheilkunde aus. Seine wissenschaftliche Arbeit widmete er vor allem bakteriellen Augenerkrankungen, aber auch allgemeinen Fragestellungen operativer Techniken, des Glaukoms, des Trachoms, der Neuroophthalmologie und Orbitaerkrankungen. Zeitgleich mit dem französischen Ophthalmologen Victor Morax isolierte und beschrieb Axenfeld das Diplobakterium Morax-Axenfeld, das die nach den Entdeckern benannte Konjunktivitis verursacht. Ebenfalls nach ihm benannt ist die Axenfeldschleife. Auch heute entwickeln Wissenschaftler mit ihrem Engagement und ihren Entdeckungen die Augenheilkunde kontinuierlich weiter. Sie sorgen damit dafür, dass die in einer alternden Gesellschaft wachsende Zahl an Augenleiden besser behandelt werden können. Wir freuen uns, als Verlag mit dem Theodor-Axenfeld-Preis wichtige und wegweisende Forschung in der Augenheilkunde unterstützen zu können - ganz nach dem Jubiläumsmotto der Klinischen Monatsblätter: „Immer einen Blick voraus“. Dr. h.c. Albrecht Hauff, Verleger Georg Thieme Verlag Zur Thieme Verlagsgruppe: Die Thieme Verlagsgruppe blickt auf eine lange Tradition zurück sie hat im Jahr 2011 ihr 125-jähriges Jubiläum gefeiert. Seit 1886 bietet sie mit ihrem breiten Angebotsportfolio Informationen, Kommunikation und Services für sämtliche Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Jedes Jahr erscheinen fast 500 Neuerscheinungen und Neuauflagen, 150 Fach-Zeitschriften werden aktuell zum wissenschaftlichen Aus-
tausch und zur Fortbildung gepflegt. Nahezu sämtliche Buchund Zeitschrifteninhalte von Thieme sind heute auch digital zu nutzen. Darüber hinaus bietet der Verlag umfangreich entwickelte Online-Produkte, die Information, Kommunikation und Services miteinander verschränken. Die inhabergeführte Verlagsgruppe ist heute in der Medizin Markt führender Anbieter von deutschsprachigen Fachinformationen. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stehen die Erwartungen des Kunden: Ihr Anliegen ist es, ihm Mehrwert und Nutzen für den beruflichen Alltag zu stiften. Grundlage dafür ist ein hoher Qualitätsanspruch, den die Angebote von Thieme seit Jahrzehnten prägen.
Tropenophthalmologie-Preis. Dotierung gesamt: 5.000 € gestiftet von der AMO Ger many GmbH, der Bausch + Lomb GmbH, der ChristoffelBlindenmission, dem Deut schen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Ursapharm Arzneimittel GmbH und der 1stQ Deutschland GmbH & Co. KG Preisträgerin: Dr. Irmela Erdmann (Lomé, Togo)
FJurymitglieder Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock/Vorsitzender) Dr. Raimund Balmes (Ahlen) Prof. Dr. Matthias Sachsenweger (Landshut)
F Laudatio Prof. Dr. Rudolf Guthoff, Juryvorsitzender
Frau Dr. Irmela Erdmann erhielt ihre Ausbildung als Augenärztin an der Augenklinik des Heidbergkrankenhauses Hamburg, jetzt Klinikum Nord, und qualifizierte sich dort als Oberärztin in der Ophthalmochirurgie in ihrer ganzen Breite. Seit 1998 ist sie für die Christoffel-Blindenmission tätig. Viele Jahre gehörte sie zum Team der
Videopreis. Dotierung: 2.500 €, 1.500 €, 1.000 € gestiftet von Leica Microsystems Preisträger: Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg) Dr. Raid Darawsha (Essen) Prof. Dr. Burkhard Dick, Dr. Tim Schultz (Bochum) Dr. Irmela Erdmann (Lomé, Togo), Foto: CBM
Augenklinik am Mengo-Krankenhaus in der ugandischen Hauptstadt Kampala, in der sie sich nicht nur als leitende Ophthalmologin sondern auch als überregional agierende und integrierend tätige Kollegin auszeichnete. Sie organisierte die örtliche Aus- und Weiterbildung und baute die bereits in Ansätzen vorhandene Vorderabschnittschirurgie mit Schwerpunkt Kinderophthalmologie aus. Sie führte darüber hinaus eine für ein großes Einzugsgebiet zuständige netzhautchirurgische Abteilung. Zu ihrem Aufgabenbereich gehörten Supervisionsbesuche, nicht nur an CBM-geförderten Krankenhäusern. Ihr Organisationstalent konnten sie an vielen Kliniken in Äquatorialafrika einbringen. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde sie im September 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, das ihr der deutsche Botschafter in Lomé/ Togo, am Ort ihrer damaligen Tätigkeit überreichte. Inzwischen hat sie neben ihrer klinischen Tätigkeit wichtige Organisationsaufgaben im CBMNetzwerk übernommen und ist wesentlich an aktualisierten Analysen zur Ein-schätzung der Blindheitsursachen im Sub-Sahara Afrikagebiet zuständig. Für ihr unermüdliches Wirken und ihr stetes Engagement für blinde und benachteiligte Menschen in Afrika gebührt Frau Dr. Irmela Erdmann der diesjährige Tropenophthalmologie-Preis.
F Jurymitglieder Prof. Dr. Johann Roider (Kiel/Vorsitzender) Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg) Prof. Dr. Thomas Klink (Würzburg)* Prof. Dr. Hans Mittelviefhaus (Freiburg) Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen)* *)Stimmenthaltung bei eingereichten Arbeiten aus der jeweiligen Klinik (Würzburg, Essen)
F Laudatio Prof. Dr. Johann Roider, Juryvorsitzender
1. Der erste Videopreis 2013 wird vergeben an Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg)
Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg)
Der 1. Videopreis, gestiftet von der Fa. Leica Microsystems, geht an Herrn Prof. Grehn. Herr Prof. Grehn zeigt in seinem Video „Ein neues Verfahren der Fil trationschirurgie“, welches Elemente der penetrierenden tiefen Sklerektomie, der Trabekulektomie und der Trabekulotomie einschließt. Vorteil dieses neuen Verfahrens ist ein langsamerer Kammerwasserabfluss und eine diffuse Ausdehnung des Sickerkissens. Da zusätzlich keine Iri dektomie notwendig ist, kann es auch zu keinem Irisprolaps komDer Ophthalmologe 11 · 2013
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Mitteilungen der DOG men. Möglicherweise ist dieses operative Verfahren auch weniger kataraktogen. In einem didaktisch gut aufbereiteten Video wird die Operationstechnik in allen Schritten und Einzelheiten dargelegt und die entsprechenden operativen Schritte werden klar dargestellt. Die Videodarstellung selber ist von hoher Qualität, klar strukturiert und sachlich kommentiert. Für den interessierten Beobachter besteht damit die Möglichkeit, ein neues operatives Verfahren durchzuführen.
von komplizierten Ausgangssituationen wieder. Verschiedene Techniken wie Amniontransplantation oder Mundschleimhautrekonstruktion werden dargestellt und kritische Punkte bei der Verankerung der Transplantate aufgezeigt. Das Video stellt einen wichtigen Lehrbeitrag zur chirurgischen Rekonstruktion bei Lidtumorenentfernung dar. 3. Der dritte Videopreis 2013 wird vergeben an Prof. Dr. Burkhard Dick (Bochum) und Dr. Tim Schultz (Bochum)
2. Der zweite Videopreis 2013 wird vergeben an Dr. Raid Darawsha (Essen)
Prof. Dr. Burkhard Dick (Bochum)
Dr. Raid Darawsha (Essen)
Herr Dr. med Darawsha erhält den zweiten Preis für seinen Videobeitrag zur „Therapie eines ausgedehnten konjunktivalen Plattenepithel-Karzinoms mittels interdisziplinärer Operation zur radikalen Tumorresektion und Bindehautrekonstruktion mit Mundschleimhaut und Amnionmembran“. Herr Dr. med. Raid Darawsha zeigt ein ausgeprägtes Plattenepithelkarzinom, welches in toto reseziert und mittels Amnionmembran und Mundschleimhaut rekonstruiert wird. In sehr klarer Weise demonstriert das Video alle Einzelheiten und Vorgehensweisen, so dass es für den Betrachter möglich ist, auch ähnlich kompliziert gelagerte Fälle anzugehen. Das Video ist klar strukturiert, sprachlich nüchtern gestaltet und spiegelt einen wichtigen Beitrag in der Tumorresektion
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Der Ophthalmologe 11 · 2013
Bei einem viermonatigen Kind mit kongenitaler Katarakt werden die technischen Möglichkeiten der femtosekundenlaserassistierten Kataraktchirurgie demonstriert. Die einzelnen Schritte werden in dem professionell aufgearbeiteten Video gut dargestellt, insbesondere ist klar ersichtlich, dass mit der femtosekundenassistierte Laserchirurgie eine kreisrunde hintere und vordere Rhexis auch bei Kindern in Vollnarkose erzielt werden kann. Der Preis dafür sind aber mehrere intraokuläre Schritte mit Andocken an das Auge unter sterilen Bedingungen. Möglichkeiten und Grenzen dieser Chirurgie, insbesondere bei Kleinkindern, werden hier aufgezeigt. Aufgrund der Neuartigkeit der Thematik wird der Videobeitrag mit dem 3. Preis bewertet.
Grußwort Thomas Heiler, Sales Manager Central Europe Leica Microsystems
Sehr geehrte Preisträger, sehr geehrte Damen und Herren, das Medium Film vermittelt Wissen besser als jede schriftliche Erklärung oder jedes beschriftete Bild. Die schriftliche Erklärung und das beschriftete Bild vermitteln jeweils nur Facetten – die Kombination aus bewegten Bildern und Ton jedoch sorgt dafür, dass Wissen im wahrsten Sinne des Wortes anschaulich wird. Die drei prämierten Filme erlauben dem Betrachter, die darin gezeigten komplexen Operationen genau nachzuvollziehen. Für die Aus- und Fortbildung von Ärzten sind solche Videos wertvoll und wichtig, denn sie ermöglichen zeitlich und räumlich unabhängig der Operation die Teilhabe an der Fachkenntnis erfahrener Ophthalmologen. Diese Form des Wissenstransfers lässt sich beliebig oft wiederholen: Die Filme lassen sich auf der Festplatte speichern, immer wieder abspielen, an interessanten Sequenzen anhalten und mit Kollegen diskutieren. Sie ermöglichen, von Experten zu lernen. Bei Leica Microsystems hat das Lernen und die ständige Weiterentwicklung einen hohen Stellenwert. Wir entwickeln unsere Mikroskope und wissenschaftlichen Instrumente mit dem Anwender für den Anwender, denn als Handwerkszeug sollen sie den Anforderungen ihrer Nutzer entsprechen. Daher bieten unsere Operationsmikroskope die Möglichkeit, 2D- oder 3D-Videos während einer Operation unkompliziert aufzunehmen. Wir beobachten, dass Filme gerade in der Lehre immer wichtiger werden. Mit der Stiftung des Videopreises möchten wir die Wichtigkeit gut gemachter Lehrfilme unterstreichen. Den Preisträgern gratulieren wir zu ihren gelungenen Produktionen. Wir danken für ihr Engagement und hoffen auf weitere lehrreiche Beiträge.
Wissenschaftspreis. Dotierung: 5.000 € gestiftet von der Stiftung Auge Preisträger: Dr. Mario Matthaei (Köln)
F Jurymitglieder Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn/Vorsitzender) Prof. Dr. Nicole Eter (Münster) Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg) Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock) Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen) Prof. Dr. Peter Wiedemann (Leipzig)
F Laudatio Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitzender
Der Wissenschaftspreis der Stiftung Auge 2013 wird vergeben an Herrn Dr. Mario Matthaei (Köln)
Dr. Mario Matthaei (Köln)
Für die Arbeiten: Matthaei M, HU J, Meng H, Lackner EM, Eberhart CG, Qian J, Hao H, Jun AS Endothelial cell whole genome expression analysis in a mouse model of early-onset fuchs’endothelial corneal dystrophy. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2013 Mar 15;54(3):1931-40 Matthaei M, Meg H, Meeker AK, Eberhart CG, Jun AS Endothelial Cdkn1a (p21) overexpression and accelerated senescence in a mouse model of Fuchs endothelial corneal dystrophy. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2012 sep 28;53(10):6718-27
Meng H, Matthaei M, Ramanan N, Grebe R, Chakravarti S, Speck CL, Kimos M, Vij N, Eberhart CG, Jun AS L450W and Q455 K CoI8a2 Knock-In Mouse Models of Fuchs Endothelial Corneal Dystrophy Show Distinct Phenotypes and Evidence for Altered Autophagy. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2013 Mar 28;54(3):1887-97 Jun AS, Meng H, Ramanan N, Matthaei M, Chakravarti S, Bonshek R, Black GC, Grebe R, Kimos M An alpha 2 collagen VIII transgenic knock-in mouse model of Fuchs endothelial corneal dystrophy shows early endothelial cell unfolded protein response and apoptosis. Hum Mol Genet. 2012 Jan 15;21(2):384-93. Epub 2011 Oct 14 Die Fuchs’sche Hornhautdystrophie ist eine häufige Erkrankung
mit zunehmender Prävalenz und Inzidenz auch aufgrund der demographischen Entwicklung. Sie zählt außerdem zu den häufigsten Indikationen für Hornhauttransplantationen in der westlichen Welt, da bislang noch keine konservativen, kurativen Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Die äußerst limitierte Verfügbarkeit von Fuchs-Dystrophie-Endothelproben früherer Erkrankungsstadien und das Fehlen geeigneter Zellkultur- im Tiermodell haben bisher die eingehende Untersuchung der Pathogenese und Prüfung pharmakologischer Therapieansätze erschwert. Die von Herrn Dr. Mario Matthaei und Mitarbeitern vorgelegten, hochrangigen Publikationen belegen eindrucksvoll die Entwicklung und Charakterisierung der ersten Mausmodelle zur Fuchs-Dystrophie durch gezielten knock-in von missense Mutationen im alpha 2 Collagen
VIII (CoI8a2)-Gen. Es wird detailliert der Phänotyp der so generierten endothelialen Zellen beschrieben sowohl mit morphologischer und funktioneller Cha rakterisierung. Dabei fanden die Autoren u.a. Hinweise auf eine veränderten Autophagie durch die alterierten Endothelzellen. Eingehende Genexpressionsanalysen zeigten u.a. eine Hochregulation des endothelialen COX2. Weitere Befunde inklusive einer endothelialen Cdkn 1 a (p21) Hochregulation bei Fuchs-Dystrophie mit frühem Auftreten und die Hyperexpression von p21 bei später Manifestation lassen die Rolle einer frühen Alterung bei dieser Erkrankung nahelegen. Identifizierte und detail liert beschriebene kompensatorische Mechanismen nach unterschiedlichen subzytotoxischen Faktoren weisen darauf hin, dass diese unzureichend sind, um die
Gewebsfunktion aufrecht zu erhalten. Schließlich zeigen die Autoren in ihrer in Human Molecular Genetics veröffentlichten Arbeit, dass eine Punktmutation in alpha 2 Kollagen VIII (CoI8a2)- Gen den Phänotyp der Fuchs’schen Dystrophie im Tiermodell induzieren kann. Damit konnte eindrucksvoll die Rolle der „unfolded protein response (UPR)“-Aktivierung in der Pathogenese der Fuchs’schen Dystrophie gezeigt werden. Den Autoren ist zu den vier hochrangigen Publikationen mit grundlegenden und wegweisenden Beiträgen zu ersten Mausmodellen der Fuchs’schen Dystrophie zu gratulieren. Damit ist eine wesentliche Grundlage gegeben, um nicht nur pathophysiolo gische Mechanismen besser zu verstehen, sondern auch neue, innovativ nichtchirurgische Behandlungsmethoden zu entwickeln.
Richtigstellung Hinweise zur gedruckten Version der Empfehlungen der DOG zur Fahreignungsbegutachtung für den Straßenverkehr, Anleitung für die augenärztliche Untersuchung und Beurteilung der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen, 6. Auflage vom März 2013:
Auf den hinteren Umschlagseiten wurden versehentlich die Daten von 2012 zitiert. Die Übersicht mit den aktuellen Daten wurde als Einleger neu gedruckt und ist über die Geschäftsstelle zu beziehen. Weiterhin lautet der Wert für Sehschärfe für Einäugigkeit Seite 46 korrekt 0,5.
Der Ophthalmologe 11 · 2013
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